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Schmerzen nach dem Laufen

Am Schienbein

Ein schmerzendes Schienbein, das plötzlich während des Sports auftritt, ist nicht immer eine Folge von Muskelkater. Die ziehenden Schmerzen, die viele Sportler kennen, können auch eine andere Ursache haben: das Schienbeinkantensyndrom, umgangssprachlich Shin Splints genannt.

09.09.2014, 16:41 Uhr / Lesedauer: 3 min
Viele Läufer haben Schmerzen im Schienbein. Wer sie bemerkt, sollte das Training sofort abbrechen.

Viele Läufer haben Schmerzen im Schienbein. Wer sie bemerkt, sollte das Training sofort abbrechen.

Weitere Verletzungen:
› Achillessehnen-Entzündung: Unter zu viel Druck zieht sich die Sehne fest zusammen. Das bewirkt, dass sie sich entzündet. Mit der Zeit kann sich ein Narbengewebe entwickeln, das weniger flexibel ist als die Sehne. Bei weiterer Belastung kann die Sehne reißen.
› Ermüdungsfraktur: Im Gegensatz zu einem Knochenbruch handelt es sich hierbei um die Folge einer lang andauernden Belastung des Knochens. Bei Läufern ist häufig der Mittelfußknochen betroffen. Es entstehen kleine Risse im Knochen, die irgendwann brechen.
› Runner’s Knee: Das „Läuferknie“, in der Fachsprache iliotibiales Bandsyndrom, kurz ITBS, hat vielfältige Ursachen: falsche Schuhe, unzureichendes Aufwärmen, Überbelastung oder zu schwache Beinmuskulatur.
› Plantar Fasciitis: Hier handelt es sich um eine Entzündung der Plantar fascia, einem faserartigen Bandgewebe auf der Unterseite des Fußes. Bekommt sie viel Druck, reißt die Plantarfaszie ein. Typisch sind Schmerzen an der Ferse.

Gerade Läufer sind oft davon betroffen. Vor allem, wenn im Frühjahr oder Herbst der Bodenbelag gewechselt wird, bei zu schneller Steigerung der Trainingsintensität oder nach einem Technikwechsel von Tempoläufen zum Intervalltraining kann der Schmerz im Schienbein auftreten. Aber auch bei Sprungsportarten kann das wiederholte Abspringen und Landen die Shin Splints hervorrufen. Ebenso Tanzen, Eiskunstlauf, Fußball oder Walking. Beim Schienbeinkantensyndrom handelt sich um eine Überreizung der Knochenhaut an der inneren oder vorderen Schienbeinkante. Vom leichten Ziehen im Schienbein bis hin zur Ablösung der Knochenhaut kann sich die Verletzung unterschiedlich heftig auswirken.

Das Schienbeinkantensyndrom ist die dritthäufigste Verletzung bei Sportlern, die laufen oder springen. Häufiger treten nur Probleme mit der Achillessehne und die sogenannten Ermüdungsfrakturen auf (Knochenbrüche durch Überbelastung). Gerade weil es zu den häufigsten Verletzungen gehört, sollte man dem Syndrom zeitnah vorbeugen. Es gibt kaum einen Läufer, der nicht zu irgendeinem Zeitpunkt in der Laufkarriere Shin Splints in irgendeiner Ausführung hatte. Neben den schon genannten Ursachen gehören unter anderem muskuläre Dysbalancen, falsche Laufschuhe, fehlerhafte Lauftechnik oder zu ausgeprägtes Laufen auf dem Vorfuß zu den Gründen für das Schienbeinkantensyndrom.

Um dem Schienbeinkantensyndrom vorzubeugen, sollte man seine Trainingsintensität um maximal zehn Prozent pro Woche steigern. Bislang wurde auch das Dehnen der Wadenmuskeln empfohlen, was sich jedoch nicht als vorbeugend erwiesen hat. Stattdessen raten Experten inzwischen häufiger zum Taping des Unterschenkels mit Kinesio-Tape oder funktionellem Tape. Wer öfter am Schienbeinkantensyndrom leidet, kann auf eine Sprunggelenksbandage zurückgreifen. So wird der Knöchel stabilisiert, was letztlich den Schienbeinmuskel entlastet. Da die Verletzung auch chronisch werden kann, gehört zu den wichtigsten Maßnahmen ein sofortiger Trainingsstopp beim ersten Auftreten der Schmerzen. Wer weiterläuft, riskiert die Verschlimmerung.

Beim Schienbeinkantensyndrom handelt es sich um eine Überreizung der Knochenhaut. Typische Symptome sind Schmerzen an der Innenfläche des Schienbeins. Dort beginnen die langen Fußmuskeln. Sind diese überlastet, kommt es zur schmerzhaften Reizung der Knochenhaut. Die Schmerzen treten häufig zu Beginn und dann erst wieder zum Ende der Belastung auf. Weiterhin besteht in der unteren Knochenhälfte des Schienbeins eine Druckempfindlichkeit entlang des Schafts, manchmal auch mit tastbaren Schwellungen. In der Regel ist der Schmerz so stark, dass die sportliche Betätigung unterbrochen werden muss. In der Ruhepause klingt der Schmerz ab, tritt jedoch mit erneuter Belastung schnell wieder auf – vor allem beim Abrollen des Fußes. Weiteres Symptom sind Schmerzen beim Strecken des Fußes.

Bei der Diagnose setzt der Arzt üblicherweise auf ein Gespräch mit dem Patienten sowie eine körperliche Untersuchung. Die Schmerzen bei Druck auf die Schienbein-Innenfläche sind so typisch, dass sie hilfreich bei der Diagnose sind. Weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder eine Kernspintomografie sind zumeist nicht nötig. Sie helfen lediglich, eine Stressfraktur des Schienbeins auszuschließen und werden auch nur dann angeordnet, wenn diese Möglichkeit besteht. Die Behandlung des Schienbeinkantensyndroms sieht in der akuten Phase eine Trainingspause von mindestens ein bis zwei Wochen vor – je nach Intensität der Knochenhautreizung. Manchmal kann es auch Wochen bis Monate dauern, bis der Betroffene wieder trainieren kann. Kühlende Umschläge mit Eis und entzündungshemmende Salben können helfen, die Heilung zu beschleunigen. Auch homöopathische Mittel wie Arnica oder Rhus toxicodendron unterstützen die Heilung. Aber auch Enzympräparate oder muskelentspannende Medikamente, sogenannte Muskelrelaxanzien können zum Einsatz kommen.

Ist das Schienbeinkantensyndrom bereits chronisch, kann auch eine Behandlung mit Wärme sinnvoll sein: Vor wie auch nach dem Training können Läufer feuchte Hitzeanwendungen durchführen. Geeignet dafür ist eine Wärmflasche, die in ein feuchtes Handtuch gewickelt wird. Das fördert die Durchblutung des Muskels. Generell gilt: Alle Faktoren, die zu den Shin Splints beigetragen haben, sollten so gut es geht beseitigt werden. Dazu gehört gegebenenfalls die Anpassung der Laufschuhe oder allgemein der Trainingsausrüstung. Wer nach den Schienbeinkantensyndrom wieder mit Sport beginnen möchte, sollte das Training langsam und stufenweise steigern. Der Wiedereinstieg solle erst dann erfolgen, wenn bei Belastung des Schienbeins keine Schmerzen bestehen und der Schmerz bei Druck auf die Schienbein-Innenfläche nicht mehr auftritt. Gerade zu Beginn sollte auf weichem Untergrund gelaufen werden. Später kann ein häufiger Wechsel des Untergrunds helfen, künftig ein Schienbeinkantensyndrom zu vermeiden – da der Muskel durch die Wechsel gestärkt wird.

Weitere Verletzungen:
› Achillessehnen-Entzündung: Unter zu viel Druck zieht sich die Sehne fest zusammen. Das bewirkt, dass sie sich entzündet. Mit der Zeit kann sich ein Narbengewebe entwickeln, das weniger flexibel ist als die Sehne. Bei weiterer Belastung kann die Sehne reißen.
› Ermüdungsfraktur: Im Gegensatz zu einem Knochenbruch handelt es sich hierbei um die Folge einer lang andauernden Belastung des Knochens. Bei Läufern ist häufig der Mittelfußknochen betroffen. Es entstehen kleine Risse im Knochen, die irgendwann brechen.
› Runner’s Knee: Das „Läuferknie“, in der Fachsprache iliotibiales Bandsyndrom, kurz ITBS, hat vielfältige Ursachen: falsche Schuhe, unzureichendes Aufwärmen, Überbelastung oder zu schwache Beinmuskulatur.
› Plantar Fasciitis: Hier handelt es sich um eine Entzündung der Plantar fascia, einem faserartigen Bandgewebe auf der Unterseite des Fußes. Bekommt sie viel Druck, reißt die Plantarfaszie ein. Typisch sind Schmerzen an der Ferse.