Die meisten Stadtwerke-Müllfahrzeuge sind sogenannte Seitenlader mit automatischem Greifarm und Ein-Mann-Besatzung. Punktuell gibt es aber auch Hecklader, bei denen zwei zusätzliche Mitarbeiter die Tonnen von Hand zum Fahrzeug und wieder an den Straßenrand bringen. © Jessica Hauck (Archiv)
Müllabfuhr

Zu dritt unterwegs: Gibt es in Selm eine Renaissance der Müllmänner?

Normalerweise bewältigt ein Mann im Müllfahrzeug allein die Tour zur Abfuhr der Mülltonnen. Läuft ja alles automatisch. Aber dann und wann bekommt der Fahrer auch Unterstützung.

Man hört es schon von weitem: Piep-piep-piep. Das Signal des Müllfahrzeugs beim Rückwärtsfahren gehört zum Alltag in Selm, wenn Bio-, Restmüll-, Wertstoff- oder Papiertonne abgefahren werden. Dann wissen die Selmer: Jetzt kommt gleich das Müllfahrzeug, nur mit dem Fahrer besetzt, und dann holt sich der automatische Greifer die entsprechende Tonne und kippt ihren Inhalt in den Bauch des Fahrzeugs.

Am Mittwoch, 8. Juli, morgens war es aber anders. Irgendwie. Da fuhr durch die Straßen der Altstadt ein Stadtwerke-Fahrzeug, an dessen Heck zwei Männer standen und nach und nach per Hand die Biomülltonnen an die offene Schütte des Hecks klemmten, entleerten, bei Bedarf nachrüttelten, falls wo was in der Tonne feststeckte, und den Behälter dann wieder an den Straßenrand stellten.

Dem einen oder anderen mögen Bilder aus vergangenen Tagen hochgekommen sein, als es noch üblich war, dass Müllmänner per Muskelkraft die Tonnen bewegten und noch kein automatischer Greifarm ihren Job erledigte.

Das hat uns interessiert und die Redaktion hat bei Stadtsprecher Malte Woesmann nachgefragt, ob diese Art von Einsatz jetzt neu bei den Stadtwerken ist.

Der Einsatz von Heckladern, besetzt mit einem Fahrer und ein bis zwei Ladern, sei keine Neuheit, antwortet Woesmann. „Hecklader werden vielerorts eingesetzt, insbesondere in Städten mit vielen engen Straßen oder auch in Innenstadtbereichen. Viele Kommunen nutzen ausschließlich Hecklader-Fahrzeuge zur Abfallsammlung.“

Hecklader kommen ausnahmsweise zum Müllabfuhr-Einsatz

Und zu welchen Gelegenheiten werden diese Besatzungen bei den Stadtwerken eingesetzt? „Die Stadtwerke Selm setzen seit jeher Hecklader für die Sperrmüllabholung oder die Leerung von größeren Abfallbehältern (1.100 Liter) ein. In Ausnahmefällen unterstützen die Hecklader die Seitenlader-Fahrer bei der kommunalen Müllgefäßleerung“, teilt der Stadtsprecher dazu mit. Auch bei Sonderaktionen wie der Tannenbaumabfuhr werden sie eingesetzt.

Also erleben wir gerade keine Renaissance der Müllmänner? Die Antwort des Stadtsprechers: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Entsorgungsbereiches waren, sind und bleiben für die Gewährleistung einer gut funktionierenden Müllabfuhr absolut essenziell.“

Schwerpunkt bei der Seitenladertechnik

Als Lader auf dem Heckladefahrzeug zu arbeiten, sieht nicht gerade ungefährlich aus, oder? „Die Hecklader-Fahrzeuge werden von erfahrenen Stadtwerke-Mitarbeitern geführt, die über die notwendigen Qualifikationen und Schulungen sowie die erforderliche Ortskenntnis im Stadtgebiet verfügen. Auch bei den Ladern handelt es sich um entsprechend unterwiesene Mitarbeiter.“

Der klare Schwerpunkt liege in Selm auf dem Einsatz der Seitenladertechnik. „Bei den Stadtwerken sind aktuell sieben Seitenlader-Fahrzeuge mit Ein-Mann-Besetzung und zwei Hecklader-Fahrzeuge im Einsatz“, erklärt der Stadtsprecher.

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Arndt Brede

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