Wo auf dem Schulweg in Bork Gefahren lauern

Studie durch Forschungsbüro

Die Stadt Selm möchte die Schulwegsicherheit die Kinder der Grundschule Auf den Äckern in Bork erhöhen und hat einen Forschungsauftrag an die Firma Büffee vergeben. Die hat herausgefunden, wo die Schwachstellen liegen. Wir zeigen die 16 Schwerpunkte auf einer interaktiven Karte - und haben mit dem Leiter der Untersuchung gesprochen.

BORK

, 14.03.2015, 05:04 Uhr / Lesedauer: 3 min
Jens Leven erklärt das System des neuen Schulwegplans und analysiert den Kreisverkehr der B236 in Bork.

Jens Leven erklärt das System des neuen Schulwegplans und analysiert den Kreisverkehr der B236 in Bork.

Das Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation (Büffee) hat Eltern befragt und wollte wissen, mit welchem Verkehrsmittel die Kinder zur Schule kommen, welche Wege sie nehmen und wo sie Probleme auf dem Schulweg haben. 

Dabei kam heraus:  An verschiedenen Punkten auf der Waltroper Straße häufen sich die Stellen. Das ist logisch, denn hier bewegen sich auf dem Schulweg auch die meisten Schüler. Hier kann es voll werden.

Unsere interaktive Karte zeigt die 16 Stellen, die bei der Befragung der Eltern am häufigsten als Gefahrenstellen benannt wurden. Beim Klicken auf die Symbole sehen Sie die genaue Zahl der Nennungen.  

Besonders für die Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule fahren, gibt es schon jetzt Ideen, wie sie dazu beitragen sollen, die Sicherheit auf dem Schulweg zu erklären. Die Stadt will drei Zonen für den Hol- und Bringverkehr einrichten. Denn aus diesem würden laut ADAC Gefahren und Behinderungen entstehen, etwa, wenn Eltern unerlaubt halten, den Weg für andere Verkehrsteilnehmer unabsichtlich versperren oder Wendemanöver hinlegen. Auch für die Kinder seien die Gefahren schlecht einzuschätzen.

Ausgewiesene Hol- und Bringzonen

Dem sollen die ausgewiesenen Hol- und Bringzonen vorbeugen. „Wir wollen ein Bewusstsein wecken, dass Eltern ihre Schüler nicht mit dem Auto ins Schulgebäude fahren sollen“, sagt Torsten Schneidereit von der Stadt bewusst überspitzt. Die ausgeschilderten Zonen befinden sich im Abstand von etwa 250 Metern um das Schulgebäude und sollen auf den Hauptschulwegrouten liegen, die bei der Studie ebenfalls ermittelt wurden.

In Bork könnten drei Standorte auf der Waltroper und der Hauptstraße entstehen - mit einigem Abstand zum Schulgebäude. Diesen Weg sollen die Schüler selbstständig zurücklegen und dabei farbigen Füßchen auf den Gehwegen folgen.

Hälfte der Grundschüler kommt im Sommer zu Fuß

Die Hälfte der Grundschüler  läuft im Sommer zu Fuß zur Schule. Jeder Fünfte nutzt öffentliche Verkehrsmittel (21 Prozent). Etwa genau so viele Kinder werden morgens mit dem Auto zur Schule gebracht (18 Prozent). Elf Prozent der Schüler fahren Fahrrad. Neun Prozent nutzen Tretroller. Die Zahlen verändern sich im Winter nur geringfügig. Auf Räder und Roller verzichten dann allerdings die meisten zugunsten Autos.  

Einsamer Spitzenreiter in der Gefahren-Statistik ist allerdings der Kreisverkehr an der B236/Netteberger Straße. 19 Mal haben die Eltern diese Stelle genannt – die Top-Antwort.  „Wenn sich die subjektiven Probleme häufen, hat es etwas mit Fußgänger Freundlichkeit zu tun“, sagt Jens Leven vom Wuppertaler Ingenieurbüro Büffee. Der Kreisel liegt am Ortsrand, ist viel befahren und die Geschwindigkeiten sind hier nicht gerade gering.  Einen Zebrastreifen gibt es nicht. „Wir wünschen uns hier eine eindeutige Regelung, wer Vorrang hat“, sagt Leven.

Jens Leven: Ordentlicher Zebrastreifen muss her

Für ihn steht fest: Ein ordentlicher Zebrastreifen muss her. „Aber dann muss auch eine Beleuchtung vorhanden sein. Und das kostet richtig Geld“, weiß der Experte. Und Weiteres fällt an Borks Schulweg-Problemstelle Nummer eins auf: Wer aus Netteberge nach Selm abbiegt, muss kaum abbremsen – die Straße ist breit, der Abbiegewinkel der Straße günstig für Tempo 50. Hier müssten Autofahrer gar nicht abbremsen, wenn frei ist.  

Bei der Begehung fällt Leven allerdings auch auf, dass längst nicht alles schlecht ist:  Auch wenn der Kreisverkehr für viel Verkehr ausgelegt ist, lobt er die Verkehrsinseln in der Mitte der Fahrbahn. Er fotografiert alle Stellen und trägt sie mit dem Tablet gleich in ein Kartenwerk ein. Online ist der Eintrag auf Schulwegcheck.de kurze Zeit später schon sichtbar.

Kosten für die Stadt: rund 3500 Euro

Rund 3500 Euro gibt die Stadt Selm für das Projekt aus, aus dem auch ein neuer Schulwegplan entsteht. Eltern sollen ab dem Sommer den Schulweg mit ihren Kindern online durchgehen können. Auch eine kartenbasierte App soll kommen. „Ich habe noch nie Eltern gesehen, die mit ihren Kindern und einem Schulwegplan in der Hand die Strecke abgehen. Plötzlich können wir aber ein trockenes Thema wie Schulwegpläne interessanter machen“, sagt Leven.

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