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Wann sind wir endlich da?

Reisen mit Kindern

Die nächsten Ferien beginnen bereits im Oktober, und viele Familien nutzen die zwei Wochen für einen kurzen Urlaub. Mit Kindern ist das eine besondere Herausforderung: Mit ein bisschen Vorbereitung kommen Eltern und Nachwuchs dennoch mit tollen Erlebnissen zurück – und ohne Blessuren.

09.09.2014, 14:58 Uhr / Lesedauer: 3 min
Damit Kinder auf Reisen gesund bleiben, müssen Eltern vorsorgen. Gerade in südlichen Ländern gehört ein ausreichender Sonnenschutz dazu.

Damit Kinder auf Reisen gesund bleiben, müssen Eltern vorsorgen. Gerade in südlichen Ländern gehört ein ausreichender Sonnenschutz dazu.

› Länderinformationen zum jeweils empfohlenen Impfschutz, zum Malaria-Risiko und Ratschläge zur Reiseapotheke gibt es beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin:  www.bnitm.de/reisenimpfen/laenderinformationen
› Was in eine kindgerechte Reiseapotheke reingehört, erfahren Eltern mit der Checkliste des Cen-trums für Reisemedizin:  www.crm.de/reiseapotheke/1007_Reiseapotheke_Kinder.pdf
› Unser Buchtipp für drei- bis fünfjährige Reisende: „Wir machen eine Reise!“ aus der Reihe „Was ist was mini“ (Tessloff Verlag, 7,95 Euro). Was gehört dazu, wenn Mama und Papa die Urlaubsfahrt vorbereiten? Was passiert alles auf der Autobahn? Realistische, warmherzige und witzige Illustrationen laden zum Entdecken und Weitererzählen ein.
› Kindgerechte Apps? Die gibt es, denn auch Kinder spielen gerne mit dem Smartphone:  www.familie.de/kind/apps-fuer-kinder-523182.html

Wer ganz früh am Morgen losfährt, hat zwei, drei Stunden, in denen auf den Straßen noch nicht viel los ist. Und wahrscheinlich schlafen die Kinder nochmals ein, wenn’s draußen dunkel ist und das Auto gemütlich brummt. Was bei einer solchen Urlaubsfahrt nicht fehlen sollte: Nackenkissen, Sonnenblenden, leckerer Proviant und vielleicht eine kleine Überraschung. Damit die Zeit im Auto schnell vergeht, ist so ziemlich alles erlaubt: Kuscheltiere, Fingertheater-Puppen, Malvorlagen, Puzzles, Hörspiele. Und wenn gar nichts mehr geht, werden die Lieblingsfilme oder -serien auf dem tragbaren DVD-Player, Laptop oder Tablet zum Laufen gebracht. Natürlich mit Kopfhörer, damit die anderen Passagiere ungestört bleiben. Alternativ gibt es auch einige kindergeeignete Spiele-Apps.

Gerade bei jungen Familien ist die bevorzugte Unterkunft häufig eine schön gelegene Ferienwohnung. Doch oft sind die Urlaubsquartiere unpassend eingerichtet. „Vermieter achten nicht auf Gefahrenquellen, die Eltern zu Hause längst routiniert vermeiden“, sagt Thomas Paufler, Unfallexperte bei der R+V Versicherung. Er rät, schon bei der Buchung nachzufragen, ob Unterkunft und Umgebung kindgerecht sind. Steht das Haus an einer viel befahrenen Straße? Gibt es in der Nähe ungesicherte Teiche? Auch die Einrichtung sollte kindersicher sein. Dazu gehören Sicherungen an Steckdosen oder Absperrungen vor Treppen. „Wenn dies fehlt, gehören, wenn möglich, Steckdosensicherungen und Klemmgitter ins Reisegepäck“, sagt Thomas Paufler.

Bei der Ankunft sollten Eltern vor allem auf instabile, scharfkantige Möbelstücke und elektrische Geräte achten. Regale müssen beispielsweise fest montiert, Hochbetten gut abgesichert, Kinderstühle standfest, Putzmittel weggeschlossen sein. Scharfe Kanten an Tischen, Heizkörpern und Fensterbänken lassen sich polstern. Völlig fehl am Platz sind schwere Truhen und Kisten mit Deckeln. Thomas Paufler: „Kinder können beim Spielen hineinklettern und darin ersticken.“ Klar, dass gefährliche Gegenstände generell aus der Reichweite der Kinder gehören. Das gilt auch für Kaffeemaschinen und andere elektrische Geräte. Eltern sollten nach dem Gebrauch den Stecker ziehen und die Geräte so platzieren, dass die Kleinen sie nicht erreichen.

Wenn doch ein Unfall passiert, ist schnelle Hilfe gefragt. Innerhalb der Europäischen Union gilt die einheitliche Notrufnummer 112. Darüber hinaus können sich Eltern auch vorab informieren, wo der nächste Arzt und das nächstgelegene Krankenhaus sind. Krankheiten nach Auslandsreisen treffen vor allem Kinder. Fast ein Drittel kommt nach einem Auslandsaufenthalt krank zurück; davon müssen etwa 14 Prozent im Krankenhaus versorgt werden, meldet das Gesundheits-Netzwerk GeoSentinel. „Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht voll entwickelt“, sagt Dr. Josef Geisz vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. „Je jünger die Kinder sind, desto weniger achten sie auf Hygiene und desto enger ist ihr Kontakt zu anderen. Deshalb haben Kinder ein höheres Ansteckungsrisiko als Erwachsene.“

Zu den häufigsten Infektionen gehören Durchfallerkrankungen. Während Cholera nur äußerst selten vorkommt, sind Brech-Durchfälle, die durch Rota- oder Noroviren ausgelöst werden, durchaus häufig. „Neben der Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Polio, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken (Varizellen) und Meningitis (Hirnhautentzündung) ist daher auch die Impfung gegen Rotaviren und Gelbsucht (Hepatitis A) in Erwägung zu ziehen“, rät Dr. Josef Geisz. Eltern können sich dazu von ihrem Kinderarzt beraten lassen. Das gilt ganz besonders, wenn eine Reise in die Tropen ansteht. Grundsätzlich aber sollten Säuglinge und Kleinkinder bis etwa fünf Jahre nur dann auf Tropenreisen mitgenommen werden, wenn es aus beruflichen oder familiären Gründen unumgänglich ist.

Vor Auslandsaufenthalten sollten Eltern Gesundheitsinformationen über ihr Zielland einholen. In Ländern mit mangelnden hygienischen Verhältnissen gibt es einige Grundregeln, die zu beachten sind: „Peel it, cook it or forget it“ („schälen, kochen oder liegenlassen“) ist eine Regel, die bei der Ernährung wichtig ist. Zum Zähneputzen am besten nur abgekochtes Wasser oder Mineralwasser verwenden. Auch Lebensmittel wie Salate oder Meeresfrüchte können mit verunreinigtem Wasser in Berührung gekommen sein. Darauf sollten Eltern achten und möglichst sichere Lebensmittel bevorzugen.

› Länderinformationen zum jeweils empfohlenen Impfschutz, zum Malaria-Risiko und Ratschläge zur Reiseapotheke gibt es beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin:  www.bnitm.de/reisenimpfen/laenderinformationen
› Was in eine kindgerechte Reiseapotheke reingehört, erfahren Eltern mit der Checkliste des Cen-trums für Reisemedizin:  www.crm.de/reiseapotheke/1007_Reiseapotheke_Kinder.pdf
› Unser Buchtipp für drei- bis fünfjährige Reisende: „Wir machen eine Reise!“ aus der Reihe „Was ist was mini“ (Tessloff Verlag, 7,95 Euro). Was gehört dazu, wenn Mama und Papa die Urlaubsfahrt vorbereiten? Was passiert alles auf der Autobahn? Realistische, warmherzige und witzige Illustrationen laden zum Entdecken und Weitererzählen ein.
› Kindgerechte Apps? Die gibt es, denn auch Kinder spielen gerne mit dem Smartphone:  www.familie.de/kind/apps-fuer-kinder-523182.html

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