Wieder im Einsatz: Luca Ostendorf, hier beim Warmlaufen am Nienborger Sportplatz, ist nach langer Verletzungspause zurück im Team von GW Lünten. © Sascha Keirat
Fußball

Nach vier Brüchen und drei OPs: Luca Ostendorf ist zurück im Spiel

Was für eine Leidenszeit: Wegen einer Verletzung mit etlichen Komplikationen musste Luca Ostendorf fast zweieinhalb Jahre pausieren. Jetzt steht er wieder auf dem Rasen – und genießt jede Minute.

Mit seinen gerade mal 23 Jahren hat Luca Ostendorf schon Verletzungspech für eine ganze Fußballerkarriere miterlebt. Mindestens eine. Am Sonntag im Derby gegen die Sportfreunde Ammeloe gab der Mann mit der Nummer sieben nun sein Comeback in der Startelf von GW Lünten.

Der lange Leidensweg des Vredeners hat damit ein Ende gefunden. Das hofft Luca Ostendorf zumindest. Denn seit dem 7. April 2019 hat er schon mehrfach gedacht, seine Verletzung sei überstanden. Sein für viele Monate letztes Meisterschaftsspiel absolvierte der Mittelfeldspieler an diesem Tag gegen den SuS Stadtlohn II.

Böse Überraschung im ersten Training

Die Geschichte begann mit einem Mittelfußbruch. „Ich bin damit zum Arzt gegangen und der sagte, dass drei Monate Pause wohl genügen würden und dass das ohne OP wieder verheilen würde“, erzählt Luca Ostendorf. Nach drei Monaten ging er dann wieder zum Training im Mergelkamp.

„Ich weiß noch, wie ich zu meinen Mitspielern gesagt habe, wie geil es ist, wieder auf dem Platz zu stehen“, so Ostendorf. „Und gefühlt in der nächsten Aktion war der Fuß wieder durch. Für mich ist in dem Moment natürlich eine Welt zusammengebrochen.“

Also ging es wieder ins Krankenhaus. Wieder wurde dem Fußballer von einer Operation abgeraten, wie er sich erinnert: „Der Arzt meinte: ‚Du bist so jung, das heilt von allein wieder.‘“

Drei Monate später sollte sich der Vredener dann wieder vorstellen, zur Kontrolle. „Dann hat sich herausgestellt, dass der Bruch nicht verheilt ist, sondern im Gegenteil: Er ist größer geworden.“ Damit war eine OP unausweichlich.

Doch damit war die Leidenszeit noch längst nicht beendet. „Die Schraube, die bei der OP in den Fuß kam, wurde nicht richtig gesetzt, sie ist unten wieder aus dem Knochen rausgekommen.“ Das hieß im Klartext: Zehn weitere Monate Pause für den früheren Jugendspieler der SpVgg Vreden.

Als es dann endlich zurück auf den Trainingsplatz ging, folgte der nächste Schreck: „Ich bin auf die Schraube getreten und dachte sofort, der Fuß wäre wieder gebrochen. Dann bin ich zu einem Spezialisten nach Essen. Der hat die alte Schraube rausgeholt und eine neue eingesetzt“, erzählt Luca Ostendorf. Aber auch nach der zweiten Operation sei der Knochen nicht wieder so zusammengewachsen, wie er sollte.

Weitere zehn Monate Pause

An Fußballspielen war also weiterhin über Monate nicht zu denken. Und weil das Unglück bei Luca Ostendorf gerade einen Lauf hatte, brach er sich ein weiteres Mal den Mittelfuß – diesmal beim Möbel schleppen während eines Umzugs.

Über den Vredener Physiotherapeuten Martin Rietfort, der ihn die ganze Verletzungszeit über unterstützt hatte, trat der Fußballer nun in Kontakt zu einem Experten in Osnabrück. Der nahm Operation Nummer drei vor. „Diesmal wurde Knochen aus meinem Becken entnommen und in den Fuß eingesetzt, das Ganze wurde mit sieben Schrauben befestigt.“

Der Arzt habe dem Kicker versichert, dass jetzt alles halten werde. Das war am 16. Dezember 2020. In der Folge, als ohnehin alle Fußballplätze für lange Zeit geschlossen waren, tastete sich der 23-Jährige ganz langsam wieder an den Sport heran. „Ich bin zum Beispiel monatelang die 1,5 Kilometer zu meinem Arbeitsplatz bei Wefapress zu Fuß gegangen. Außerdem habe ich angefangen, Golf zu spielen.“

Für Trainer Dirk Bültbrun ein ganz wichtiger Spieler: Luca Ostendorf (r.).
Für Trainer Dirk Bültbrun ein ganz wichtiger Spieler: Luca Ostendorf (r.). © Sascha Keirat © Sascha Keirat

Auch sein Vater, der langjährige Fußballspieler- und Trainer Manfred Ostendorf, habe ihm dazu geraten, bloß nicht zu schnell wieder mit dem Kicken anzufangen. „Papa meinte auch, dass er in seinen ganzen Jahren im Fußball noch nie so eine langwierige Verletzung gesehen hat.“

Irgendwann hat Luca Ostendorf dann wieder angefangen zu joggen, erst drei Kilometer, dann vier, dann fünf… Die Geduld zahlte sich aus: Ostendorf, übrigens auch Co-Trainer der A-Junioren der SpVgg, stieg bei GW Lünten wieder ins Mannschaftstraining ein und sammelte über Kurzeinsätze wieder Spielpraxis. Erst als Einwechselspieler in den Ligapartien gegen den FC Epe II und RW Nienborg, und zuletzt gegen Ammeloe auch wieder in der Startelf.

Trainer Dirk Bültbrun freut sich natürlich, dass der Mittelfeldmann wieder Teil des Kaders ist. „Luca hat vor dem Saisonstart signalisiert, dass er es probieren will. Er scheint auf einem guten Weg zu sein und wir hoffen alle, dass das so bleibt. Er ist für uns ein ganz wichtiger Spieler mit großer Präsenz auf dem Platz.“

Auch Luca Ostendorf ist guter Dinge. „Es fühlt sich jetzt besser an als bei den letzten Malen und ich hoffe einfach, dass es jetzt länger gutgeht.“ In seinem Kopf sitze zwar bei jedem Zweikampf noch der Gedanke, dass wieder etwas schiefgehen könnte, doch das werde von Training zu Training weniger. „Ich genieße jetzt einfach jede Minute, die ich auf dem Platz stehen kann.“

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Sportredaktion Ahaus

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