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MRSA-Infektionen in NRW rückläufig

Multiresistente Krankenhauskeime

In NRW hat sich die Anzahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten MRSA-Infektionen in den letzten fünf Jahren halbiert. Konsequente Maßnahmen sind weiterhin erforderlich.

11.02.2020, 19:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Multiresistente Bakterien können zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die nicht leicht zu behandeln sind. Besonders gefährdet sind vorerkrankte Menschen, aber auch Ältere und Neugeborene.

Multiresistente Bakterien können zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die nicht leicht zu behandeln sind. Besonders gefährdet sind vorerkrankte Menschen, aber auch Ältere und Neugeborene. © AOK/hfr.

MRSA ist die Abkürzung für „Methicillin resistenter Staphylococcus aureus“ und ist bekannt als einer der multiresistenten Krankenhauskeime. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 575 Infektionsfälle gemeldet, in 2015 waren es noch 1146. Das belegen aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin.

„Auch wenn die Tendenz rückläufig ist, möchten wir mit unserer gemeinsamen Kampagne ‚Rationale Antibiotikaversorgung in Nordrhein-Westfalen‘ alle Akteure bestärken, den eingeschlagenen Weg zur Bekämpfung von Resistenzen konsequent fortzuführen“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann, Initiator der landesweiten Kampagne von Gesundheitsministerium, den gesetzlichen Krankenkassen, Ärzten, Apotheken, der Krankenhausgesellschaft sowie der Landesbehinderten- und Patientenbeauftragten NRW.

Zunehmend größere Sorgen als die bekannten MRSA-Erreger bereitet Hygieneexperten die steigende Verbreitung sogenannter multiresistenter gram-negativer Bakterien (MRGN). Denn sie können ebenso zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die nicht leicht zu behandeln sind. Besonders gefährdet sind vorerkrankte Menschen, aber auch Ältere und Neugeborene.

„Oberstes Ziel in unseren Krankenhäusern ist es, neben der weiteren Reduzierung der MRSA-Erreger, insbesondere die Weiterverbreitung von multiresistenten gram-negativen Bakterien (MRGN) auf andere Menschen zu verhindern. Die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser ergreifen zahlreiche Maßnahmen, um hohe Hygienestandards für die Patienten zu gewährleisten“, sagt Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen. „Desinfektionsspender befinden sich in allen Bereichen des Krankenhauses. Wer informiert ist und die eigene Händehygiene pflegt, leistet mit geringem Aufwand einen großen Beitrag zum Gesundheitsschutz aller“, so Brink.

Neben einer effektiven Infektionskontrolle und -prävention ist ein gemäßigter Einsatz von Antibiotika ein entscheidender Faktor, um Resistenzen zu vermeiden. Auch die Ärzteschaft ist sich ihrer besonderen Verantwortung beim Thema Antibiotika bewusst. „Eine zurückhaltende Verordnung von Antibiotika ist wichtig, um die Ent-wicklung von Resistenzen zu vermeiden“, sagt Dr. Volker Schrage, 2. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

Aber auch Patienten können dazu beitragen, Resistenzentwicklungen aufzuhalten, indem sie die Einnahmehinweise zu den Zeitabständen und zur Dauer der Medikation genau beachten.

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