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Damit Antibiotika auch morgen noch wirken

Informationskampagne

Weltweit verdanken ihnen Millionen Menschen ihr Leben: Antibiotika. Doch aufgrund übermäßiger und oft falscher Verwendung bilden sich immer mehr antibiotikaresistente Bakterienstämme.

01.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Damit Antibiotika auch morgen noch wirken

Grippeviren dringen durch Tröpfcheninfektion über die Schleimhäute von Mund, Augen oder Nase in den menschlichen Körper ein. Bei Viren hilft aber kein Antibiotikum. © AOK/hfr.

Damit Antibiotika auch morgen noch wirken, haben wir gemeinsam mit unseren Partnern die Kampagne ‚Rationale Antibiotikaversorgung in Nordrhein-Westfalen‘ initiiert“, sagt AOK-Chef Tom Ackermann. Sie soll die Bevölkerung für den sachgerechten Umgang mit den lebenswichtigen Medikamenten sensibilisieren und eine indikationsgemäße Verschreibung durch die Ärzte fördern. Denn in Nordrhein-Westfalen liegen die Antibiotika-Verordnungen durchschnittlich rund zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

„Antibiotika gehören zu den schärfsten Schwertern der Menschheit im Kampf gegen Infektionskrankheiten“, betont Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Durch ihren Einsatz können Erkrankungen behandelt werden, die ohne ihre Anwendung deutlich schwerer, häufig sogar tödlich verlaufen.“ Bei unsachgemäßem Einsatz von Antibiotika werde jedoch die Entstehung von resistenten Bakterien beschleunigt. „Damit verliert die Medizin ihre therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen – das Schwert droht stumpf zu werden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein zurückhaltender und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich“, fordert Laumann. So wirken Antibiotika zum Beispiel in den seltensten Fällen gegen Erkältungskrankheiten: Sie werden zu 90 Prozent durch Viren ausgelöst, Antibiotika wirken dagegen nur gegen Bakterien.

„Ziel unserer gemeinsamen Kampagne ist es, die Gesundheitskompetenz der Menschen in Nordrhein-Westfalen zu stärken. Wir möchten sie über den sinnvollen Einsatz von Antibiotika aufklären und für einen sorgsamen Umgang damit sensibilisieren“, so Tom Ackermann. Mit der groß angelegten Initiative werden die Menschen in Nordrhein-Westfalen flächendeckend über das Thema Antibiotika informiert.

Höhepunkt ist eine Aktionswoche vom 10. bis zum 15. Februar nächsten Jahres mit zahlreichen zusätzlichen Aktivitäten. Dazu gehören Patientenveranstaltungen, konkrete Beratungsangebote der Kooperationspartner vor Ort, Informationsstände, Telefonaktionen oder Social-Media-Aktivitäten.

Die Kampagne unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) in Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen, Ärzten, Apotheken, der Krankenhausgesellschaft so-wie der Landesbehinderten- und Patientenbeauftragten in NRW möchte damit zu mehr Patientensicherheit beitragen.