Wohngebiet am Borker Friedhof rückt immer näher

Bebauungsplan ergänzt

Mit der Totenruhe ist es vorbei. Auf Erweiterungsfläche des Borker Friedhofs wird ab 2017 gebaut und anschließend fröhlich gewohnt – Leben pur eben. Der Stadtentwicklungsausschuss hat für eine Bebauung mit 39 Häusern die Weichen gestellt: einstimmig, bei einer Enthaltung – und mit zwei dringenden Wünschen.

BORK

, 04.11.2016, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Projektentwickler Robert Strauß hat diese nicht genordete, sondern etwas östlich gedrehte Ansicht des Wohngebietes erstellt. Am rechten, oberen Bildrand ist das Amtshaus zu sehen, etwas tiefer der Kreisverkehr B236/Netteberger Straße. Die Erschließung des Gebietes erfolgt über die Stifterstraße.

Projektentwickler Robert Strauß hat diese nicht genordete, sondern etwas östlich gedrehte Ansicht des Wohngebietes erstellt. Am rechten, oberen Bildrand ist das Amtshaus zu sehen, etwas tiefer der Kreisverkehr B236/Netteberger Straße. Die Erschließung des Gebietes erfolgt über die Stifterstraße.

37 Ein- und Zweifamilienhäusern sowie zwei Mehrfamilienhäusern sollen auf der zwei Hektar großen Fläche entstehen. Von der Straßenoberkante bis zum First werde keines der Häuser höher als zehn Meter sein, versicherte Planer Robert Straße. Das werde auch für die beiden Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnungen gelten – dank Flach- oder Pultdächern. Wilfried Zimmermann (UWG) reichten die Worte nicht aus. Er drängte darauf, dass das im Plan für jedes einzelne Baufeld hinterlegt werde.

Den zweiten Wunsch hatte schon einen Tag zuvor Zimmermanns Fraktionskollege Peter Sowislo im Ausschuss für Umwelt und Zivilschutz geäußert. Die Angst der Anwohner vor Überschwemmungen müsse berücksichtigt werden. Zwar gibt es bereits eine empfohlene Lösung: Das Oberflächenwasser, das vom Friedhof das von Norden nach Süden abschüssige Gelände hinab fließt, soll gesammelt werden. Aber diese Lösung solle auch in dem Bebauungsplan festgeschrieben werden, so Sowislo.

Weiterem Wunsch konnte nicht entsprochen werden

Ein dritter Wunsch seitens der Politik konnte Planer Robert Strauß nicht verwirklichen. Marion Küpper von den Grünen hatte sich statt des vorgesehenen Mischwasserkanals eine getrennte Erfassung von Oberflächen- und Abwassers gewünscht. „Das bringt in diesem Fall nichts“, so Strauß. Denn das Abwasser des neuen Baugebietes werde anschließend ohnehin in einen Mischwasserkanal an der Stifterstraße eingeleitet. „Und der wird in den nächsten Jahrzehnten nicht verändert.“ Strauß gab der Grünen Recht, dass Getrennt-Systeme aus Umweltschutzgründen landesweit den Vorrang haben sollten vor Mischsystemen. Am besten sei es, es versichern zu lassen. Das sei am Friedhof aber nicht möglich – wegen der Bodenbeschaffenheit.

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Christian Diekmann (CDU) wunderte sich, dass der von Strauß Vorgestellte Entwurf nicht der Variante entsprach, die im Frühjahr im Ausschuss den meisten Anklang gefunden hatte. Darin hatten sich die beiden Mehrfamilienhäuser eher in der Mitte des Plangebietes befunden und nicht wie jetzt am Friedhof. Während der Anwohnerversammlung im April sei die Sorge laut geworden, „dass die Bewohner aus dem Mehrfamilienhaus den anderen auf die Terrasse schauen könnten“, entgegnete Strauß. Das sei jetzt abgestellt.

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