Bei der dritten Turnierauflage holte Gastgeber DJK Stadtlohn erstmals den Siegerpokal. © Bernhard Mathmann
Hallenfußball

Das bedeutet der Ausfall der Hallensaison für die DJK Stadtlohn

Am Wochenende hätte normalerweise der Sparkassen-Cup der DJK Stadtlohn stattgefunden. Abteilungsleiter Günter Boll erinnert sich an die Anfänge und erklärt, welche Auswirkung der Ausfall hat.

Mancher Fußballer liebt sie, mancher schaut sie sich lieber von der Tribüne aus an: Hallenturniere. Im Zuge der Corona-Pandemie machten der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen und auch der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld im Herbst frühzeitig klar, dass die Hallensaison in diesem Winter flachfallen wird. So hatte auch die DJK Eintracht Stadtlohn frühzeitig Planungssicherheit. Mit den finanziellen Einbußen komme der Verein zwar klar, müsse dafür aber an anderer Stelle sparen.

„Da wir für unsere Jugendturniere schon einige Anmeldungen vorliegen hatten, haben wir sie offiziell abgesagt“, erklärt Günter Boll, Abteilungsleiter der DJK. „Beim Seniorenturnier war das nicht nötig, denn da hatten wir nach dem Signal vom Verband gar nicht erst angefangen zu planen.“ Somit soll die 16. Auflage des Turniers 2022 nachgeholt werden.

Ein Blick zurück ins Jahr der ersten Auflage, 2006: Günter Boll war damals Initiator. „Grün-Weiß Lünten und die SpVgg Vreden hatten schon seit Jahren ihre Turniere ausgetragen. Wir hatten in Stadtlohn damals eine funkelnagelneue Halle. Ich habe mich gefragt, warum zeigen wir die nicht mal mit einem Turnier für Seniorenmannschaften?“

So organisierten die Eintrachtler den ersten Cup, für den sie mit der Sparkasse einen Namensgeber und Hauptsponsor fanden. Das Turnier startete mit zwölf Mannschaften. Neben Gastgeber DJK, damals Bezirksligist, nahmen teil: VfB Alstätte, DJK Eintracht Coesfeld, GW Lünten, TuS Haltern, Westfalia Gemen, DJK

II, Adler Buldern, FSV Gescher, SG Borken, Arminia Ochtrup sowie als klassenhöchstes Team Oberligist SV Schermbeck.

SV Schermbeck war der erste Sieger

Das erste Turnier unter der Leitung des damaligen Obmanns Werner Rehermann geriet zu einem echten Mammut-Event, denn sämtliche Partien in den beiden Sechser-Vorrundengruppen sowie Halbfinals, Spiel um Platz 3 und Endspiel (insgesamt 34 Partien) wurde an nur einem Tag in der Halle des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ausgetragen. Erster Pokalgewinner war der Favorit aus Schermbeck.

Günter Boll (r.), hier beim Sparkassen-Cup 2020, hob das Turnier mit seinen Kollegen von der DJK Stadtlohn 2006 aus der Taufe.
Günter Boll (r.), hier beim Sparkassen-Cup 2020, hob das Turnier mit seinen Kollegen von der DJK Stadtlohn 2006 aus der Taufe. © Johannes Kratz © Johannes Kratz

Das Turnier kam offenbar gut an, sodass das Teilnehmerfeld im Laufe der Jahre auf 16 anwuchs. Auch verlagerte die DJK die Ausrichtung von einem auf zwei Tage und führte eine Zwischenrunde ein. „Im Laufe der Jahre haben auch Vereine von weiter weg von unserem Turnier gehört und wollten dabei sein“, so Günter Boll. „Damit wir uns nicht mit der SpVgg Vreden ins Gehege kommen, haben wir vereinbart, dass die Vredener ihr Turnier immer am ersten und wir am zweiten Wochenende im Januar austragen.“

Zuletzt registrierte Günter Boll aber einen Rückgang beim Interesse der Mannschaften, so ist auch der Sparkassen-Cup wieder etwas geschrumpft. „Wir haben schon gemerkt, dass Hallenturniere nicht mehr so laufen. Das hängt sicher damit zusammen, dass die Winterpause kürzer geworden ist, viele fürchten auch das Verletzungsrisiko.“ So sei es auch in den vergangenen Jahren immer schwerer gefallen, Teams zu finden. Dennoch sei die DJK zufrieden mit dem bisher Geleisteten und wolle an dem Turnier festhalten.

Bei der vorerst letzten Auflage im Januar 2020 gab es auch einen kleinen Aufreger: Titelverteidiger SV Schermbeck II sagte der DJK für das Hallenturnier ab, bestritt stattdessen zeitgleich ein Testspiel beim SuS Stadtlohn II – und lieferte noch nicht einmal den Wanderpokal bei der DJK ab. Günter Boll: „Den haben die Schermbecker immer noch. Aber ich gehe fest davon aus, dass wir ihn bis zum nächsten Winter zurückbekommen.“

Dann hofft die DJK, ihre Turniere wieder wie gewohnt ausrichten zu können. Wegen des Sports, aber auch wegen der Einnahmen, die sie dem Verein einbringen. „In diesem Jahr haben wir den Einnahmenausfall mit anderen Einsparungen aufgefangen“, so Günter Boll. „Zum Beispiel werden unsere Seniorenmannschaften auf ihre vereinbarten Punktprämien verzichten müssen. Auf bestimmte Dinge muss man in dieser Situation eben verzichten. Dafür haben auch alle Verständnis.“

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