Mit dem Erfolg beim Adventslauf in Ellewick verabschiedete sich Robin Willemsen vom Sportjahr 2019. Auch das Jahr 2020 begann verheißungsvoll, doch dann traf die Corona-Krise auch die Triathleten. © Johannes Kratz
Triathlon

Im März durch den See: Triathlet Robin Willemsen trotzt der Corona-Krise

Eine schwierige Saison liegt hinter dem Stadtlohner Robin Willemsen. Dabei hatte der Triathlet in der Corona-Krise viel in die Vorbereitung investiert und improvisiert. Mit wenig Ertrag.

Enormen Aufwand betreiben Triathleten für ihren Sport – insbesondere, wenn sie sich auf einem hohen Niveau messen. Entsprechend groß sind die Einschränkungen und Verluste, wenn nach und nach nahezu sämtliche Wettbewerbe und auch Trainingsmöglichkeiten wegbrechen. So erging es auch Robin Willemsen, der in den vergangenen drei Jahren für das Team W+F Münster in der Triathlon-Bundesliga gestartet ist. Mit guten Erfolgen und in einem eingespielten Team.

Entsprechend groß ist der Frust, dass in der abgelaufenen Saison so gut wie nichts gelaufen ist. Und angesichts der unsicheren Prognosen geht der Stadtlohner auch davon aus, dass 2021 ebenso nicht viel in Sachen Triathlon angeboten wird.

Schwimmtraining mit Handschuhen und Mütze

Ein Jahr zurück: Nach einem Wettbewerb in Luxemburg traf die einsetzende Corona-Krise auch die Triathleten mit voller Wucht. „Das war für uns alle schon ein Schuss vor den Bug“, berichtet der 21-Jährige. Die Schwimmbäder wurden geschlossen, die Vorbereitung auf die Bundesliga musste allerdings weiterlaufen.

Und so improvisierte Robin Willemsen: „Im März bin ich bei sechs Grad Celsius Wassertemperatur im Meddosee schwimmen gegangen – und das mit Neoprenanzug sowie Handschuhen und Mütze. Später auch mal im Bach zuhause“, schmunzelt der Stadtlohner. So wie es gestattet war.

Diese Trainingsmethodik hätte durchaus für Aufsehen gesorgt, „der eine oder andere Spruch von Kollegen ist natürlich gekommen, aber sonst fanden es alle ziemlich cool“. Für ihn sei so eine halbwegs optimale Vorbereitung neben dem Laufen und Radfahren möglich gewesen: „Da hab ich schon viel Motivation reingesteckt.“

Ab Juni ging es dann zurück ins Freibad. „Da hat uns das Schwimmmeisterteam nach den offiziellen Badezeiten echt stark unterstützt“, blickt Willemsen auf den vergangenen Sommer zurück. Alles coronakonform.

Coronakonform waren auch die wenigen Rennen in der Bundesliga. „Alles ohne Zuschauer, ein Wettbewerb lief sogar virtuell ab. Hat Spaß gemacht, war aber eher wie Training. Da kam nicht wirklich der Wettkampfcharakter auf, wie man ihn schätzt und wie er motiviert“, so Willemsen. Neben insgesamt drei Events waren es die Läufe in der Region wie der Adventslauf in Ellewick oder der Wottellauf in Ottenstein, bei denen Willemsen zuletzt 2019 echte Einsätze verbuchte. Oder beim 24-Stunden-Schwimmen Anfang 2020 mit dem SuS in Coesfeld. Alles erfolgreich.

Team in Münster muss sich neu sortieren

Die Corona-Saison hatte weitere Folgen. Das Team in Münster hat sich stark verändert. So sind zum Beispiel die Osterholt-Brüder Cedric und Jonas, Willemsens frühere Teamkollegen beim SuS, die am Olympiastützpunkt Saarbrücken weiter trainieren können, nach Trier gewechselt, die Teamleitung ist komplett neu. Kontakt hat Willemsen derzeit vor allem zu einem jungen Teamkameraden aus Zeiten beim SuS Stadtlohn, Gus Otte. Dieser wolle sich verstärkt dem Radsport widmen. „Ich versuche ihn dabei im Training bestmöglich zu unterstützen“, erklärt Robin Willemsen.

Und er bleibt positiv: „Ich habe ja noch den Vorteil, dass ich Radfahren und Laufen kann. In anderen Sportarten geht gar nichts.“ Das Schwimmen fällt seit Oktober schon wieder komplett aus. „Da haben alle Triathleten zum Beispiel an Leistungsstützpunkten ganz andere Voraussetzungen“, erkennt Robin Willemsen ein offensichtliches Chancenungleichgewicht. Das ist er aber auch bewusst eingegangen.

Fokus liegt auf den beruflichen Entwicklung

Von Beginn an hatte der Stadtlohner nämlich den Fokus darauf gelegt, parallel zum ambitionierten Sport einen soliden Berufsweg einzuschlagen. „Da hatten andere, die vielleicht studieren, andere Optionen“, weiß er. Aktuell lägen die Prioritäten noch mehr auf dem Beruf. Dennoch: „Ich steige möglichst täglich noch nach Feierabend aufs Rad oder laufe. Da ich aber davon ausgehe, dass auch dieses Sportjahr nicht viel bringen wird, gehe ich das derzeit etwas entspannter an“, so Willemsen.

Ob er sich vorstellen könne, sich dann auch wieder mit Profis und Halbprofis zu messen, wenn dies wieder möglich sei? „Ich freue mich grundsätzlich über jeden Lauf und jedes Event, das uns Triathleten die Chance gibt, uns im Wettbewerb zu messen. Aktuell steht aber sicher eher der Spaß im Mittelpunkt“, erklärt er.

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