Der Vredener Uli Benke beim Eurogravelride 2020 in den Niederlanden © privat
Radsport

Corona-Idee: Vredener malt mit dem Rad Muster auf die Landkarte

Quadrat, Raute oder zur Weihnachtszeit ein Tannenbaum: Der Vredener Uli Benke fährt mit seinem Rad Strecken, die ein Bild ergeben. Auch für eine 15-Kilometer-Beschränkung ist er gewappnet.

„In der Coronakrise kommt man schon auf komische Ideen, um sich zu motivieren“, sagt Uli Benke. Damit meint er in diesem Fall sich selbst. Denn der Vredener gibt sich seit einiger Zeit nicht mehr allein mit den „normalen“ Strecken zufrieden, die er auf seinem Gravelbike zurücklegt.

Er fährt Routen, die auf der virtuellen Landkarte zu einer bestimmten Figur werden. Inspiriert worden sei er von abgebildeten „Corona-Laufstrecken“ in der Münsterland Zeitung. Aber auch unter Läufern weltweit ist das „Figure Running“ längst zu einem Trend geworden. In den USA beispielsweise hat ein Läufer das Porträt von Frida Kahlo auf den Stadtplan von San Francisco „gemalt“.

Quadrat, Rechteck und mehr

Ganz so weit ist Uli Benke bislang noch nicht gegangen. Bei seinen Radtouren herausgekommen sind in den vergangenen Monaten verschiedene geometrische Muster wie Quadrate, Rechtecke und andere. Aber auch schon mal ein Tannenbaum, den Uli Benke in der Weihnachtszeit auf die Karte gefahren hat. „Es gibt ein spezielles Programm, mit dem man am PC solche Strecken planen kann“, erklärt der 67-Jährige. „Ich setze mir dann immer ein paar Eckpunkte, damit das Muster zustande kommt.“

Diese Strecke fuhr Uli Benke zur Weihnachtszeit. Die Umrisse sind einem Tannenbaum nachempfunden.
Diese Strecke fuhr Uli Benke zur Weihnachtszeit. Die Umrisse sind einem Tannenbaum nachempfunden. © privat © privat

Natürlich könne man viele „Striche“ nicht exakt setzen, schließlich müssen in der echten Welt auch entsprechende Straßen und Wege vorhanden sein. „Ich kenne mich im Münsterland und auch hinter der Grenze in Holland sehr gut aus. Aber durch diese Art des Fahrens habe ich Ecken entdeckt, die mir völlig neu waren“, erzählt Uli Benke. Von Vorteil ist dabei sein Gravelbike, mit dem er auch unebenes Gelände befahren kann.

Der Vredener fährt seine Touren meist allein, einmal die Woche mit einem Partner. „Ich bin ja im Ruhestand und kann beim Blick aus dem Fenster spontan entscheiden, wann ich losfahren will. Aber wegen Corona würde ich momentan nicht in einer Gruppe fahren wollen.“

Grundsätzlich natürlich schon. Etwa im vergangenen Sommer, als er mit mehreren Radfahrern aus Stadtlohn den Kreis Borken komplett umrundet hat. Auch fährt er regelmäßig bei größeren Veranstaltungen mit, wie zum Beispiel dem Eurogravelride in den Niederlanden, wo er auch zum Organisationsteam zählt und die Strecken plant.

Diese Strecke hat Uli Benke für den Fall einer möglichen Bewegungseinschränkung ausgeheckt.
Diese Strecke hat Uli Benke für den Fall einer möglichen Bewegungseinschränkung ausgeheckt. © privat © privat

Benke sitze nahezu täglich auf dem Sattel, fahre 200 bis 300 Kilometer pro Woche, 18.000 bis 20.000 im Jahr. Angefangen habe er damit Ende der 1980er-Jahre, einem Verein habe er sich aber nie angeschlossen. Und müde wird der Vredener seines Hobbys so schnell noch nicht. Er hat sogar schon eine Strecke ausgetüftelt, die er im Falle einer Bewegungseinschränkung fahren könnte. Sie führt im 15-Kilometer-Radius um Vreden herum.

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Sportredaktion Ahaus

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