Bis Lotte Iker wieder mit Borussia Dortmund im Meisterschaftsspielbetrieb in Aktion treten darf, dauert es für die Stadtlohnerin noch ein wenig. Auf Handball muss sie trotz der Teil-Lockdowns dennoch nicht verzichten. © Sascha Keirat
Handball

Lotte Iker und der BVB werden weiter „ausgebremst” – trainieren kann sie dennoch

Der Verband hat entschieden: Auch in der Dritten Liga und Junioren-Bundesliga ruht nun sicher bis Ende Januar im Handball der Spielbetrieb. Lotte Iker von Borussia Dortmund nutzt die Pause.

Als Anfang November der erneute Teil-Lockdown den Sportbetrieb im Amateurbereich auf Eis gelegt hatte, da hatte sie noch Hoffnung, dass sie zu den wenigen Sportlern aus der Region gehören könnte, für die es schon zeitnah wieder um Tore und Punkte geht. Sportler der Dritten Liga und der A-Junioren-Bundesliga gelten im Handball als besonders förderungswürdig, ähnlich Kader- und Profisportlern.

Doch mittlerweile sind bei Lotte Iker die Hoffnungen eher dem Realismus gewichen. Bis heute wurden keine weiteren Meisterschaftsspiele angesetzt – und das wird vorerst auch so bleiben. Zeit für andere Dinge – wie die Frauen-EM, die am Donnerstag (3. Dezember) in Dänemark beginnt.

Am Dienstag flatterte die Mitteilung des Deutschen Handball-Bundes (DHB) herein, dass aufgrund der Corona-Pandemie und weiterhin hoher Infektionszahlen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs weiter warten muss. Das Wettkampfgeschehen in der Dritten Liga sowie in der Jugend-Bundesliga bleibt bis zum 31. Januar 2021 ausgesetzt. Der zunächst für das Wochenende 9./10. Januar geplante Neustart der 3. Liga sei nicht umsetzbar. Priorität habe weiterhin eine möglichst durchgehende Wiederaufnahme des Trainings, wo dies mit Blick auf das Infektionsgeschehen verantwortbar ist.

Handball am Gymnasium bleibt möglich

Und auch bei Borussia Dortmund, dem Verein von Lotte Iker, für den sie eben bei den A-Juniorinnen und in der zweiten Frauenmannschaft am Ball ist, steht derzeit der Trainingsbetrieb. Auf einen einheitlichen Stand wurden die Spielerinnen am Dienstag im Rahmen eines Videomeetings gebracht. Die Stadtlohnerin darf dennoch ihrem Hobby nachgehen – und zwar am Gymnasium. Sportunterricht in der Schule ist laut aktueller Coronaschutzverordnung gestattet. „Da treffe ich am Goethe dann auch einige Mitspielerinnen“, berichtet die 17-Jährige, die in 2022 ihr Abitur anstrebt.

Zur kompletten Mannschaft besteht derzeit allein Kontakt über eine Teamfit-App, über die unter anderem Challenges ausgetragen werden. Zudem nutzt der Verein die Zeit für Videoschulungen und -analysen. „Wir sollen unsere eigenen Spiele und Leistungen im Videostudium reflektieren – auch ganz individuell“, erklärt die Stadtlohnerin. Viele Spiele der laufenden Saison konnte sie dabei noch nicht begutachten.

Schwierige Findungsphasen nach Umbruch

Zunächst zwang Lotte Iker ein Bänderriss in der Vorbereitung zum Aussetzen. Dabei wäre ein Einspielen wichtiger denn je gewesen. Es hat bei beiden Teams einen großen Umbruch gegeben. Bei den A-Juniorinnen, mit denen sie 2019 als B-Juniorin schon Deutscher Meister geworden war, hat sie nun als „echte“ A-Juniorin eine neue Rolle übernommen. „Mir wird nun schon mehr Verantwortung zuteil“, so Iker. Mit den Aufgaben wachse man aber bekanntlich.

Dann kam die erneute Corona-Pause. Der Start in die laufende Spielzeit war bis dahin etwas holpriger verlaufen. Wenig überraschend nach dem Aderlass und schwieriger Findungsphase. Nach Auftaktniederlage konnte die A-Jugend dann aber dreimal in Reihe souverän gewinnen und sich für die Zwischenrunde der Bundesliga qualifizieren. Platz drei belegt die Drittligamannschaft nach drei Saisonspielen in der Staffel Nord-West.

Andere Dinge rücken mehr in den Fokus

Wie es Ende Januar weitergeht, dass wollen die zuständigen Ausschüsse beim DHB in den kommenden Tagen diskutieren – immer in Abhängigkeit von den behördlichen Vorgaben. Lotte Iker hält sich durch den Schulsport fit und rückt auch die schulische Entwicklung mehr in den Mittelpunkt: „Der Fokus ist dann zwangsläufig einmal ein anderer, auch eine wichtige Erfahrung. Andere Dinge sind nun auch wichtiger.“ Verfolgen wird sie auch das Abschneiden der deutschen Frauennationalmannschaft bei der EM in Dänemark.

„Da werde ich mir sicher das eine oder andere Spiel anschauen – insbesondere auch von den Holländerinnen“, verweist die 17-Jährige auf die große Anzahl an Nationalspielerinnen aus den Niederlanden in Dortmund, unter anderem Kelly Dulfer. „Die kennen wir ja vom Training.“ Aber die besondere Spannung fehle derzeit, weil man zum Beispiel auch „keine Liga- oder Champions League-Spiele der Ersten verfolgen“ könne.

Doch hadern will Lotte Iker nicht: „Ich kann noch Handball spielen – und das ist schon eine Art Privileg in diesen Tagen. Und wie gesagt: Es tut auch mal gut, an andere Dinge zu denken.“ So wie viele ihrer Mitspielerinnen, die sich nun auf die anstehenden Abiturprüfungen vorbereiteten. Dies immer verbunden mit der Hoffnung und Vorfreude auf die Tage, an denen es wieder um Tore und Punkte mit dem BVB geht…

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