Schiedsrichter-Lehrwart Daniel Fischer (M.), hier auf der Anlage der SpVgg Vreden, hat die kuriosen Schlussminuten beim Spiel in Stadtlohn live miterlebt. © Sascha Keirat
Fußball

Nach kuriosem Elfer in Stadtlohn: Lehrwart Fischer ist begeistert

Viel wurde in der Nachbetrachtung des Bezirksliga-Spieltags über die Szene in Stadtlohn gesprochen, die zum 2:2-Endstand gegen die DJK Coesfeld führte. Ein Aufwärmspieler hatte zunächst das Tor verhindert.

Als der Schuss vom Coesfelder Marius Borgert in der Nachspielzeit in Richtung leeres Tor trudelte, griff SuSler Daniel Diekenbrock, der sich hinterm Tor aufgewärmt hatte, ins Spiel ein und verhinderte das Tor.

Zwar schoss Tobias Hüwe den Ball danach noch ins Tor, doch das 2:2 zählte erst einmal nicht. Nach früherer Regelauslegung hätte es wegen des unerlaubten Eingriffs die Gelbe Karte für Diekenbrock sowie einen indirekten Freistoß gegeben. Seit der Saison 2016/17 aber müssen die Schiedsrichter in einer solchen Situation anders handeln, auf Rote Karte und Elfmeter entscheiden.

Und genauso handelte der junge Schiedsrichter René Sega (23) aus Gladbeck auch. Daniel Fischer, Lehrwart des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, hat die Szene live im Stadion mitverfolgt: „Ich war begeistert, dass der Kollege die Situation in Bruchteilen von Sekunden sofort komplett richtig gelöst und auch den Spieler geschützt hat, damit er nicht angegangen wird. In der Theorie sind wir Schiedsrichter natürlich alle geschult, was diese Regel angeht. Aber wann muss man sie schon mal anwenden? Das ist ein absoluter Sonderfall.“

Diekenbrock entschuldigt sich bei Coesfeldern

Ebenso erfreut war der Lehrwart über das anschließende Verhalten der Stadtlohner: Torwart Stefan Mester stellte sich beim fälligen Elfmeter an den Pfosten und ließ den Schuss von Borgert regungslos passieren. Und auch die Tatsache, dass Daniel Diekenbrock sich nach Spielende bei allen Coesfeldern entschuldigt habe, habe möglichen weiteren Ärger verhindert.

„Das war echtes Fairplay“, betonte der Coesfelder Trainer Claus Heinze nach dem Spiel gegenüber der Allgemeinen Zeitung. „Aber das durften wir irgendwie auch erwarten.“

Für SuS-Trainer Stefan Rahsing sind die kuriosen Schussminuten längst abgehakt, wie er am Dienstag sagte. „Für den Spielausgang war die Szene völlig irrelevant. Der Schiedsrichter hat richtig gehandelt, Daniel hat sich genauso über seinen Fehler geärgert wie ich. Damit ist es auch erledigt. “

So ganz allerdings noch nicht: Diekenbrock erhielt für sein Vergehen eine Sperre von zwei Meisterschaftsspielen, wird also die Duelle bei Spitzenreiter VfL Ramsdorf und zu Hause gegen Adler Weseke verpassen. Am Mittwoch tritt der SuS zum Kreispokalspiel beim B-Ligisten 1. FC Oldenburg an.

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Sportredaktion Ahaus

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