Die Hoffnung, dass die Amateurfußballer bald auf den Platz zurück dürfen, wird von den aktuellen Corona-Zahlen im Kreis Borken etwas gedrückt. © Sascha Keirat
Sport und Corona

Inzidenz im Kreis Borken über 100 – Zuversicht bei Fußball-Chef schwindet

Einige Hoffnung haben die Amateursportler aus der vergangenen Bund-Länder-Runde Anfang März gezogen. Große Bedeutung hatte dabei ein Inzidenzwert von unter 100. Die Marke ist nun überschritten.

Sport treiben ist mittlerweile in gewissem Maße wieder erlaubt. Was die Rückkehr zum Mannschaftstraining unter freiem Himmel oder gar in der Halle angeht, dürfte es jedoch schwieriger werden. Zumindest, wenn man sich die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Borken anschaut. Die lag am Mittwoch wieder über der ominösen 100er-Grenze.

Diese Grenze hatten die Politiker in ihrer vergangenen Bund-Länder-Runde am 3. März nach dem Wert 50 als Maßstab für geplante Lockerungen genommen. So ist seit dem 8. März wieder gemeinsamer Sport mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten (Inzidenzwert 50 bis 100) oder bis zu zehn Personen (unter 50) erlaubt. Bei stabilen Werten bestand bislang die Aussicht, dass ab dem 22. März der nächste Lockerungsschritt erfolgt, der unter anderem kontaktlosen Hallensport gestattet, und dass ab dem 5. April zum Beispiel komplettes Mannschaftstraining mit Kontakt im Fußball wieder möglich ist.

Doch nun sind die Werte nicht stabil geblieben, sondern über die 100 gestiegen. Dr. Kai Zwicker, Landrat im Kreis Borken, sagte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Überschreitung der 100 nicht zwangsläufig zum Stopp der Lockerungen führen müsse. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen geht der Kreis Borken derzeit davon aus, dass akut noch keine Regeländerungen zu erwarten sind. „Zumal sich eine solche Entwicklung laut Verordnung nachhaltig und signifikant verfestigen müsste“, erklärt der Landrat.

Dass die Notbremse irgendwann gezogen werden könnte, schließt er aber nicht aus: „Wir bewerten die Lage tagtäglich neu und stimmen das Vorgehen immer mit unseren kreisangehörigen Kommunen ab. Zudem gilt es natürlich, die Entwicklungen im Land NRW und in den Niederlanden im Blick zu haben.“

Willy Westhal blickt mit Sorge auf die Entwicklung

Mit Sorge blickt Willy Westphal, Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikkreises Ahaus/Coesfeld auf die aktuelle Entwicklung. Er und seine Mitstreiter im Kreisvorstand hatten noch Ende der Vorwoche Gedankenspiele zur Rückkehr in den Spielbetrieb geäußert. Getragen von der Annahme, dass ab dem 5. April eine Rückkehr zu normalem Training möglich sei.

„Vor fünf, sechs Tagen war ich zuversichtlich, dass wir das alles hinbekommen und die Saison noch zum Abschluss bringen können“, sagte Westphal am Mittwoch auf Nachfrage. „Wenn ich mir die Entwicklung der Zahlen anschaue, gerade im Kreis Borken, dann muss ich meine Zuversicht erst mal zurücknehmen.“ Es sei derzeit unmöglich zu sagen, was passiere, vor allem, da man von politischen Entscheidungen abhängig sei.

Bei Willy Westphal, Kreisvorsitzender der Fußballer und Leichtathleten, ist Zuversicht gesunken.
Bei Willy Westphal, Kreisvorsitzender der Fußballer und Leichtathleten, ist Zuversicht gesunken. © Michael Schley © Michael Schley

Ein Problem in den hiesigen Fußballligen stellt die Tatsache dar, dass mit Coesfeld und Borken Mannschaften aus zwei politischen Kreisen am Spielbetrieb teilnehmen. Der Inzidenzwert im Kreis Coesfeld lag am Mittwoch bei rund 52, also nur knapp der Hälfte vom Kreis Borken. Die Coesfelder Teams könnten also möglicherweise tatsächlich am 5. April ins Training einsteigen dürfen.

„Für uns als Fußballkreis ist das schwierig, da wir unterschiedliche politische Vorgaben bekommen“, so Willy Westphal. Er könne sich jedoch nicht vorstellen, dass in „Coesfelder Ligen“ ein Spielbetrieb stattfinden könne und in den „Ahauser Ligen“ nicht. Immerhin gibt es ja in vielen Spielklassen auch Überschneidungen: Der SuS Legden beispielsweise spielt als A-Ligist aus dem Kreis Borken fast ausschließlich gegen Kontrahenten aus dem Kreis Coesfeld.

Die Mitglieder des Kreisfußballausschusses werden sich am Montag, 22. März, zu einer weiteren Besprechung treffen. Dann könnten bereits neue Vorgaben aus der Politik vorliegen. Willy Westphal: „Wir haben unsere Pläne für die Saisonfortsetzung weiterhin in der Schublade, werden aber nichts propagieren oder ankündigen. Grundsätzlich muss sich unser Fußball auch hinter wichtigen Bereichen wie Schulen und Wirtschaft anstellen.“

Keine rosigen Aussichten also für die Amateursportler der Region. Im Gegensatz zu den Fußballern ist die Saison in vielen anderen Sportarten (etwa Tischtennis oder Volleyball) bereits abgebrochen worden.

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Sportredaktion Ahaus

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