Anya Taylor-Joy als Beth Harmon und Thomas Brodie-Sangster als Benny in einer Szene von „Das Damengambit“ © picture alliance/dpa/Netflix
Schach

„Das Damengambit“: Ahauser Verein will vom Serienerfolg profitieren

Von einem echten Schachboom ist die Rede, seit die Miniserie „Das Damengambit“ im Herbst auf Netflix erschienen ist. Von der neuen Popularität erhofft sich auch ein Ahauser Verein Aufwind.

Eine durchschlagend erfolgreiche Serie beim Streamingdienst Netflix, dazu viel Zeit zu Hause durch die Coronakrise – das sind zwei der wichtigsten Faktoren dafür, dass das gute, alte Schachspiel aktuell wieder bei vielen Menschen hoch im Kurs steht.

Beth Harmon, gespielt von Anya Taylor-Joy, heißt die Hauptfigur im aktuellen Netflix-Drama „The Queen‘s Gambit“, auf Deutsch „Das Damengambit“. In einem Waisenhaus wächst sie in den USA der 1950er-Jahre auf und entdeckt dort ihr Talent für das Schachspiel. In diesem männerdominierten Sport möchte sie bestehen und Weltmeisterin werden.

„Schachspiel wird realistisch dargestellt“

Der Begriff „Damengambit“ steht für eine der beliebtesten und facettenreichsten Eröffnungen im Schach. „Genauso interessant und vielfältig zeigt sich auch die Handlung in der Serie“, findet Carsten ter Horst vom Vorstand der Schachgemeinschaft Ahaus/Wessum. „Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen oder Serien wird das Schachspiel hier realistisch dargestellt.“

Dass das so ist, liege auch daran, dass unter anderem Partien von einem Großmeisterturnier von 1950 in der Serie nachgespielt würden. Auch Schach-Weltmeister Magnus Carlsen äußerte sich bereits lobend über die Serie.

Diese Serie, laut Medienberichten mittlerweile von über 62 Millionen Haushalten gestreamt, hat seit Oktober für einen Boom gesorgt. Fachliteratur, Schachbretter, -Figuren und -Uhren, all das erfreue sich seither einer vielfach höheren Nachfrage als zuvor.

„Aber auch schon vor der Ausstrahlung hat das Schachspiel infolge der Coronakrise einen richtigen Höhenflug erlebt“, so Carsten ter Horst. Online-Plattformen wie „chess24“ oder „lichess“ erlebten ungeahnten Zuspruch. Auf dem weltgrößten Server chess.com werden nach eigenen Angaben täglich vier Millionen Schachpartien gespielt. Deutlich mehr als zuvor.

Carsten ter Horst hofft, mit der SG Ahaus/Wessum vom aktuellen schachboom profitieren zu können.
Carsten ter Horst hofft, mit der SG Ahaus/Wessum vom aktuellen schachboom profitieren zu können. © Angelika Hoof © Angelika Hoof

Von diesem Effekt erhoffen sich auch die Vereine vor Ort einen Aufwind, etwa die SG Ahaus/Wessum. „Wegen der Coronakrise profitieren wir bislang noch nicht davon, weil wir uns ja aktuell nicht treffen dürfen“, so Carsten ter Horst.

Dennoch bestehe die Hoffnung, dass sich der ein oder andere Schach-Neuling auch für den Sport im Verein interessiert. „Wenn wir wieder dürfen, dann bieten wir unverbindliches Schnuppertraining ein, wo wir den Leuten nicht direkt einen Mitgliedantrag unter die Nase halten.“

Genauso wie der Trainingsbetrieb ruht bei den Ahausern, deren erste Mannschaft in der Regionalliga antritt, seit einiger Zeit der Spielbetrieb. Die Saison 2019/20 ist vor der Unterbrechung zu etwa zwei Dritteln absolviert worden, geplant ist eine Fortsetzung sobald möglich.

Ersatzweise haben sich die Spieler der SG mit regelmäßigen Online-Turnieren bei Laune gehalten. Carsten ter Horst: „Trotzdem hoffen wir, schnellstmöglich wieder an echten Brettern spielen zu können.“ Dann vielleicht auch mit Zuwachs dank des Erfolgs des großen Netflix-Erfolgs.

Informationen zur SG Ahaus/Wessum gibt es auf deren Homepage und Facebookseite.

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