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Noch engere Bindung

Brezelgesellschaft Kirchhellen 1883

Kirchhellen. Ein Grußwort des Brezelkönigspaares Egbert Schnieder und Beate Möhlen.

03.09.2020, 16:54 Uhr / Lesedauer: 3 min
Das Brezel- und das Schützenkönigspaar grüßen das Schützenvolk

Das Brezel- und das Schützenkönigspaar grüßen das Schützenvolk © Privat

Das Brezelfest der Brezelgesellschaft Kirchhellen 1883 findet nicht statt. Ein Grußwort von König Egbert Schnieder und Königin Beate Möhlen:

Liebe Kirchhellener, liebe Brezelbrüder und -schwestern, eine ereignisreiche dreijährige Amtszeit für uns als Königspaar der Brezelgesellschaft Kirchhellen 1883 neigt sich eigentlich dem Ende zu. Sehr gerne erinnern wir uns an all die vielen schönen Stunden, die wir in dieser Zeit zusammen mit Euch verbracht haben.

Durch die Coronakrise und die vielen dadurch bedingten Präventionsmaßnahmen und andere Folgen der Pandemie musste das Brezelfest in diesem Jahr leider abgesagt werden. Damit hatte niemand im Vorfeld gerechnet.

Das müssen wir allerdings alle akzeptieren und ist aus gesundheitlicher Sicht genau die richtige Entscheidung. Wir müssen nun das Beste draus machen. Seht es einfach auch als Chance. Durch die Verschiebung und das damit verbundene Warten kann die „Bindung“ an unser einmaliges Brezelfest sogar noch enger werden als sie es eh schon ist.

Gemeinsam mit Euch gehen wir also nun in die Verlängerung und hoffen, dass wir alle, liebe Brezelschwestern und Brezelbrüder, diese ungewöhnliche Zeit überstehen und unser weit über Kirchhellen hinaus bekanntes Fest im Jahr 2021 feiern können. Und zwar mit allen Generationen. So wie es sein soll und es sich gehört.

Ein herzlicher Dank gilt bereits heute dem Vorstand, Geschäftspartnern und allen Mitwirkenden, die rund um das Fest tätig sind, für die zurückliegende, aber auch kommende Zeit. Gemeinsam schaffen wir das. Davon sind wir fest überzeugt.

Lasst Euch nicht unterkriegen und bleibt bitte alle gesund!

Ein dreifach kräftiges Gut Wurf!

Euer Brezelkönigspaar

Ecki und Beate

Brezelkönig Egbert Schnieder und seine Brezelkönigin Beate Möhlen mit Bär und Bärenleier auf dem Brezelfest 2017.

Brezelkönig Egbert Schnieder und seine Brezelkönigin Beate Möhlen mit Bär und Bärenleier auf dem Brezelfest 2017. © Privat

So freute sich König Egbert Schnieder nach dem Königswurf.

So freute sich König Egbert Schnieder nach dem Königswurf. © Privat

Die Karnevalisten hatten noch Glück, ihre Umzüge fanden vor den Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus statt. Doch an die vielen Schützen- und Brauchtumsfeste im Sommer ist nicht zu denken. Das ist eine bittere Nachricht auch für die Kirchhellener Brezelgesellschaft. Im Interview erläutern Brezelkönig Egbert Schnieder, Brezelkönigin Beate Möhlen und Brezeldirektor Heiner Schenke ihre Gedanken zur aktuellen Situation und blicken zurück auf das Brezelfest 2017.

Das Brezelfest 2020 fällt aus. Wie nehmen Sie die Stimmung unter den Brezelbrüdern wahr?

Egbert Schnieder: Das ist eine Mischung aus Traurigkeit und der Einsicht, dass es nicht anders geht und wir vernünftig sein müssen. Brauchtum ist Herzenssache und lebt von der persönlichen Begegnung. Da schmerzt es natürlich sehr, wenn das Miteinander durch die Corona-Krise und die notwendigen Beschränkungen gestört ist. Aber meine Brezelbrüder und ich sind da einer Meinung: Die Absage ist aus gesundheitlicher Sicht die richtige Entscheidung.

Kümmert sich die Brezelgesellschaft jetzt um Ersatzveranstaltungen oder nimmt sie dieses Jahr als bewusste Pause wahr?

Egbert Schnieder: In Bezug auf das traditionelle Brezelfest und alle Rahmenveranstaltungen davor und danach stellt dieses Jahr tatsächlich eine Pause dar. Aber dann feiern wir halt nächstes Jahr. Darauf freue ich mich schon. Bruderschaft und Brezelwesen sind mehr als fröhliches Feiern. Das Miteinander ist wesentlich für den Zusammenhalt. Und dieser Zusammenhalt ist weiterhin da. Das wurde deutlich als vor einigen Wochen der Brezelfilm vom Fest 2017 im Autokino gezeigt wurde. Über 300 Autos mit rund 1.000 Zuschauern kamen zum Autokino am Movie Park.

Beate Möhlen: Ich als Königin und Egbert als König sind von Auto zu Auto gegangen und haben Brezeln verteilt. Dies war neben der Gründungsversammlung im Februar einer der Höhepunkte in diesem Jahr.

Rund 1000 Zuschauer sahen sich vor wenigen Wochen den Brezelfilm vom Fest 2017 im Autokino an.

Rund 1000 Zuschauer sahen sich vor wenigen Wochen den Brezelfilm vom Fest 2017 im Autokino an. © Privat

Was bedeutet der Ausfall für das Brauchtum?

Heiner Schenke: Wenn der Zusammenhalt groß ist und die Gemeinschaft innere Stärke besitzt, kann der Ausfall des Brezelfestes sogar dazu dienen, dass man sich der Werte und Traditionen etwas mehr bewusst wird. Der „Vermissens-Faktor“ drückt eine Bindung aus: Wenn ein ganzer Ort merkt, wie schade es ist, dass es dieses Jahr kein Brezelfest gibt, dann stärkt das das Brauchtum. Dann freut man sich umso mehr auf das nächste Jahr und es wird klar, was das Wichtige an diesem Fest ist: Nicht das Bier an der Theke, sondern das Miteinander.

Nun zurück zum Brezelfest 2017. War der Wurf, der den Brezel herunterholt, geplant oder sind Sie eher zufällig Brezelkönig geworden?

Egbert Schnieder: König zu werden war zumindest nicht langfristig geplant. Ich dachte einfach, ich mache mal mit und habe Spaß. Aber während des Wettstreits keimte der Ehrgeiz in mir auf und ich wollte unbedingt gemeinsam mit meiner Truppe den Brezel herunterholen. Als es dann soweit war, konnte ich es kaum fassen und war einfach nur glücklich.

Beate Möhlen (schmunzelnd): Bis zum Schluss habe ich nicht daran geglaubt, dass sie treffen...

Welches sind die Höhepunkte ihrer bisherigen Amtszeit?

Beate Möhlen: Da fallen mir viele Veranstaltungen ein. Als der König mich zu seiner Königin ernannte, der Brezelausmarsch, der Besuch des Brezelfestes in Speyer, die Teilnahme am 100-jährigen Jubiläum der Holsterhausener Knüppeljungs, das Stutenkerlessen vor Weihnachten und vieles mehr. Es war eine schöne Zeit und wir hatten viel Spaß. Und diese tollen Erinnerungen kann uns auch Corona nicht nehmen. Ich habe keine Sekunde bereut Brezelkönigin zu sein. Im Gegenteil – ich bin stolz darauf.

Erlaubt die Satzung, dass der amtierende König beim nächsten Brezelfest noch einmal antritt und wären sie interessiert?

Egbert Schnieder: Der Kaisertitel wäre theoretisch möglich, aber ich trete nicht noch einmal an. Es gibt viele Brezelbrüder, die sich wünschen auch einmal König zu sein. Und ich gönne ihnen diese tolle Erfahrung von ganzem Herzen.

Die traditionelle Gründungsversammlung konnte im Februar 2020 noch stattfinden.

Die traditionelle Gründungsversammlung konnte im Februar 2020 noch stattfinden. © Privat

Die Brezel und die Stuten.

Die Brezel und die Stuten. © Privat

Der Major mit den Adjudanten.

Der Major mit den Adjudanten. © Privat

Die Brezelspaßplatzpatronen auf dem Brezelumzug 2017.

Die Brezelspaßplatzpatronen auf dem Brezelumzug 2017. © Privat

Die Gäste aus Speyer.

Die Gäste aus Speyer. © Privat

Die 2. Kompanie.

Die 2. Kompanie. © Privat

Mehr Informationen über die Brezelgesellschaft Kirchhellen 1883 gibt es auf der Website https://www.brezelfest.de/