Zahlen im Kreis Coesfeld werden weiter steigen: 350 Testergebnisse stehen noch aus

mlzCoronavirus

Im Kreis Coesfeld wird die Zahl von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner nochweiter deutlich überschritten werden. 350 Testergebnisse stehen gerade noch aus.

Olfen, Nordkirchen, Herbern

, 09.05.2020, 06:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

NRWs Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kommt ein ganz klein wenig in Plauderlaune, als er am Freitag die Frage beantwortet, ob denn das Problem mit dem neuen Corona-Grenzwert nicht sei, dass jetzt keiner mehr testen würde, um die Werte im Zaum zu halten. Laumann sieht das aber ganz anders. Er habe zu Coesfelds Landrat Christian Schulze Pellengahr gesagt: „Sieh‘ zu, dass ihr schnell testet“, erzählt Laumann bei einer Pressekonferenz zur Lage im Kreis Coesfeld.

Schließlich ist die Krux bei dem neuen Grenzwert ja, dass es sich um die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der letzten sieben Tage handelt. Weil eben gerade in wenig Zeit viele neue Fälle aufgetreten waren, war der Wert in Rekordzeit überschritten worden.

Jetzt lesen

Aber: Wenn schnell getestet wird, bedeutet das auch, dass nach einer Höhenfahrt der Zahlen schnell Klarheit herrscht und der Wert dann wieder sinken kann.

Wert wird weiter steigen

Am Freitag hatten sich laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) 76,3 Menschen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen neu infiziert. Die Kreiszahlen, die denen des RKI zuvor kommen, zeigen laut unseren Berechnungen aber bereits für den Freitag einen Wert über 84. Zum Vergleich: Im besonders stark betroffenen Kreis Heinsberg lag der Wert der Neuinfizierungen pro 100.000 der letzten sieben Tage, als er noch nicht so eine entscheidende Rolle spielte, in der Spitze bei einem Wert von 161.

Jetzt lesen

Auch im Kreis Coesfeld ist klar: Der Wert wird noch weiter steigen. Denn viele Tests stehen noch aus. Von den rund 1200 Mitarbeitern bei Westfleisch sind mit Stand Freitag 650 Abstriche gemacht worden, wie Kreissprecher Christoph Hüsing mitteilt. Der Kreis hatte schon vor der Intervention des Landes mitgeteilt, dass alle Mitarbeiter des Unternehmens getestet werden sollen. Also wird es auch noch mehr Tests geben.

Die Hälfte der Ergebnisse ist negativ - die andere positiv

151 dieser Ergebnisse waren positiv. 151 Mitarbeiter haben sich also mit dem Coronavirus infiziert. Etwa genau so viele waren aber auch negativ, wie Hüsing auf Anfrage der Ruhr Nachrichten sagt. Bleiben also noch 350 Fälle, bei denen das Ergebnis noch aussteht. Auch sie werden den schon überschrittenen Grenzwert in den kommenden Tagen nach oben treiben, denn das Gesundheitsamt sei auch am Wochenende im Einsatz, wie Hüsing sagt. Anders als manch andere Städte oder Kreis gibt der Kreis auch am Wochenende eine Meldung heraus, sobald es neue Ergebnisse gibt.

Sandra Wilde von der Pressestelle des Kreises hatte eine Anfrage unserer Redaktion, ob denn der neue Grenzwert nicht dazu führen könnte, dass weniger getestet würde, bereits am Donnerstag beantwortet. Nein. Denn das Gesundheitsamt habe die Gesundheit der Menschen im Blick. „Also wird weitergetestet.“

Lesen Sie jetzt