Rafael Figueiredo gibt die Richtung vor. Der frühere Oberligaspieler geht beim ASC Schöppingen in sein sechstes Jahr als Spielertrainer. © Stefan Hoof
Fußball-Kreisliga A

Der ASC Schöppingen zählt erneut zum Kreis der Titelanwärter

In den letzten Jahren hat der ASC Schöppingen bis auf eine Ausnahme immer mindestens Platz sechs erreicht. Die Vechtestädter werden vor Saisonbeginn erneut zum Kreis der Titelanwärter gerechnet.

Seit der frühere Oberligaspieler Rafael Figueiredo Jahr für Jahr viele Tore beisteuert, wird der ASC in den Umfragen vor Saisonbeginn stets als einer der Mitfavoriten für den Aufstieg gehandelt. Das ist vor Beginn der Serie 21/22 nicht anders.

Rückblick

Wenn sich jemand über die Annullierung der vergangenen Saison ärgern darf, dann mit Sicherheit der ASC Schöppingen. Nach acht Spielen nahmen Figueiredos Schützlinge knapp vor Vorwärts Epe II (mit einem Spiel weniger) die Tabellenspitze ein. Wer weiß, was für den ASC in einem regulären Spieljahr möglich gewesen wäre in einer Liga, in der es bis Ende Oktober recht ausgeglichen zuging.

Mannschaft

Der Trainer bezeichnet seine Truppe als „sehr jung“ und sieht sie mitten im Umbruch. „Das ist ein cooler Prozess“, meint Figueiredo. Jedoch passt die Mischung: Mit Keeper Jens Kortüm, Benedikt Naber, Pascal Korthues, dem neuen Co-Trainer Nils Kröger und nicht zuletzt Figueiredo selbst stehen genügend Führungsspieler zur Verfügung, die talentierten Kräfte heranzuführen. Und auch Sebastian Bakenecker oder im Mittelfeld ein Andreas Neumann sind erfahren genug.

Wichtig ist dem ASC jedoch, aus der Jugend Spieler nachzuführen. So hat ein Felix Biefel schon mal bei der „Ersten“ reingeschnuppert und drängt ein Niclas Teuber nach, den sich Figueiredo gut im Mittelfeld vorstellen kann – vielleicht mit einem Lucas Küper und Nils Kröger. Auch Malte Webers, Enno Robert und Tim Bitter sind der jungen eigenen Garde zuzuzählen. „Die jungen Wilden sollen ruhig mehr Verantwortung übernehmen“, sagt Figueiredo.

Personal

Niclas Teuber (aus der A-Jugend des SuS Stadtlohn), Malte Webers, Enno Robert, Tim Bitter und Felix Biefel aus der eigenen Jugend, Noah Kuchinke aus der zweiten Mannschaft sowie Malek Mallaamine (kehrt von Turo Darfeld zurück zum ASC) und Mo Mallaamine (Galaxy Steinfurt) – das sind die acht neuen Gesichter im Kader der ersten Mannschaft.

Die Abgänge halten sich derweil in Grenzen. Christoph Lütke-Bitter und Joscha Kemper haben ihre fußballerische Laufbahn beendet. „Sie haben uns mit ihrer Erfahrung natürlich gutgetan“, weiß Figueiredo, der jetzt schnellstmöglich die neuen Spieler integrieren will. Dabei setzen die Schöppinger auf einen großen Kader mit etwa 22 Leuten. „In der Breite haben wir die Qual der Wahl. Aber das ist gut so, das belebt den Konkurrenzkampf. Für jede Position gibt es mehrere Kandidaten. Personell sind übrigens alle unsere drei Seniorenmannschaften gut besetzt“, verdeutlicht Figueiredo.

In seinem ersten Testspiel nach monatelanger Fußball-Abstinenz spielte der ASC Schöppingen 1:1 gegen den SV Eggerode.
In seinem ersten Testspiel nach monatelanger Fußball-Abstinenz spielte der ASC Schöppingen 1:1 gegen den SV Eggerode. © Stefan Hoof © Stefan Hoof

Erwartungen

„Wir wollen wieder angreifen, wollen oben mitspielen. Das ist doch klar“, bekennt Figueiredo. Dass viele Trainer der A-Liga sein Team sogar zum Favoritenkreis zählen, stört ihn nicht. „Das ist doch prima, das motiviert uns. Meine Mannschaft hat ja auch viel Qualität. Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Rolle spielen werden“, lässt der Spielertrainer viel Selbstvertrauen erkennen.

Wobei Figueiredo vor seinem sechsten Jahr als Trainer des ASC Schöppingen nicht von der Meisterschaft redet: „Der Aufstieg ist für uns kein Muss. Unter den ersten fünf Mannschaften wollen wir oben mitspielen und hoffen auf eine spannende, interessante und hoffentlich diesmal komplette Saison.“ Figueiredo weiß auch, welches Manko er noch beheben muss: „Das sind die manchmal unerklärlichen Leistungsschwankungen. Um wirklich ein Topteam zu sein, müssen wir da mehr Konstanz reinbringen.“

Trainer

Mit mittlerweile 36 Jahren denkt Rafael Figueiredo nicht daran, seinen Platz auf dem Spielfeld zu räumen. Warum auch? Der frühere Oberligaspieler hat sich auch in der spielfreien Zeit fit gehalten. Was also spricht dagegen, dass „Figo“ wie in den letzten Jahren gewohnt ein Kandidat für die Torjägerkanone ist?

Vorbereitung

Ende Juni ist der A-Ligist ins Training zurückgekehrt. Nach dem 1:1 gegen den SV Eggerode folgen ab Sonntag (Heimspiel gegen Westfalia Leer) zahlreiche Testspiele, um nach der so langen Pause wieder in den Rhythmus zu kommen. Dabei tritt der ASC auch gegen weitere Nachbarn aus Horstmar, Steinfurt, Darfeld und Osterwick an.

Favoriten

Den FC Oeding und den FC Vreden sieht Rafael Figueiredo als erste Anwärter auf die Meisterschaft. Geheimfavorit könnte GW Lünten mit dem erfahrenen Trainer Dirk Bültbrun sein, der wie der ASC-Coach einst für Eintracht Rheine in der Oberliga auf Torejagd ging.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.