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Aus eigener Kraft in eine neue Zukunft

Region Zukunft

Die „Aktive Mitte“ soll schon bald das Herzstück der Stadt Selm werden. Noch steht das Meiste nicht. Doch mit seinen Projektideen will Selm attraktiv für Unternehmen und Familien werden.

29.10.2019, 10:41 Uhr / Lesedauer: 3 min
Aus eigener Kraft in eine neue Zukunft

Wenn alles fertig ist, dann wird der Rodelhügel im Selmer Auenpark bald so aussehen. © Grafik: nts Ingenieursgesellschaft

Die Stadt der Zukunft? Viele denken da an eine Stadt, die grün, modern, attraktiv für viele junge Familien ist und zudem reichlich Erholungsmöglichkeiten bietet. So dachten auch die Selmer Bürger. Denn die Stadt mit 27.000 Einwohnern auf der Schwelle zwischen Münsterland und Ruhrgebiet erfindet sich aktuell neu.

Bergbaustadt ohne Bergbau

Die Stadt will endlich ihr Image als gescheiterte Bergbaustadt und die daran geknüpften finanziellen und sozialen Sorgen abwerfen. Denn als 1926 die Zeche Hermann nach gerade einmal zwanzig Jahren wieder schloss, verloren viele tausend Bergarbeiter ihre Arbeit.

Es kam zu einer schlimmen wirtschaftlichen Notlage, die Selm als die Bergbaustadt ohne Bergbau bekannt machte. Denn die Familien der Bergleute wohnten noch in der Zechensiedlung. Die Männer aber suchten nach Arbeit außerhalb der Stadt.

Innovation und Investitionen

Heute – fast 100 Jahre später – befreit Selm sich aus eigener Kraft aus diesen Fängen, mit Innovation und Investitionen. Denn wenn man heute durch Selm fährt, merkt man: Hier wird gebaut, hier bewegt sich was. Die sogenannte „Aktive Mitte“ auf einer 15 Hektar großen Fläche mitten in der Stadt nimmt Form an und verspricht viel.

Erholung und Natur, gleichzeitig Platz für Familien und viele neue Wohnungen. Außerdem soll die neue Mitte in Selm ein Ort des Treffpunkts werden, vor allem für die Jugend. Doch auch das Gewerbe und die Kultur kommen nicht zu kurz. Die neue Selmer Mitte soll für alle Generationen da sein. Doch wie sieht sie nun aus, die Selmer Zukunftsvision?

Aus eigener Kraft in eine neue Zukunft

Im August 2019 stehen die vier Gebäude der WBG bereits. Der Bauverein hat gerade mit den Bauarbeiten begonnen. © Foto Sylvia vom Hofe

Auf insgesamt sechs Hektar wird sich bald der Auenpark erschließen. Hier soll eine große Erholungsfläche für alle entstehen. Es gibt Spielplätze für Groß und Klein, mit zum Beispiel einem elf Meter hohen Rutschenturm oder einem Wasserspielplatz. Gleichzeitig gibt es für Senioren auch Trimm-Dich-Geräte, die das Gleichgewicht schulen sollen.

Der Selmer Bach floss bisher technisch verbaut und unscheinbar durch Selm. Nun soll er renaturiert und freigelegt werden.

Aus eigener Kraft in eine neue Zukunft

© Goldstein

Eine weitere Idee, die anfangs viele überraschte: Ein Rodelhügel soll her. Der 10-Meter hohe Hügel ist schon jetzt Landmarke und Aussichtspunkt im Auenpark. Die Idee dahinter: Durch den Rodelhügel musste die überflüssige Erde von den Bauarbeiten nicht teuer entsorgt werden. Und noch etwas ist im künftigen Auenpark innovativ: die Parklaternen. Statt nur Licht zu spenden, überwachen sie gleichzeitig mit Videokameras das Gelände und dank ihnen gibt es im ganzen Gebiet sogar kostenloses WLAN.

Attraktiv für Familien

Andernorts sind Wohnungen Mangelware. In der neuen Selmer Mitte entstehen am Campus Platz aber bald 104 Wohnungen. Zusätzlich gibt es direkt am Auenpark ein neues Wohnbaugebiet, wo von einzelnen Wohnungen bis zu exklusiven Stadtvillen alles gebaut wird. Durch die vielen Spielplätze im Auenpark sollen so vor allem Familien und junge Menschen angezogen werden.

Raum für Gewerbe und Kultur

Direkt am Eingang zur Neuen Mitte steht das Haus der Wirtschaft. Der erste Spatenstich ist schon gesetzt, bald wird hier also einiges los sein. Nicht nur die Sparkasse wird hier der Hauptmieter sein. Auch ein Pflegedienst zieht in das Haus ein und bietet zwei Wohngruppen für Senioren an. Im Erdgeschoss soll sich eine Gastronomie ansiedeln.

Die Burg Botzlar als Wahrzeichen der Stadt Selm wird zu einem modernen Bürgerzentrum umgeformt. Und in einem Pavillon im Auenpark soll es das gesamte Jahr über wechselnde Kunstausstellungen geben. Das Miteinander und die Kultur werden also gefördert.

Ein Ort der Jugend

Besonders die Selmer Jugend kann sich schon auf das Ergebnis der Selmer Mitte freuen. Das Jugendzentrum Sunshine wurde komplett saniert und bietet den Jugendlichen einen Treffpunkt auf dem Campus. Dort sind außerdem die Sportanlagen und ein nagelneuer Skatepark.

Der Campus ist auch perfekt geeignet für Großveranstaltungen. Beim Selmer Stadtfest im vergangenen Jahr haben hier schon Culcha Candela gespielt.

Und apropos Großveranstaltungen: Die Dreifachturnhalle der beiden nahegelegenen Schulen wird ausgebaut und soll auch großen Konzerten, Konferenzen und Partys in der Stadt dienen. Hinzu kommen noch eine nagelneue Zweifachturnhalle und ein BMX-Park, der von vielen Bikern schon sehnsüchtig entgegengefiebert wird. Durch den Pumptrack, einen 30 mal 50 Meter großer Rundparcours, können die BMX-Nachwuchsfahrer Geschwindigkeit aufbauen, ohne in das Pedal treten zu müssen.

Selm traut sich was

Die Ideen der Städteplaner sind groß und vielfältig. Ob die Zukunftsvision hält, was sie verspricht, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Fest steht aber: Selm traut sich was, wird vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan. Und rückt so der Zukunft immer näher.