In diesem Gebäude in Alstätte will Mourad El-Lahib ein Kampfsportstudio eröffnen. © privat
Kampfsport

Geläuterter Ex-Häftling will Kampfsportstudio in Alstätte eröffnen

Für drei Jahre saß er wegen Gewalttaten hinter Gittern. Jetzt habe er sein Leben umgekrempelt, sagt Mourad El-Lahib. Er wolle seine Erfahrungen an andere weitergeben und ein Kampfsportstudio in Alstätte eröffnen.

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf das alltägliche Leben haben die Planungen etwas ausgebremst. Aber Mourad El-Lahib ist fest entschlossen, sein Vorhaben umzusetzen. Gemeinsam mit seinen sechs Brüdern will der 31-jährige im Alstätter Industriegebiet ein Kampfsportstudio eröffnen.

Seit über vier Jahren lebt der gebürtige Libanese mit seiner Familie in Ottenstein. Vor allem, um seine kriminelle Vergangenheit hinter sich zu lassen. „Mein Anwalt hat mir damals dazu geraten, mein Umfeld zu wechseln, um die Bewährung auch bestehen zu können“, erklärt Mourad El-Lahib.

Als 19-Jähriger ins Gefängnis

Er sei als Jugendlicher in seiner Heimatstadt Bochum Intensivstraftäter gewesen, was ihn als 19-Jährigen von 2007 an für drei Jahre in die JVA Siegburg gebracht habe. „Ich bin nicht stolz darauf, was ich gemacht habe. Aber das ist Vergangenheit, ich habe das hinter mir gelassen, gehe ganz normal arbeiten und bin ganz ruhig geworden. Jetzt geht es mir darum, was Vernünftiges zu machen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Ziel ist die Eröffnung eines Kampfsportstudios in Alstätte. Die Immobilie sei bereits gefunden, die Nutzungsänderung bei der Stadt beantragt. „Wir wollen zum einen Kurse anbieten im Ringen, Kickboxen, Boxen und auch Zumba. Es soll für jung, alt, männlich oder weiblich was dabei sein.“

So ähnlich wie hier soll es auch in der geplanten Halle aussehen, sagt Mourad El-Lahib.
So ähnlich wie hier soll es auch in der geplanten Halle aussehen, sagt Mourad El-Lahib. © privat © privat

Außerdem soll es einmal im Monat eine Kampfsportveranstaltung mit Zuschauern geben. Dazu plant er, in der circa 400 Quadratmeter großen Halle einen Käfig zu errichten. „Es sollen unsere eigenen Kämpfer, aber auch welche von außerhalb, zum Beispiel aus dem Ruhrgebiet oder den Niederlanden kommen. Nach Holland habe ich noch gute Kontakte, weil ich da früher selbst viel gekämpft habe. Es werden sicherlich 200 Zuschauer in die Halle passen. Ich bin überzeugt, dass das hier gut ankommt“, sagt Mourad El-Lahib.

Eng wolle er auch mit einem Studio zusammenarbeiten, das seine Brüder in der Bochumer Innenstadt betreiben. „Wir haben für beide Hallen rund 200.000 Euro an Umbaukosten investiert, daran sieht man, dass wir wirklich etwas vorhaben.“

Bruder Muhammad ist erfolgreicher Kämpfer

Der 31-Jährige selbst wolle übrigens als Trainer fungieren und nicht mehr selbst in den Ring steigen. Dafür käme eher sein jüngerer Bruder Muhammad (19) infrage, der zurzeit erfolgreich für das UFD Gym Düsseldorf kämpft (Hier können Sie sich einen Kampf aus dem vergangenen Jahr ansehen).

Auch wenn Corona nun erneut dazwischen gekommen ist, seien die Planungen schon weit vorangeschritten. Ein konkretes Eröffnungsdatum für das Studio gebe es noch nicht. „Wir peilen spätestens Anfang März an“, sagt El-Lahib. Aber man müsse die Entwicklung der Pandemie natürlich abwarten.

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