In der Jugend des VfL Rhede lief Robin Gosens gemeinsam mit André Bugla (10) auf, heute Spieler des 1. FC Bocholt. © Bocholter Borkener Volksblatt
Fußball

Jugendtrainer von Shootingstar Robin Gosens: „Er war ein sehr dankbarer Junge“

Von 2007 bis 2012 spielte Nationalspieler Robin Gosens im Kreis Borken – in der Jugend des 1. FC Bocholt und VfL Rhede. Sein Jugendtrainer Dirk Juch erinnert sich gerne an die Zeit.

Robin Gosens trumpft bei der Fußball-Europameisterschaft im Trikot der deutschen Nationalmannschaft derzeit so richtig auf. Zwischen 2007 und 2012 wurde der Eltener beim 1. FC Bocholt und VfL Rhede ausgebildet. Jürgen Stondzik, André Melis, Marcel de Ruiter und Sven Westhus waren während dieser Zeit ebenso seine Trainer wie Dirk Juch, der noch heute als Coach des Fußball-Landesligisten BW Dingden aktiv ist. Er erinnert sich an Gosens‘ Jugendjahre in der C-Jugend des VfL Rhede.

Herr Juch, wie erleben Sie die EM-Auftritte ihres ehemaligen Schützlings Robin Gosens?

Es ist natürlich schön zu sehen, dass jemand, den man mal unter seinen Fittichen hatte, so auftrumpft. Er ist ja derzeit in aller Munde, nach dem Spiel am Samstag umso mehr. Wenn man von vier Toren an drei beteiligt ist, dann ist man ganz oben dabei.

Er redet in den Interviews frei von der Leber weg. Macht ihn das so beliebt?

Er ist ja ein Fußballer, der nie ein Leistungszentrum gesehen hat. Er spricht dann eben von einer „Hütte“, die er gemacht hat, und nicht von einem Tor. Er ist so ein bisschen der andere Profi, das macht ihn bei den Fans beleibt. Aber wenn er seine Leistung nicht bringt, würden ihm auch die Sprüche nichts nutzen.

Wie war Robin Gosens denn als Jugendlicher?

Ich habe ihn damals von der D-Jugend des 1. FC Bocholt zur C-Jugend des VfL Rhede geholt. Er war damals einen Kopf größer als ein Maggiewürfel, hatte aber schon einen überragenden linken Fuß und hat auch seine Mitspieler super eingesetzt. Er ist dann ja auch bis zum ersten Jahr A-Jugend in Rhede geblieben, weil er sich sehr wohl gefühlt hat, wie er ja auch in seinem Buch geschrieben hat. Dann ist er beim Spiel in Kleve entdeckt worden, er hat in Holland überzeugt und schließlich sich bei Atalanta Bergamo in den Fokus gespielt. Jetzt stehen ihm ziemlich viele Türen offen.

Gibt es eine Situation mit Robin Gosens, an die Sie sich besonders erinnern?

Eine besondere Situation nicht, denn Robin hat sich immer als Teil der Mannschaft gesehen und war einfach wie jeder andere Junge auch. Er war der Kleinste, aber das war überhaupt kein Problem. Er hat auch nie über die Stränge geschlagen, auch wenn er in seinem Buch von feuchtfröhlichen Mannschaftsabenden vor dem Spiel geschrieben hat. In der C-Jugend hätte ich nie sagen können, dass er derjenige ist, der es mal schaffen wird. Robin war aber immer sehr ehrgeizig und ein sehr dankbarer Junge. Ein Beispiel: Wir hatten damals einen Fahrdienst, und nach jeder Fahrt hat er sich dafür bedankt, dass wir ihn abgeholt haben. Alle haben ihn einfach gerne gehabt.

Sind Sie auch ein bisschen stolz darauf, dass Sie ihm mit ausgebildet haben?

Ich würde das so nicht nennen, denn es haben ihn ja viele verschiedene Trainer unter ihre Fittiche gehabt. In Holland und in Bergamo hat er dann noch einmal einen gewaltigen Sprung gemacht, auch wegen seines Ehrgeizes. Ich bin einfach froh, dass ich ihn auch mal trainieren durfte.

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