RW Nienborg ist einer der Vorreiter in Sachen E-Sport in der Region. So konnte Kaan Zopirli im Sommer das interne Turnier mit 40 Teilnehmern gewinnen. Nach und nach sind nun weitere Vereine im Kreis mit ins Boot gekommen, wie eine Abfrage des FLVW zeigt. © privat
E-Sport

Abfrage zeigt: Kreis Ahaus/Coesfeld in Sachen E-Sport schon gut unterwegs

Verhalten war die Resonanz auf eine Abfrage des FLVW zum Thema E-Sport in den Vereinen im Kreis Ahaus/Coesfeld. Zunächst. Allmählich zeigt sich, dass der Trend in den Vereinen erkannt wird.

Dass für neue Ideen mitunter auch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, diese Erfahrung macht derzeit Pierre Nobbe. Der neue Assistent für Vereinsentwicklung im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) für die Kreise Recklinghausen und Ahaus/Coesfeld hat sich unter anderem das Thema E-Sport in Sportvereinen als Projekt auf die Fahnen geschrieben.

Und in dieser Hinsicht startete er jüngst eine Abfrage unter den Vereinen des Kreises. Die Resonanz sei „ernüchternd“ gewesen. „Zunächst“, schränkt er gleich ein. „Da ist es mir wohl wie dem Kreisvorsitzenden Willy Westphal gegangen. Ich befürchte aber auch, dass in manchen Vereinen Nachrichten an das E-Postfach noch gar nicht in die Tiefe an die entsprechenden Ansprechpartner gestreut werden“, so Nobbe.

Nach und nach erhalte er aber nun ein positiveres Bild von der Situation im Kreis. Noch am Mittwochmorgen habe er zum Thema E-Sport ein langes Telefonat mit Frank Große-Vestert von RW Nienborg, einem der Vorreiter in der Region, geführt. Dieser habe den Trend bestätigen können. Auch die Resonanz und die Anzahl der Bewerbungen auf die Ausschreibung des Landes NRW zur Förderung einer E-Sport-Ausstattung weise auf wachsenden Zuspruch hin.

10 von 56 Vereinen haben geantwortet

Eingegangen sind bei Pierre Nobbe mittlerweile zehn Rückmeldungen von Vereinen, in denen E-Sport schon ein Thema ist oder bald werden soll. „Das ist vergleichsweise, bei 56 Vereinen in Ahaus/Coesfeld, nicht wenig“, berichtet Nobbe. In „seinem“ Kreis Recklinghausen sei E-Sport quasi noch gar kein Thema, stärker sei dies zum Beispiel in Bochum und Gelsenkirchen ausgeprägt, wo es bereits Stadtmeisterschaften gebe.

Auch in Dortmund sei E-Sport „im Kommen“. Nun gelte es, die Vereine zusammenzubringen und zu vernetzen. „Die FLVW Marketing GmbH, die das Thema E-Sport voranbringen will, denkt zum Beispiel an Turniere in mehreren Kreisen gemeinsam. Ich glaube, der Kreis Ahaus/Coesfeld hat gute Chancen, dabei zu sein“, so Nobbe.

Auch sonst seien einige Ideen in der Pipeline. Immer gehe es darum, den „Mitgliedsvereinen Möglichkeiten aufzuzeigen, den Trend effektiv für den Verein und dessen Mitglieder zu nutzen“. Zentraler Bestandteil sei daher auch die Einbindung aller Beteiligten – vom Vereinsvorstand bis zu den Eltern – zu wichtigen Themen wie Prävention und Gesundheit.

Auf digitale Sprechstunden muss der neue Assistent für Vereinsentwicklung im FLVW, Pierre Nobbe, seine Dialoge mit den Vereinen im Kreis aktuell beschränken. Ein aktuelles Projekt stellt die Etablierung von E-Sport dar.
Auf digitale Sprechstunden muss der neue Assistent für Vereinsentwicklung im FLVW, Pierre Nobbe, seine Dialoge mit den Vereinen im Kreis aktuell beschränken. Ein aktuelles Projekt stellt die Etablierung von E-Sport dar. © Michael Schley © Michael Schley

„Natürlich steht der aktive Sport in den Abteilungen ganz klar weiter im Mittelpunkt, aber E-Sport kann diesen sinnvoll ergänzen“, zeigt Nobbe das große Potenzial für Vereine auf – wie im gesamten Bereich der Digitalisierung: „Das funktioniert natürlich dann besser, wenn es nicht nur online im Verborgenen stattfindet. Zocken tun die Spieler eh, warum dann nicht zum Beispiel im Clubheim – gerne vor Publikum?“

Clubheime können neu belebt werden

In Zeiten von aussterbenden Jugendzentren könnten Clubheime so belebt werden. „Und wenn dann ein Spieler der ersten Mannschaft auf einen der C-Jugend trifft, dann fördert das doch auch die Identifikation und den Zusammenhalt.“ Im Kern gehe es immer darum, seinen Verein als Marke zu stärken. Und womöglich bleibe so auch der eine oder andere Kicker für die Jugendmannschaften hängen und finde so den Weg in den Verein.

Dass man in Ahaus/Coesfeld mit Willy Westphal einen gestandenen Vorsitzenden habe, der neuen Entwicklungen sehr aufgeschlossen ist, sei „klasse“ und förderlich. Bis zum Jahresende will Pierre Nobbe die Zahlen nun weiter sammeln und aufbereiten. „Dann werde ich im neuen Jahr auf die interessierten Vereine zukommen und diese – sofern irgendwann womöglich – an einen Tisch holen, gemeinsam gehen wir das Thema dann mit frischer Energie an“, blickt er voraus.

Der FLVW hat übrigens eine kostenlose Online-Plattform geschaffen:

www.flvw-esports.de

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