Etwa 70 Kinder kletterten den alten St. Josefs Turm in Selm herauf. © Jura Weitzel
Kletterturm

Zwölf Meter hoch: Selmer Kinder klettern St.-Josefsturm hoch

70 Kinder, die bis zu zwölf Meter in die Höhe klettern. Das stand am Samstag für die Kommunionkinder der St.-Ludger-Gemeinde in Selm an. Eine religiöse Erfahrung der besonderen Art.

Einen Kirchturm kennen die Kommunionkinder der St.-Ludger-Kirchengemeinde in Selm bereits. Doch den Kirchturm empor zu steigen, das dürfte für sie etwas Neues gewesen zu sein.

Selm hat vor etwa zwei Jahren den alten Kirchturm der St. Josefskirche in einen Kletterturm verwandelt. Vier Routen gibt es hier: grün, rot, gelb, blau. Mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

70 Kommunionkinder klettern bis zu 12 Meter hoch

An Samstag (19. Juni) sind es 70 der 90 Kommunionkinder der Gemeinde, die sich für das Klettern angemeldet haben. Das gehört zu ihrem Kommunionsvorbereitungskurs. Bis zu zwölf Meter geht es in die Höhe. Gewissermaßen klettern die Kinder Gott entgegen, erklärt Pastoralreferentin Nicole Thien. „Sie erfahren dabei, dass sie von Gott in jeder Situation gehalten werden“, erklärt die Pastoralreferentin. „Ein tolles Erlebnis den Glauben auf andere Art und Weise zu erfahren“, erläutert Thien.

Til Pauckner aus Bork ist das erste Mal hochgeklettert und hat es direkt bis nach oben geschafft.
Til Pauckner aus Bork ist das erste Mal hochgeklettert und hat es direkt bis nach oben geschafft. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Nach dem Klettern ist dann vor dem Reflektieren. Ramona Rietmann, die im Vorbereitungsteam für die Kommunionkinder ist, kümmert sich um die Katechese. Das bedeutet: Nach dem Klettern werden die Kinder es sich in einem Sitzkreis gemütlich machen und über das Erlebte sprechen. „Ich werde die Kinder fragen, wie sie sich gefühlt haben, dort hochzuklettern und sich dabei von jemandem sichern zu lassen. Und wem sie zum Beispiel in ihrer Familie vertrauen“, erklärt Ramona Rietmann das weitere Vorgehen.

Kletterturm wurde 2019 durch TÜV abgenommen

Für den Turm selbst war die Kletteraktion keine Premiere. „Der Turm wird von den Jugendgruppen hier genutzt“, erklärt Nicole Thien. Wegen Corona natürlich weniger, als noch vor der Pandemie üblich. Dabei verfügen einige Gruppenleiter über einen Kletterschein, sodass das Überwachen der Kletteraktionen von Gemeindemitgliedern selbst erfolgen kann.

Ramona Rietmann hat nach dem Klettern mit den Kindern das Erlebte revue passieren lassen.
Ramona Rietmann hat nach dem Klettern mit den Kindern das Erlebte revue passieren lassen. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Im Sommer 2019 war der Turm durch den TÜV abgenommen worden. Bis zu 600 Kilo Belastung wurden damals getestet. Die St.-Josef-Kirche selbst war im November 2016 nach 92-jährigem Bestehen abgerissen worden, einzig der Turm war erhalten geblieben. Schon damals hatte Claus Themann, der leitende Pfarrer der St.-Ludger-Gemeinde die Idee ins Spiel gebracht, den alten Kirchturm in einen Kletterturm zu verwandeln.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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