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387.000 Menschen aus Westfalen-Lippe leiden an der chronischen Lungenkrankheit COPD

Wenn atmen schwerfällt

Atemnot, Husten und Auswurf. Das sind die typischen ‚AHA‘- Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Wichtigster Risikofaktor ist das Rauchen.

27.05.2021, 07:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neben Rauchen können auch Luftschadstoffe wie eine Feinstaubbelastung die Lungen belasten und zur Entstehung einer COPD beitragen.

Neben Rauchen können auch Luftschadstoffe wie eine Feinstaubbelastung die Lungen belasten und zur Entstehung einer COPD beitragen. © AOK/hfr.

In Westfalen-Lippe leben rund 387.000 COPD-Patienten im Alter ab 40 Jahren. Das entspricht 8,3 Prozent der Bevölkerung. Deutschlandweit liegt der Anteil bei 7,1 Prozent. Doch die Krankheit verteilt sich in der Region nicht überall gleich: Während in der Stadt Münster nur 5,24 Prozent der Einwohner eine vom Arzt diagnostizierte COPD hatten, lag der Anteil in der Stadt Gelsenkirchen bei 12,14 Prozent, in Dortmund bei 8,98 Prozent.

„Ein wichtiges Ziel bei der Versorgung von COPD-Erkrankten ist neben dem Rauchverzicht ein optimales Krankheitsmanagement der Betroffenen und eine gute strukturierte medizinische Versorgung“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST. Dabei hilft die AOK ihren Versicherten mit dem Disease-Management-Programm (DMP) ‚AOK-Curaplan‘ und weiteren besonderen Angeboten. „Ziel muss es ein, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Leistungsfähigkeit der Betroffenen so lang wie möglich zu erhalten“, sagt Ackermann.

Krankheitshäufigkeit

Die Krankheitshäufigkeit einer COPD steigt ab dem 40. Lebensjahr mit zunehmendem Alter deutlich an. Bereits im Alter von 60 Jahren liegt in Westfalen-Lippe eine hohe COPD-Betroffenheit mit zehn Prozent der Männer und 7,8 Prozent der Frauen vor. Ihren Höhepunkt erreicht die Krankheit in der Altersgruppe der 80- bis 84-jährigen. Hier waren 18,5 Prozent der Männer und 12,5 Prozent der Frauen betroffen.

Risikofaktor Rauchen

Der AOK-Gesundheitsatlas zeigt auch, dass in vielen Regionen mit einem hohen Anteil der Rauchenden auch die COPD-Häufigkeit besonders ausgeprägt ist. Das Rauchverhalten der Bevölkerung ab 15 Jahren wurde dafür in fünf gleich große Kategorien (Quintile) eingeteilt. Das Ergebnis: In der Stufe vier mit einem überdurchschnittlichen Raucheranteil liegt die Stadt Dortmund. Und in der Stufe fünf mit dem höchsten Raucheranteil liegen Bochum, Gelsenkirchen, Hamm, Herford, Herne, Recklinghausen und Unna.

Coronavirus

Gefährdet werden COPD-Patienten aktuell auch durch das Coronavirus. „Nach ersten Erkenntnissen wird davon ausgegangen, dass COPD-Patienten im Falle einer Infektion ein moderat erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben. Auch das Risiko für eine Krankenhausaufnahme ist leicht erhöht. Die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung, der Gabe von Sauerstoff oder einer invasiven Beatmung war bei Vorliegen einer COPD etwa doppelt so hoch. „Deshalb gehören COPD-Patienten auch zu den Risikopersonen, die bevorzugt geimpft werden sollen“, so Ackermann.

Prävention

Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung und Entwicklung einer COPD stellt das Tabakrauchen dar. Die Prävention ist daher insgesamt die wichtigste Strategie zur Vermeidung zukünftiger COPD-Erkrankungen.

„Rauchverzicht ist die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung der COPD“, sagt Tom Ackermann, Vorstandschef der AOK NORDWEST. Auf dem Weg zum Nichtrauchen unterstützt die AOK NORDWEST ihre Versicherten mit zahlreichen kostenfreien Angeboten. Dazu gehören persönliche oder digitale Angebote zum Rauchstopp im AOK-Kursprogramm, das AOK-Expertenforum ‚Nichtrauchen online‘ oder die Aktion ‚Be Smart - Don’t Start‘ für rauchfreie Schulklassen.

Mortalität

In den letzten Jahren ist ein Rückgang der Anzahl der Raucher zu verzeichnen, in der Gruppe der jungen Erwachsenen ist dies besonders ausgeprägt. Jedoch ist aufgrund des relativ hohen Raucheranteils bei älteren Personen in Verbindung mit einer Alterung der Gesellschaft damit zu rechnen, dass die COPD-Prävalenz in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau bleiben oder sogar leicht steigen wird.

„Ein wichtiges Ziel bei der Versorgung von COPD-Erkrankten ist neben dem Rauchverzicht ein optimales Krankheitsmanagement der Betroffenen und eine gute strukturierte medizinische Versorgung“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.