Drei Schiedsrichter aus dem Fußballkreis Ahaus/Coesfeld hatten es in Hagen mit Ausschreitungen zu tun (Symbolfoto). © picture alliance / Julian Strate
Fußball

Jagdszenen und aggressives Rudel in der Westfalenliga – Schiri schildert seine Sicht

Ein Spieler provoziert die gegnerische Bank, der Trainer jagt ihn über den Platz, es folgen Rudelbildung und Polizeieinsatz. Diese Szenen haben zwei Ahauser und ein Coesfelder hautnah miterlebt.

Dass es im Derby zwischen SV Hohenlimburg und SpVg Hagen 11 am Sonntag in der Westfalenliga 2 etwas hitziger zugehen könnte, war im Vorfeld zu erwarten. Doch in der Schlussphase der Partie eskalierte die Situation und das Schiedsrichtergespann aus dem Fußballkreis Ahaus/Coesfeld hatte alle Hände voll zu tun.

Stein des Anstoßes war eine Szene in der dritten Minute der Nachspielzeit: Der eingewechselte Vincenzo Porrello erzielte den 3:1-Siegtreffer für Hohenlimburg. Daraufhin lief der Kapitän der Heimelf, Danilo Labarile, jubelnd und provozierend an der SpVg-Bank vorbei.

Gäste-Trainer Stefan Mroß lief dem Spieler über den Platz hinterher und es entstand ein Rudel aus wütenden Spielern und Verantwortlichen beider Lager. So erklärte es der Unparteiische unserer Redaktion. Zuvor hatte bereits die Westfalenpost berichtet.

Handgreiflichkeiten gab es außerdem auf der Tribüne, wo es schon im vorherigen Verlauf der Partie Beleidigungen gegeben hatte, sodass der Präsident der Gastgeber bereits in der Halbzeitpause über die Lautsprecher zur Mäßigung aufgerufen hatte. Am Ende musste hier aber die Polizei einschreiten.

Simon Knappe: „Vorher noch nicht erlebt“

Um das Geschehen auf dem Rasen hatten sich die Unparteiischen zu kümmern. Die Ahauser Holger Derbort (ASV Ellewick) und David Gewers (TuS Wüllen) hatten Schiedsrichter Simon Knappe (SG Coesfeld) assistiert.

„Ich habe als Schiedsrichter schon ein paar Jahre hinter mir, aber eine Rudelbildung in dem Ausmaß und der Aggressivität habe ich vorher noch nicht erlebt“, sagte Simon Knappe einen Tag nach der Partie im Gespräch mit der Münsterland Zeitung.

Schwebendes Verfahren

Zu sehr ins Detail wolle er aber nicht gehen, da es sich noch um ein schwebendes Verfahren handele, das vermutlich noch vor dem Sportgericht verhandelt werden wird.

„Auf jeden Fall kam die Situation quasi aus dem Nichts, vorher war das Spiel mit wenigen Fouls relativ fair verlaufen“, so Knappe. Die Fans der Hohenlimburger hätten allerdings von der ersten Minute an die Gäste beleidigt.

In der Schlussphase aber habe sich die Situation dann auch auf dem Platz extrem hochgeschaukelt. Wegen schwerer Beleidigungen zeigte der Unparteiische dem Trainer Stefan Mroß die Rote Karte, dem Kapitän Danio Labarile, bereits in Halbzeit eins verwarnt, die Gelb-Rote Karte und zwei weiteren Gästespielern die Gelbe Karte.

Die Schiedsrichter seien froh gewesen, nicht selbst angegangen worden zu sein, und fertigten im Anschluss einen Sonderbericht an.

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Sportredaktion Ahaus

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