Beim Fördertraining des SC Preußen steht Jonathan Wensing (M.) mit Oberliga- und Regionalligaspielern des SC Preußen auf dem Platz. © SC Preußen Münster
Fußball

Mit 16 bei den Profis – SC Preußen hat Pläne mit Ahauser Jonathan Wensing

Es läuft für den Ahauser Nachwuchsspieler Jonathan Wensing. Als aktuell bester Torschütze der U17-Bundesliga hat er sich in den Fokus der Profis gespielt. Und trainiert derzeit mit ihnen.

Ein spezielles Fördertraining für seine Nachwuchstalente hat der SC Preußen Münster in dieser Saison initiiert. Ein Profiteur davon ist Jonathan Wensing aus Ahaus. Der 16-Jährige ist Teil des Programms, in dem er positionsspezifisch mit Akteuren aus dem Oberliga und Regionalliga-Team des SCP auf dem Platz steht. Und damit nicht genug.

Da das Fördertraining aktuell im Zuge der Corona-Maßnahmen pausiert, darf der Kapitän der Münsteraner B-Junioren zurzeit regelmäßig Übungseinheiten mit der Regionalligamannschaft um Trainer Sascha Hildmann absolvieren. „Natürlich muss ich vieles verbessern, vor allem im körperlichen Bereich. Aber es ist schon cool, dabei zu sein“, sagt Jonathan Wensing.

SC Preußen hat Pläne mit Ahauser Talent

Dass der SC Preußen durchaus Pläne mit dem jungen Ahauser verfolgt, erklärt Chefscout Kieran Schulze-Marmeling: „Jonathan zählt sicher im Moment zu den größten Talenten, die wir haben. Für seine Zukunft haben wir schon einiges an Fantasie.“ Der Angreifer bringe viel mit. Technik, Abschlussstärke, Athletik, aber vor allem Köpfchen. „Er ist schon ein sehr intelligenter Spieler, der mitdenkt und genau weiß, wie er sich auf dem Platz bewegen muss.“

Während die Zukunft des Ahauser Schülers am Canisiusstift noch von der Fantasie bestimmt wird, sprechen in der Gegenwart auch die Zahlen für ihn: In allen fünf bisherigen Saisonspielen der Preußen-U17 in der Bundesliga West stand Kapitän Jonathan Wensing auf dem Platz. Mit seinen sechs Treffern zeichnete er für über die Hälfte der insgesamt elf Preußen-Tore verantwortlich und führt während der verordneten Saisonpause die Torjägerliste der Liga an. Vor den Talenten aus Dortmund, Leverkusen, Mönchengladbach oder Schalke.

Nicht zuletzt deshalb habe schon der ein oder andere Verein bei ihm angeklopft, erzählt der 16-jährige. „Aber ich lasse das alles auf mich zukommen. Ich fühle mich wohl in Münster und wie sich im Moment alles entwickelt, ist schon super.“ Das Ziel, einmal in den Profibereich vorzustoßen, verfolge er aber definitiv. „Dafür betreibe ich schließlich den ganzen Aufwand.“

Dieser Aufwand besteht neben Training und Spielen aus ungezählten Auto- und Busfahrten von Ahaus nach Münster und zurück. Das schon in der mittlerweile fünften Saison, die Wensing für die Adlerträger bestreitet. Bereits als D-Junior, also in ihre jüngste Leistungsmannschaft, lotsten ihn die Münsteraner von Eintracht Ahaus zu sich.

Jonathan Wensing (3.v.l.) zu seiner Anfangszeit beim FC Oldenburg Ahaus.
Jonathan Wensing (3.v.l.) zu seiner Anfangszeit beim FC Oldenburg Ahaus. © 1. FC Oldenburg © 1. FC Oldenburg

Die ersten Schüsse, Flanken, Dribblings und Kopfbälle in einem Verein unternahm Jonathan Wensing allerdings beim 1. FC Oldenburg. Der heutige Jugend-Geschäftsführer Kai Gerstenberger war damals sein Trainer und erinnert sich: „Jonathan hat bei uns immer schon einen Jahrgang höher gespielt als er gemusst hätte. Er war klein, flink und technisch schon eine Nummer stärker als seine Mitspieler. Man konnte sein Talent schon erkennen.“ Über die derzeitige Entwicklung seines früheren Schützlings freue sich Gerstenberger natürlich.

Und Jonathan Wensing hat sich noch bei einem weiteren Ahauser Verein hervorgetan: 2016 qualifizierte er sich als erster Schachspieler der SG Ahaus/Wessum für die Deutsche Jugendmeisterschaft der U12. „In meiner ersten Saison bei den Preußen habe ich aber mit dem Vereinsschach aufgehört, dafür fehlte dann einfach die Zeit“, erklärt Jonathan Wensing. Dabei geblieben ist hingegen sein älterer Bruder Maximilian, der erst in diesem Jahr an der U18-DM teilnahm.

Der Fokus des jüngeren Bruders liegt voll auf dem Fußball. In diesen Tagen ganz besonders. Und den Fuß, den er in die Tür der Preußen-Profis gesetzt hat, den will er so schnell nicht zurückziehen.

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