Isabel Wassing gewann mit der deutschen Mannschaft bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Peru die Bronzemedaille. © DSB
Skeetschießen

Isabel Wassing kehrte überglücklich mit WM-Bronze aus Peru zurück

„Wir haben uns nur fassungslos angeschaut. Kneif mich, ist das wahr“, berichtet Isabel Wassing. „Wir wollten es kaum glauben, dachten, das kann doch nicht wahr sein.“

Aber doch: Alles hatte seine Richtigkeit. Das deutsche Team hatte bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Peru das Podest gestürmt, hatte die Bronzemedaille gewonnen. „Wir haben lange gebraucht, das zu realisieren. Wir waren geschockt, positiv überrascht. Wir waren so glücklich. Nie hätten wir damit gerechnet“, ist die 18-jährige Sportschützin auch Tage später noch euphorisiert.

Welch ein Jahr für Isabel Wassing. Erst wie so viele Sportler durch die Pandemie gestoppt, feierte sie bei der Deutschen Meisterschaft in München einen Doppelerfolg und sicherte sich bei den Junioren I den Titel im Skeet-Schießen im Einzel und mit der Mannschaft des SSC Schale. Und jetzt die Krönung: WM-Bronze in Peru, in Lima. „Verrückt, es ist so toll“, jubelt die Wüllenerin.

Dabei hatte die Schülerin in München bei ihrer erst zweiten DM-Teilnahme mit 113 Treffern eine deutsche Bestmarke in ihrer Altersklasse aufgestellt.

Die Belohnung gab es nicht nur in Form von Medaillen und Urkunden, sondern mit dem Flugticket zur Junioren-Weltmeisterschaft nach Südamerika.

Zwölfeinhalb Stunden im Flieger

„Eine sehr lange Reise“, blick Wassing zurück. Von Frankfurt ging es nach Amsterdam, dann folgte ein zwölfeinhalb Stunden langer Flug nach Lima. Wie verbringt man diese Zeit? „Lesen und Video schauen. Das Buch war für meinen Unterricht. Denn ich hab auch für die Schule gelernt“, erklärt Wassing. Und dankt gleich für die große Unterstützung, die ihr die Schule gewährt. In Ahaus geht sie zur Gesamtschule. „Im kommenden Jahr ist das Abitur mein Ziel.“

Vor Beginn der Wettkämpfe in der Andenrepublik bereiteten sich die 31 deutschen Nachwuchssportler mit dem Trainerteam des Deutschen Schützenbundes intensiv vor. „Drei Runden täglich. Langeweile hatten wie nie.“ Schließlich standen auch drei Wettkämpfe für die junge Wüllenerin auf dem WM-Fahrplan. Im Einzel, Mixed und mit der Mannschaft war sie gemeldet.

„Erst der lange Flug. Dann mussten wir auch mit der Aufregung klarkommen“, erzählt Wassing. Aber es lief gut für sie. Sehr gut sogar. „Nach dem ersten Tag hatte ich Chancen auf das Finale der besten Sechs im Einzel“, erläutert sie. „Dann habe ich einen Fehler gemacht. Auf Facebook hab ich gelesen, wie gut ich im Rennen liege. Der Druck wurde zu groß, ich habe mich selbst verrückt gemacht.“ Es folgte eine schwächere Runde. Mit Platz 17 schloss die Wüllenerin die Einzelwertung ab, im Mixed wurde es Rang elf.

Deutschland stellte das jüngste Team

Blieb noch der Mannschaftswettkampf. Zu dritt ging es auf die Anlage. „Wir hatten die jüngste Mannschaft. Ich war mit 18 die Älteste in unserem Team“, weiß Wassing. Emilie Bundan und Annabella Hettmer sind erst 15. Auf Wassing lastetet deshalb auch ein wenig mehr Verantwortung.

Kein Problem. Besonders in der Vorrunde lief es für sie top. In sieben Runden kam Wassing auf 142 „Targets“, die drei Schützinnen zusammen auf 411. Während Italien (460) und Indien (457) ins Finale um Gold einzogen, hatte sich Deutschland (411) mit der Slowakei (427) den Kampf um Bronze verdient. Die USA (408) waren damit raus.

Aber Deutschland war auch nur Außenseiter. „Sie steigerten sich schier unermesslich und gewannen verdient die Bronzemedaille“, erklärt Bundestrainer Axel Krämer auf der Homepage des Deutschen Schützenbundes die Überraschung. Deutschland ging 2:0 in Führung, musste aber den Ausgleich hinnehmen. Die Entscheidung fiel in der vierten Serie, als Wassing, Hettmer und Bundan von zwölf Scheiben nur zwei verfehlten. Deutschland lag wieder in Führung, hielt der nervlichen Belastung stand und triumphierte 6:4 gegen die international erfahreneren Slowakinnen. „Isabel mit der konstantesten Leistung legte den Grundstein für die `Küken´ – diese zogen mit“, sagte Krämer später. „Hier ist Potenzial und Perspektive erkennbar.“

Isabel Wassing ist nun aus Lima zurück. So richtig glauben will sie es immer noch nicht: zwei DM-Titel und nun WM-Bronze. Was waren das für Wochen für die Skeet-Schützin. Das ist in absehbarer Zeit nicht zu toppen.

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