Für Trainer Thomas Gerwing und den FC Ottenstein ist der Klassenerhalt das Minimalziel. Gerne würden sie auch mehr mitnehmen. © Sascha Keirat
Fußball

FC Ottenstein: Der ewige A-Ligist will dem Keller diesmal fernbleiben

Wozu ist der FC Ottenstein in der neuen Spielzeit der Kreisliga A1 in der Lage? Zuletzt zierte das Team meist den Tabellenkeller. Dabei sehen die Trainer eigentlich mehr Potenzial – aber auch Baustellen.

Der ewige A-Ligist FC Ottenstein geht in diesem Sommer bereits in seine 35. (!) Saison am Stück in dieser Spielklasse. Auch wenn es zuletzt gegen den Abstieg ging, sei die Motivation für die Spielzeit 2021/22 enorm, wie Trainer Thomas Gerwing und Co Carsten Berthues versichern.

Rückblick

Nach dem ordentlichen sechsten Platz in der Saison 2015/16 unter dem Trainerduo Maik Böyer/Kai Egbringhoff ging es für die Ottensteiner in den vergangenen fünf Spielzeiten zusehends bergab. 7., 9., 12. und 15. wurde der FC in der Endabrechnung, ehe er die „Mini-Saison“ 2020/21 mit nur sieben ausgetragenen Partien auf Rang 13 beendete.

Personal

Die Ottensteiner verzeichnen mit Marco Eing, der beruflich verzogen ist, nur einen einzigen Abgang. Externe Neuzugänge gibt es gar keine. So setzt der Klub im Grunde auf das gleiche Personal wie in der Vorsaison. In der Vorbereitung haben Marvin Stockhaus, Silas Fleer und Robin Wissing aus der zweiten Mannschaft ihre Chance erhalten. „Sie haben alle den ersten Step gemacht“, attestiert Trainer Gerwing. Inwiefern einer oder mehrere Spieler aus dem Trio es fest in den Kader schaffen, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich wolle man die Durchlässigkeit zwischen den Teams weiter ausbauen.

Mannschaft

Durch die geringe Fluktuation finden die Trainer im Grunde eine eingespielte Truppe vor. Allerdings gibt es doch die ein oder andere Veränderung. So zählt der bisherige Angreifer Jan-Hendrik Gesing seit Beginn der Vorbereitung zu den Torhütern, dafür wurde kurzerhand Niklas Boll, bislang Außenverteidiger, zum Angreifer umgeschult. Und wusste dabei mit einigen Testspieltreffern schon zu gefallen. Froh sind Thomas Gerwing und Carsten Berthues, dass mit den länger verletzten Bennet Terbrack, Martin Vortkamp und Lukas Sendfeld viel Erfahrung zurück auf den Platz gekehrt ist. Zudem herrsche aktuell ein größerer Konkurrenzkampf.

Der eigentliche Verteidiger Niklas Boll (r.) versuchte sich in mehreren Testspielen als Stürmer – und das recht erfolgreich.
Der eigentliche Verteidiger Niklas Boll (r.) versuchte sich in mehreren Testspielen als Stürmer – und das recht erfolgreich. © Sascha Keirat © Sascha Keirat

Trainer

Obwohl er bereits in seine vierte Spielzeit beim A-Liga-Team des FCO geht, hat Thomas Gerwing bislang noch eine komplette Serie miterlebt. Zunächst nach dem Ausscheiden von Dominik Kalitzki und Nico Reder im April 2019 als Interimstrainer eingesetzt, vertrauten die Verantwortlichen ihm die Mannschaft fest an. Doch sowohl die Saison 2019/20 als auch die vergangene mussten bekanntlich frühzeitig beendet werden.

Zuvor hatte Gerwing die Ottensteiner A-Junioren trainiert. Seit Sommer 2020 steht ihm mit Carsten Berthues ein erfahrener Mann zur Seite. „Wir hoffen, dass wir diese Schleife aus Vorbereitung und Saisonabbruch nicht noch einmal erleben müssen“, so Thomas Gerwing.

Vorbereitung

Die Coronazeit habe durchaus für Defizite im Fitnessbereich gesorgt, daher mussten die Trainer hier in der Vorbereitung zunächst den Hebel ansetzen. Aber auch das Spielen kommt nicht zu kurz. Mit insgesamt acht Begegnungen stehen für Ottensteiner Verhältnisse ungewöhnlich viele auf dem Plan. Nach je zwei Niederlagen und Unentschieden gelang dem FC gegen den VfL Billerbeck der erste Sieg. Der fiel mit 7:0 gleich sehr üppig aus. Insgesamt sei das Team hochmotiviert. „Man merkt nach der Coronazeit einfach, dass die Jungs Bock haben. Die Trainingsbeteiligung ist richtig gut“, so Carsten Berthues.

Erwartungen

„Wenn wir unsere Potenziale abrufen, haben wir eine Chance, uns in der A-Liga zu behaupten“, sagt Thomas Gerwing. Dabei spricht er aber nicht von Wunderdingen. Zunächst gehe es nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre um den Klassenerhalt und je nach Saisonverlauf vielleicht ein bisschen mehr. „Dazu müssen wir als Mannschaft aber noch stabiler werden und dürfen uns nicht von Rückschlägen umwerfen lassen.“ Außerdem müsse das Team im Torabschluss noch gefährlicher werden.

Zu den Ligafavoriten zählen die Ottensteiner vor allem den FC Oeding, den sie gleich in ihrem ersten Heimspiel am 5. September begrüßen. Eine Woche vorher starten sie beim SuS Stadtlohn II in ihre 35. A-Liga-Saison.

Über den Autor
Sportredaktion Ahaus

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.