Gesenkte Köpfe beim FC Schalke 04 gehören zum aktuellen Wochenbild in der Bundesliga. © picture alliance/dpa
Fußball

Länger sieglos als der FC Schalke: Kreisligist nimmt‘s gelassen

Ein großes Thema in Fußballdeutschland ist derzeit die lange Durststrecke des FC Schalke in der Bundesliga. Wir haben uns im Altkreis Ahaus umgeschaut, welches Team am längsten sieglos ist.

Schon beinahe ein Jahr lang ist es her, dass der FC Schalke zuletzt ein Bundesligaspiel gewonnen hat. Am 27. Januar 2020 besiegte die Knappen Borussia Mönchengladbach. Mittlerweile sind saisonübergreifend 30 Partien im Oberhaus vergangen, ohne dass die Königsblauen einen Sieg ergattert haben. Am kommenden Samstag könnten sie den Uralt-Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 egalisieren. Sofern sie die TSG Hoffenheim nicht bezwingen, ziehen sie mit den Berlinern gleich.

Noch länger als die Schalker warten gleich mehrere Kreisligisten aus dem Altkreis Ahaus auf ihren nächsten Dreier: RW Nienborg II, SF Ammeloe II oder auch der 1. FC Oldenburg III. Die längste Durststrecke aber weist Germania Asbeck II auf. Das Team holte zuletzt am 1. September 2019 drei Punkte in einem Ligaspiel. Damals erzielte Carsten Gebing den Treffer zum 1:0 gegen die DJK Stadtlohn IV. Es blieb der einzige Asbecker Dreier in der abgebrochenen Saison 2019/20.

Allerdings hält die Serie an sieglosen Partien der Germanen damit bei Weitem noch nicht so lang an wie die der Schalker. Denn aufgrund der vielen Spielausfälle sind sie „erst“ seit 16 Begegnungen ohne vollen Erfolg (zwölf Niederlagen, drei Unentschieden und eine Spielwertung). In der laufenden Saison der Kreisliga D2 belegt Asbeck II noch punktlos den letzten Rang der Kreisliga D2-Tabelle. „Einige Spiele, gerade Mannschaften von oben, sind aber wirklich knapp verlaufen“, sagt Coach Manuel Cordes.

Beim letzten Sieg war noch Hendrik Laukötter als Trainer der Asbecker-Reserve mit von der Partie. „Konkrete Erinnerungen habe ich an das Spiel nicht mehr, es ist ja wirklich schon eine Weile her“, so Laukötter. Doch die lange Serie nimmt ihn weniger mit als die seines Herzensvereins – Laukötter ist Schalke-Fan. „Wir spielen mit der Zweiten in Asbeck vor allem aus Spaß Fußball, da ist die dritte Halbzeit genauso wichtig wie die Spiele.“

Zu Gast im Asbecker Waldstadion war 2018 die Traditionself des FC Schalke.
Zu Gast im Asbecker Waldstadion war 2018 die Traditionself des FC Schalke. © Angelika Hoof © Angelika Hoof

Das sieht auch sein Nachfolger Manuel Cordes so. „Spaß und das Mannschaftsgefühl stehen im Vordergrund. Aber es ist nicht so, dass es uns egal wäre, wie die Spiele ausgehen. Wir gehen schon motiviert an die Aufgaben heran.“

Großes Manko, vor allem in konditioneller Hinsicht, sei allerdings das nicht vorhandene Mannschaftstraining, auch in Zeiten ohne Corona. „Wir kriegen einfach nicht genug Leute zusammen, weil viele wegen der Arbeit keine Zeit haben. Die Ambitionierteren trainieren dann bei der ersten Mannschaft mit.“

Vorfreude ist trotzdem da

Aufgrund der Personalknappheit tritt die Asbecker Reserve offiziell auch als 9er-Mannschaft an. Wann immer es geht aber in Sollstärke von elf Mann. Auch wenn es in den vergangenen Monaten nicht rund lief für die Germania, ist die Vorfreude auf eine mögliche Fortsetzung der Saison vorhanden, wie Cordes versichert. „Wir werden wieder angreifen und irgendwann auch wieder gewinnen.“

Der Coach muss übrigens in Sachen Profifußball derzeit weniger leiden als manch anderer. Er ist Anhänger des FC Bayern. Und der jagt bekanntlich eher andere Rekorde.

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