Mit der Rolle des spielenden Co-Trainers beim TSV Ahaus hat sich Esad Dayan (l.) angefreundet. Seine Erfahrung aus unter anderem zehn Jahren bei Eintracht Ahaus kann der Routinier vor allem an die jungen Spieler weitergeben. Und das gemeinsam mit seinem Bruder Serkan. © Sascha Keirat
Fußball-Kreisliga C

Esad Dayan ist beim TSV Ahaus als Co-Trainer mittlerweile „im Flow”

Als „Königstransfer“ betitelte Serkan Dayan, Trainer des TSV Ahaus, die Verpflichtung seines Bruders Esad als Co-Trainer. Dabei war für diesen ein Trainerjob bis dato kaum Thema. Immer noch?

Es war schon eine Art Transfercoup, den der damalige D-Ligist TSV Ahaus im Winter 19/20 landen konnte: Esad Dayan vom Landesligisten Eintracht Ahaus konnte als neuer Co-Trainer an der Seite seines Bruders Serkan präsentiert werden. Nun, nach erfolgreichem Aufstieg seines neuen Teams in die Kreisliga C und den ersten Monaten „im Amt“, kann der Ahauser ein erstes Fazit ziehen – ein positives: „Gerade im TSV mit jungen Spielern zusammenzuarbeiten, das macht schon Spaß.“ Dabei hatte er zur Jahresfrist noch geäußert, dass ein Wechsel in die Trainerschiene eigentlich gar nicht geplant war.

Fünf Spiele hat der TSV Ahaus in der laufenden Saison erst spielen können – und sämtliche fünf Partien hat er mehr oder minder deutlich gewonnen. Esad Dayan zeigt sich mit der Entwicklung der Mannschaft zufrieden, er weiß aber auch, dass die echten Gradmesser wie Tabellenführer Eintracht Stadtlohn II und Eintracht Ahaus III noch ausstehen.

Gerade auf das Derby mit Eintracht III, das am vergangenen Sonntag angestanden hätte, wäre es nicht zum neuerlichen Lockdown gekommen, hatte sich der 32-Jährige gefreut: „In diesen Duellen wird sich am Ende entscheiden, wer aufsteigt und wer nicht.“ Vor allem, da davon auszugehen ist, dass es Rückspiele kaum geben wird. Umso positiver ist die bisherige Bilanz zu werten.

Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen

An seine neue Aufgabe hat sich Esad Dayan trotz der Unterbrechung im November gewöhnt. Der „Kulturschock“ von der Landesliga in die dritte Kreisliga hat sich in Grenzen gehalten. „Ich habe ja bei Eintracht auch mal in der Zweiten ausgeholfen, wobei das natürlich noch einmal ein anderes Niveau ist.“ Ansonsten erkenne er viel Potenzial, das es zu fördern gilt: „Ich wusste ja vorab schon, dass die Jungs gut drauf sind und mitziehen und dass die Entwicklung mit dem Aufstieg in die Kreisliga C nicht abgeschlossen sein soll.“

Gerade in Sachen Organisation und Abläufe könne er seine langjährigen Erfahrungen sehr gut einbringen: „Ich habe viele gute Trainer erleben dürfen und habe viel mitgenommen.“

In der Trainingsarbeit liegen seine Schwerpunkte vor allem in den Abschnitten „mit Ball“ wie zum Beispiel Passübungen – oder auch Koordination. „Speziell dort gibt es Verbesserungsmöglichkeiten.“ Bei der Aussage muss er schmunzeln. Als Landesligaspieler habe er sich oft gedacht, wie sich die Trainer „so viel merken können“, um immer gerade die Dinge im Training auszupacken, die gerade nötig und hilfreich sind.

„Wenn du dann selbst im Flow bist, dann kommt das alles auch bei mir hoch und ich versuche es mit meinem Bruder umzusetzen“, so Esad Dayan.

Die Aufstellung sei natürlich Chefsache, er würde aber die Ansprache vor den Spielen mitgestalten. „Serkan nimmt dabei bewusst auch die Führungsspieler mit ins Boot“, weiß Esad Dayan zu berichten.

Unterbau ist für den TSV enorm wichtig

Eine „große Sorge“ sei ihm seit Amtsantritt genommen worden: der Unterbau. „Wir haben schließlich mit unter anderem meinem Bruder oder mir Spieler, die bestimmt nicht mehr über zehn Jahren aktiv sein werden. Da ist es wichtig, dass etwas nachkommt, um nicht jedes Jahr wieder etwas Neues aufbauen zu müssen“, erklärt der Ahauser. Mit der Einrichtung der A-Jugend habe der TSV einen Meilenstein gesetzt, da sei „der Erfolg erst einmal zweitrangig“.

Und das Engagement der jungen Spieler soll sich lohnen, man setze bewusst Anreize: „Im Wechsel trainieren stets Spieler der Zweiten und A-Jugend bei uns mit, das verbindet und motiviert.“ Und so sieht er den Verein auch perspektivisch gut ausgestellt.

Kurzfristig müsse man auch beim TSV aus der Situation das Beste machen. „Anfangs haben wir noch gemeinsam Einheiten zum Beispiel am Rodelberg gestaltet, doch das ist nun nicht mehr möglich“, so Esad Dayan. Gemeinsam mit seinem Bruder hat er Pläne ausgearbeitet und den Spielern mit nach Hause gegeben, um „zumindest in Bewegung zu bleiben“, bevor die eigentliche Wintervorbereitung dann startet. Wann auch immer. Mit Blick auf das Ziel, in dieser Saison zum Durchmarsch auszuholen – „das ist ja kein Geheimnis“ –, müsse man mit Re-Start sofort da sein. „Das alles wird sicher kein Selbstläufer, das müssen wir uns erarbeiten“, hat er Respekt vor der Konkurrenz.

Dayan fühlt sich in der Rolle des Co-Trainers wohl

Und was wird aus der eigenen Trainerkarriere? „Erst einmal fühle ich mich in der Rolle des Co-Trainers sehr wohl.“ Dass er in ein paar Jahren vielleicht doch einmal in die erste Reihe rücken könnte, das will Esad Dayan dann aber auch nicht ausschließen…

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