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Süß, süßer, Frühstück

Kindercerealien

Frühstückscerealien in Deutschland sind vor allem eines: völlig überzuckert. Besonders Kinderprodukte sind betroffen.

10.06.2020, 06:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viel zu viel Zucker: Bei den speziell an Kinder gerichteten Müslis, Cornflakes und Co. überschreiten 99 Prozent beim Zuckergehalt die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Viel zu viel Zucker: Bei den speziell an Kinder gerichteten Müslis, Cornflakes und Co. überschreiten 99 Prozent beim Zuckergehalt die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). © AOK/hfr.

Bei den speziell an Kinder gerichteten Müslis, Cornflakes und Co. überschreiten 99 Prozent beim Zuckergehalt die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dieser Richtwert liegt bei 15 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die die AOK in Auftrag gegeben hat.

Die Forscher nahmen hierfür das Kaufverhalten von 30.000 Haushalten in Deutschland unter die Lupe und werteten den Zuckergehalt von über 1400 Produkten aus.

Die Studie zeigt auch, dass überzuckerte Kindercerealien 39 Prozent der insgesamt von Familien gekauften Frühstückscerealien ausmachen – diese Menge ist damit doppelt so hoch wie bei Haushalten ohne Kinder.

Süß, süßer, Frühstück

© aok

„Zuckergehalt ist erschreckend hoch“

„Der Zuckergehalt in Frühstückscerealien ist erschreckend hoch, speziell in Kinderprodukten“, sagt AOK-Chef Tom Ackermann und sieht angesichts dieser Ergebnisse raschen Handlungsbedarf: „Wir müssen den Zuckergehalt in Frühstückscerealien, Fertigprodukten und Softdrinks dringend reduzieren, um die jüngere Generation vor Adipositas und anderen ernährungsbedingten Krankheiten zu schützen.“

Das Ziel solle es sein, dass die Geschmackspräferenz ‚süß‘ sich nicht an Zucker oder Zuckerersatzstoffen festmacht. Durch eine kontinuierliche Reduktion des Zuckergehalts, werde sich auch das Geschmacksempfinden auf ‚weniger süß‘ umstellen. „Was wir brauchen, sind wirksamere und vor allem entsprechend der WHO-Empfehlung verpflichtende Reduktionsziele wie die schrittweise Reduzierung auf 15 Gramm Zucker pro 100 Gramm – und das nicht nur für Kindercerealien, sondern für das gesamte Segment“, so Ackermann.

Weitreichende Folgen

Der hohe Zuckerkonsum hat weitreichende Folgen für die Gesundheit. Zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel enthalten kaum wichtige Vitamine und Mineralstoffe, sind sehr kalorienreich, sättigen aber kaum, sondern verursachen sogar schnell neuen Hunger. So sind mittlerweile jeder zweite Erwachsene und jedes sechste Kind übergewichtig.

Da Übergewicht ein entscheidender Risikofaktor für Diabetes, Bluthochdruck und Kreislauferkrankungen ist, spielt die Verringerung des hohen Zuckerkonsums eine maßgebliche Rolle.

Neben einer verbindlichen Reduktionsstrategie müsse es auch ein konkretes Verbot von Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel geben, damit Familien ungesunden Produkten künftig widerstehen können und sich nicht von Comicfiguren oder anderen Goodies in den Verpackungen sowie im TV und Internet zum Kauf verleiten lassen, so Ackermann.

So lassen sich Zuckerfallen vermeiden

  • Guter Start in den Tag mit selbst gemachtem Müsli aus kernigen Haferflocken, frischem Obst oder Trockenobst.
  • Süßigkeiten, Fertigprodukte und Fast Food nur ab und zu und in Maßen.
  • Gesunde Durstlöscher sind Wasser, Kräuter- und Früchtetees sowie stark mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte.
  • Möglichst oft selbst kochen, und zwar mit frischen, unverarbeiteten Zutaten.
  • Statt fertige Salatsoßen zu kaufen kann man Dressing aus Essig und Öl oder aus Naturjoghurt und frischen Kräutern selbst machen.
  • Auf die Zutatenlisten achten.