Ob er den ASV Ellewick in dieser Saison noch an der Seitenlinie betreuen darf, das weiß auch Trainer Jochen Kloster nicht. © Raphael Kampshoff
Fußball-Bezirksliga

Jochen Kloster auf Abschiedstour: „Training am Laptop macht wenig Sinn“

Nach der Saison ist Schluss für Jochen Kloster als Trainer beim ASV Ellewick. Ob er sein Team noch mal im Rahmen eines Pflichtspiels betreuen wird, ist ungewiss. Im Interview spricht er über die Lage.

Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga hat die vergangene Saison trotz des Corona-bedingten Abbruchs ein gutes Ende für den ASV Ellewick genommen. Wie die aktuell unterbrochene Spielzeit für Jochen Kloster enden wird, ist weiter ungewiss. So oder so wird der Trainer den Verein im Sommer verlassen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Wie sieht Ihr Kontakt zur Ellewicker Mannschaft momentan aus?

Der ist natürlich im Moment sehr eingeschränkt. Außer selbstständige Laufeinheiten haben wir ja nicht viele Möglichkeiten, es sei denn, jemand hat einen Fitnessraum zu Hause.

Das heißt, Videotraining findet nicht statt?

Nein, eher weniger. Wir haben den Spielern zwar schon mal Videomaterial geschickt. Aber ich finde, dass Training am Laptop wenig Sinn macht. Um den Jungs wirklich etwas beibringen zu können, muss man schon zusammen auf dem Platz stehen.

Inwiefern rechnen Sie noch mit einer Fortsetzung der Bezirksliga-Saison?

Das ist im Moment schwierig zu sagen. Wir müssten sieben Hinrundenspiele plus ein Nachholspiel machen und außerdem sind wir noch im Pokal vertreten. Um wieder spielen zu können, bräuchten wir schon eine Vorlaufzeit von vier Wochen. Da frage ich mich langsam: Wann willst Du denn noch spielen? Es besteht schon die Gefahr, dass die Saison ganz abgebrochen wird. Das wäre aber sicher für andere Mannschaften wie den SuS Stadtlohn als Tabellenführer schlimmer als für uns.

Sie hatten Ihr Team vor der Saison als Underdog bezeichnet, nach sieben Spielen steht es als Tabellenneunter mit zehn Punkten aber ordentlich da. Hat die Mannschaft die Qualität, sich mittelfristig in der Liga zu behaupten?

Ich muss sagen, dass ich uns vor der Saison schwächer eingeschätzt habe. Die bisherigen Spiele haben dann aber gezeigt, dass wir immer konkurrenzfähig waren. Ohne den Lockdown hätten wir den Vorsprung auf die Abstiegsplätze vielleicht sogar noch vergrößert. Man muss aber auch sehen, dass wir auf starke Gegner wie Gescher, Stadtlohn oder Billerbeck noch gar nicht getroffen sind. Daher sehe ich das Thema ein bisschen zweischneidig. Grundsätzlich ist ein kleiner Verein wie wir immer davon abhängig, möglichst ohne Verletzungspech durch die Saison zu kommen. Dann können wir auch mithalten.

Mit Marc van den Berg und Alexander Buning übernimmt im Sommer ein Duo für Sie. Hatten Sie schon Kontakt zu Ihren Nachfolgern?

Nein, nicht wirklich. Das meiste läuft ja über unseren Sportlichen Leiter Hendrik Sahlmer. Die Gespräche mit den neuen Trainern und der Mannschaft haben auch schon stattgefunden, von daher ist fast alles geregelt.

Sie selbst übernehmen beim SuS Hochmoor eine neue Aufgabe. Wie gestaltet sich die Vorbereitung darauf in diesen Zeiten?

Auch da nimmt mir der Sportliche Leiter Dennis Koopmann viel Arbeit ab. Er hat die Gespräche mit den Spielern und möglichen Neuzugängen geführt. Da ich bis Saisonende noch Trainer in Ellewick bin, will ich mich auch hauptsächlich darauf konzentrieren.

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Sportredaktion Ahaus

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