Der TuS Wüllen und Paul Vortkamp sollten als Gastgeber der Ahauser Stadtmeisterschaft fungieren. Das Turnier darf nun aber nicht stattfinden. © Sascha Keirat
Fußball

Kreis verbietet Ahauser Stadtmeisterschaft: Nur bedingt Verständnis beim TuS Wüllen

Die Stadtmeisterschaft in Ahaus hätte in der kommenden Woche beim TuS Wüllen über die Bühne gehen sollen. Nun hat der Fußballkreis mitgeteilt, dass er keine Genehmigung für das Turnier erteilen wird.

Nach dem Ausfall 2020 hatten die acht Ahauser Fußballvereine sich darauf gefreut, in diesem Jahr wieder um den Titel des Stadtmeisters spielen zu können. Doch das Turnier, das vom 9. bis 13. August beim TuS Wüllen hätte stattfinden sollen, genehmigt der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld nicht. Das stößt beim Ausrichter nur bedingt auf Verständnis.

Während Turniere wie die Gronauer Stadtmeisterschaft in Epe oder beim Ammeloer Sportfest in dieser Woche stattfinden dürfen, hat der Fußballkreis dem Turnier in Ahaus einen Riegel vorgeschoben. „Die Gründe dafür sind eindeutig, ich konnte gar nicht anders“, sagt der Kreisvorsitzende Willy Westphal auf Nachfrage unserer Redaktion zur nicht erteilten Genehmigung. Maßgeblich dafür sei die Vorgabe des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW).

„Der FLVW hat klar geregelt, dass bis zum 27. August keine Turniere zu genehmigen sind“, so Willy Westphal. „Ausnahmen stellen nur solche Spielformen dar, die nicht den Charakter eines Sportfestes mit vier, sechs oder noch mehr Spielen an einem Tag aufweisen.“ Maximal zwei Partien finden beispielsweise bei den Turnieren in Epe oder Ammeloe statt.

„Genau die Turnierform, die nicht gewollt ist“

Die Ahauser Stadtmeisterschaft hätte in der Vorrunde jeweils vier Partien pro Abend vorgesehen. „Zwei Spiele um 18 Uhr und zwei um 20 Uhr – das ist genau die Turnierform, die nicht gewollt ist“, erklärt Willy Westphal. „Vor allem, weil der zeitliche Abstand zwischen den Spielen so gering ist und sich die Mannschaften zwangsläufig in den Umkleidekabinen begegnen würden.“ Hinzu komme nun auch die Tatsache, dass der Kreis Borken aktuell den höchsten Inzidenzwert im ganzen Münsterland aufweise.

Das alles habe Westphal auch im Gespräch mit dem Wüllener Abteilungsleiter Werner Kortbuß erklärt. Ob dieser die Gründe nachvollziehen könne? „Jein“, so der Wüllener. „Natürlich akzeptieren wir diese Entscheidung. Und ich weiß auch, dass Herr Westphal an Vorgaben des Verbands gebunden ist und dass solche Entscheidungen in dieser Situation schwerfallen.“

Mehrere Tausend Euro Einnahmen fehlen

Jedoch sei diese Entscheidung auch mit einem Fragezeichen zu versehen in Zeiten, wo der Impfschutz bei den Fußballern schon gut fortgeschritten sei. Außerdem habe man ein Hygienekonzept parat gehabt und auch von der Stadt Ahaus die mündliche Zusage für die Durchführung des Turniers erhalten. Sportlich sei die Absage natürlich bedauerlich, für den TuS aber auch wirtschaftlich. Immerhin gingen dem Verein „mehrere Tausend Euro“ an Einnahmen verloren.

Sehr verwundert über die Turnierabsage zeigte sich Johannes Dönnebrink, Spielertrainer beim Bezirksligateam des TuS Wüllen. „Ich kann das absolut nicht nachvollziehen. Der Hauptgrund scheint ja zu sein, dass vier Mannschaften sich gleichzeitig auf dem Gelände begegnen könnten. Wenn man sieht, welche Veranstaltung in diesem Umfang erlaubt sind, dann wundert man sich schon.“

Eine Veränderung des Spielplans, etwa durch längere Pausen zwischen den Partien oder eine Ausdehnung des Turniers in die 33. Kalenderwoche hinein, sei kaum realisierbar gewesen, so Werner Kortbuß. „Natürlich kann man sich jetzt fragen, ob man das Turnier von vornherein anders hätte organisieren können, zum Beispiel auf mehreren Sportanlagen. Aber man muss auch sehen, dass es schon so kein geringer Aufwand in der Planung war und wir das alle ehrenamtlich nebenher machen.“

Dennoch: Der TuS hege keinen Unmut gegen die Verantwortlichen des Fußballkreises und hoffe auf die Ausrichtung der Meisterschaft im kommenden Jahr. Dann also im dritten Anlauf.

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Sportredaktion Ahaus

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