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Verkehrserziehung auf zwei Rädern

Kinderbewegungsabzeichen

Beim rollenden Kinderbewegungsabzeichen müssen Kindergartenkinder zehn Bewegungsstationen mit einem Laufrad abfahren. So sollen sie schon früh an den Straßenverkehr gewöhnt werden.

26.07.2019, 11:10 Uhr / Lesedauer: 3 min
Verkehrserziehung auf zwei Rädern

Die Kinder der Gelsenkirchener Kita „Auf der Hardt“ hatten beim „Rollenden Kibaz“ auf der Trendsportanlage Consol in Gelsenkirchen eine Menge Spaß. © Anja Schindler

Fahrradhelme aufgesetzt, das Laufrad richtig eingestellt, dann heißt es auch schon: auf die Plätze, fertig, los. Für die Kinder von vier Gelsenkirchener Kitas geht es um das rollende Kinderbewegungsabzeichen (kurz „Rollendes Kibaz“ genannt). Dafür wurde auf der Trendsportanlage Consol in Gelsenkirchen schon am frühen Morgen alles vorbereitet. „Wir haben für die Kinder hier zehn Bewegungsstationen aufgebaut, die sie mit dem Laufrad in Form eines Parcours durchlaufen werden“, so Uwe Richert, Präsident des Rad-Club Buer Westerholt, der die Durchführung des „Rollenden Kibaz“ seit vier Jahren ehrenamtlich begleitet.

„Die Stationen sollen die sportmotorischen Fähigkeiten und die Bereiche der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung fördern.“ Dazu zählt die motorische, soziale, kognitive und psychisch-emotionale sowie die Wahrnehmungsentwicklung. „Zudem möchten wir aber auch die Gleichgewichtsfähigkeit sowie die Fahrsicherheit der Kinder ohne Leistungsdruck fördern, um sie früh ans Radfahren im Straßenverkehr zu gewöhnen.“ Zur Anlage kommen die Kinder – gemeinsam mit ihren Erzieherinnen – allerdings zu Fuß, denn die Laufräder gibt es vor Ort. „Der Stadtsportbund Gelsenkirchen (Gelsensport) stellt für die Prüfungen nicht nur die Trendsportanlage zur Verfügung, sondern auch die Laufräder. Sollten Kinder keine eigenen Fahrradhelme haben, wird auch hier ausgeholfen.“

Spaß steht im Vordergrund

Die zehn einzelnen Stationen für das „Rollende Kibaz“ werden Jahr für Jahr neu herausgesucht. Grundlage dafür ist ein Handbuch. „Der Spaß steht hier jedoch immer im Vordergrund. Wenn jetzt Stationen dabei sind, die bei den Kindern besonders beliebt sind, bleiben diese natürlich bestehen“, erzählt Richert mit einem Augenzwinkern. „Dazu zählt zum Beispiel der ‚Mutige Vorhang‘“. Dabei muss mit dem Laufrad durch einen Vorhang gefahren werden. An diesem Morgen sind es das Slalomfahren sowie die „Taststraße“, die bei den Kindergartenkindern besonders gut ankommen. Hier möchte jeder der Drei- bis Fünfjährigen als Erster starten. Doch es geht natürlich nur nach und nach. Sobald die Reihenfolge festgelegt wurde, kann dann losgerollt werden.

Bei der Taststraße fahren die Kinder mit dem Laufrad bis zum Übungsleiter. Dieser wartet am Ende der Strecke mit kleinen bunten Säckchen, die mit verschiedenen Sachen gefüllt sind. Angekommen, müssen sie dann mit ihren Händen ertasten, was sich darin befindet – und das ist manchmal gar nicht so einfach. Doch anstrengen lohnt sich. Denn am Ende des gesamten Parcours gibt es für jedes Kind eine Urkunde. Die besten Kinder dürfen sogar am 27. September zur Laufradmeisterschaft in den Bike-Park nach Gelsenkirchen kommen und in verschiedenen „Rennen“ nochmals gegeneinander antreten. „Das ist für die Kinder noch mal ein richtiges Highlight“, so Richert.

Früh das Interesse wecken

Das „Rollenden Kibaz“ findet aber nicht nur ein Mal im Jahr auf der Gelsenkirchener Trendsportanlage Consol statt, sondern auch regelmäßig in den Gelsenkirchener Kitas direkt – sofern ein geeigneter Außenbereich vorhanden ist. Die Veranstaltung wird auf der Anlage immer von ein bis zwei Übungsleitern, Erziehern und teils von Eltern ehrenamtlich betreut. „Mit dem Gang in die Kitas wollen wir die Eltern zusätzlich auf unseren Verein und unsere Angebote aufmerksam machen“, berichtet Richert. So solle bei den Kindern schon früh das Interesse für den Radsport entwickelt und später weitergeführt werden. Das klappt bislang auch sehr gut, denn durch die Besuche in den Einrichtungen ist schon eine eigene Laufradgruppe im Verein entstanden, die sich jeden Sonntagmorgen trifft. „Das ist natürlich toll“, freut sich Richert – ebenso über das große Interesse am „Rollenden Kibaz“. Denn 2018 wurden alleine in Gelsenkirchen über 670 Laufradabzeichen verliehen und auch für dieses Jahr sieht es wieder erfolgreich aus.

Das Lotto-Prinzip

Die Radsportjugend NRW hat in Kooperation und enger Abstimmung mit der Sportjugend NRW das „Kibaz“ ins Rollen gebracht. Es ist ein Aktionsbaustein des Programms „NRW bewegt seine Kinder“. Die Sportjugend NRW ist eine Organisation des Landessportbundes (LSB) NRW. Finanzielle Unterstützung erhält der LSB unter anderem aus Zweckerträgen der Lotterien von WestLotto. Was die wenigsten wissen: Von jedem Spieleinsatz werden im Land NRW durch das Lotto-Prinzip Institutionen aus Wohlfahrt, Denkmalschutz, Sport, Kunst und Kultur sowie Naturschutz in NRW gefördert. So ist jeder Spielschein ein Gewinn für alle. Beispielprojekte gibt es unter anderem auf der Internetseite www.westlotto.de. Das „Rollende Kibaz“ in Gelsenkirchen hat mit dem Rad-Club Buer/Westerholt, GEKita und Gelsensport seine festen Kooperationspartner, die die Ausführung der Veranstaltung dort erst ermöglichen.

Keine Spielteilnahme unter 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen! Hilfe und Beratung unter: Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW - Telefon: 0 800-0 77 66 11 (kostenlos) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA); Telefon: 0 800-1 37 27 00 (kostenlos)