Gerade im Bereich der älteren Junioren wie U19 und U17 verzeichnet der Fußballkreis einen Rückgang an Mannschaften, sagt der Kreisjugendvorstand Sven Wesenberg. © Raphael Kampshoff
Juniorenfußball

Erneut weniger Jugendteams in Ahaus/Coesfeld: Corona nur einer der Gründe

Auch in der neuen Saison wird es im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld weniger Mannschaften geben. Jugendvorstand Sven Wesenberg bedauert den anhaltenden Trend und nennt mögliche Gründe. Nicht nur Corona.

Bis Samstag, 10. Juli, sollten die 55 Vereine im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld offiziell melden, wie viele Jugendmannschaften sie in der kommenden Saison zum Spielbetrieb anmelden. Am Freitag fehlte nur noch ein Verein in der Auflistung des Fußballkreises, sodass die Statistik bereits eine gewisse Aussagekraft mit sich bringt.

543 männliche und 83 weibliche Jugendteams sind in der vergangenen Saison, also der Zeit vor dem Abbruch, in Ahaus/Coesfeld an den Start gegangen. Während bei den Mädchen nach der aktuellen Auflistung zur neuen Spielzeit sogar eine Mannschaft mehr zu Buche steht (84), bleiben bei den Jungen nur noch 525. Dabei hatte die SG Gronau (aktuell zwei Teams) die Meldung bis Freitag noch nicht offiziell abgeschlossen.

Auch wenn es nach den Sommerferien, wenn die Mannschaften wieder das reguläre Training aufnehmen, noch zu Schwankungen kommen kann – Sven Wesenberg, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses, nimmt den aktuellen Stand durchaus als Fingerzeig. „Ich denke, dass die Pandemie, und damit die lange Fußballpause, in diesem Jahr dafür gesorgt hat, dass gerade in den älteren Jahrgängen viele Spieler leider andere Alternativen in ihrer Freizeit gefunden haben.“

Besonders gelte das für ältere Jahrgänge, sagt der Wüllener Wesenberg. „Das gefährliche Alter ist die B-Jugend, weil manche Spieler vielleicht Gefallen daran gefunden haben, sonntags nicht mehr um 8 Uhr aufstehen zu müssen, weil das Spiel um 11 Uhr beginnt.“ Das veränderte Freizeitverhalten sowie zunehmende schulische Belastung seien aber auch schon vor Corona Gründe für den Rückgang gewesen.

Der Kreisjugendvorsitzende Sven Wesenberg
Der Kreisjugendvorsitzende Sven Wesenberg © Sascha Keirat © Sascha Keirat

„Und nicht zu vergessen, dass viele Vereine auch im Bereich der Trainer Probleme haben.“ Dieses Ehrenamt nehme pro Woche 10 bis 15 Stunden Zeit in Anspruch, die viele einfach nicht mehr opfern könnten oder wollten.

Nach dem aktuellen Stand weisen zwei Vereine die stärksten Veränderungen auf: Der FC Ottenstein hat nach der Liste des Fußballkreises aktuell nur 5 statt wie in der Vorsaison 11 Juniorenteams gemeldet. Auf der anderen Seite stehen bei Fortuna Gronau 25 statt wie zuletzt 21 Mannschaften.

Meldungen noch nicht in Stein gemeißelt

Die Jugendleiter beider Vereine erklären die aktuell noch deutliche Abweichung. „Wir haben zunächst in allen Jahrgängen nur erste Mannschaften gemeldet. Es werden zum Saisonstart sicher noch zwei, drei weitere dazukommen“, erklärt Dirk Hollad vom FC Ottenstein.

René Bajorath sagt, dass bei Fortuna Gronau genau das Gegenteil der Fall ist: „Wir haben erst mal sehr optimistisch gemeldet. Die Erfahrung zeigt, dass man besser Mitte oder Ende der Sommerferien noch ein, zwei Mannschaften abmelden kann. Das könnte bei uns auch dieses Jahr passieren.“

In Stein gemeißelt sind die Zahlen also noch nicht, doch der Trend scheint weiter nach unten zu zeigen. Vor zwei Jahren waren in Ahaus/Coesfeld noch 572 Jungen-Teams gemeldet, vor fünf Jahren sogar 617. Bei den Mädchen waren es vor zwei Jahren 88, vor fünf Jahren noch 101. Seinen bisherigen Zenit erlebte der Fußballkreis zum Ende der Saison 2007/08 mit insgesamt 822 Mannschaften.

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Sportredaktion Ahaus

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