Auch für Berufsreiter wie Johannes Ehning liegt der Turniersport bis Ende März auf Eis. © Johannes Kratz
Reitsport

Bei Johannes Ehning herrscht weiter Betrieb: „Viele verstehen das nicht“

Business as usual sei es nicht, was derzeit auf dem Hof von Johannes Ehning in Almsick ablaufe. Dennoch herrscht hier auch im Lockdown weiter Betrieb in Sachen Pferdesport.

Für die überwiegende Mehrheit aller Reitsportler ist im Zuge des aktuellen Lockdowns nur wenig möglich. Sie dürfen ihre Tiere füttern und im Sinne des Tierschutzrechts bewegen. Training und Wettkämpfe dürfen nicht stattfinden. Johannes Ehning hat da andere Möglichkeiten.

Der gebürtige Südlohner und zweifache Europameister genießt als Berufsreiter einen Sonderstatus. „Viele verstehen das nicht und fragen: ‚Wieso darf der auf Turnieren reiten und die anderen nicht?‘“, sagt Johannes Ehning. „Aber ich mache das ja nicht aus Spaß. Das ist meine Arbeit und hier geht es um den Lebensunterhalt, auch von Mitarbeitern und Familien.“

Seit 2014 in Almsick

Der 38-Jährige ist gelernter Groß- und Einzelhandelskaufmann und hat sich 2014 auf einer Hofanlage in Stadtlohn-Almsick mit seiner Firma „JES – Johannes Ehning Showjumpers“ selbstständig gemacht. In den Stallungen seien immer um die 35 Spring-Pferde untergebracht, die täglich von sechs bis acht Personen gefüttert, gepflegt und geritten würden.

Der Alltag auf dem Hof entscheidet sich also nicht gravierend von dem vor dem Ausbruch des Coronavirus. Die Wochenenden allerdings schon. „Die Turniere sind natürlich deutlich weniger geworden, es ist im Moment alles etwas ruhiger“, sagt Johannes Ehning. Und Turniere sind für ihn die wichtigste Plattform, um die ausgebildeten Tiere zu präsentieren und auch Preisgelder einzufahren.

„Theoretisch dürfte auch jetzt jeder Verein ein Turnier für Profis veranstalten“, sagt der 38-Jährige. „Aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit lohnt sich das meistens nicht, weil einfach die Einnahmen fehlen.“

Dennoch finden sich für Ehning und seine Kollegen auch während des Lockdowns regelmäßig Möglichkeiten, an Turnieren teilzunehmen. Im Dezember in Riesenbeck und Isterberg, in der vergangenen Woche im belgischen Opglabbeek, wo unter anderem Ehning selbst, seine Partnerin Kaya Lüthi und Francesca Piccolomini für die Ehning Showjumpers erfolgreich waren.

Obwohl für Reiter vom Almsicker Hof vieles seinen gewohnten Gang geht, gibt es auch hier finanzielle Einbußen, wie Johannes Ehning sagt: „Aber natürlich nicht in so einem Riesen-Ausmaß wie es zum Beispiel in der Gastronomie der Fall ist.“

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Sportredaktion Ahaus

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