Auch im Fußball sind Frauen im Kreis Borken auf dem Vormarsch, hier Christina Marpert (l.) von der SG Heek/Oldenburg im Duell mit Charlotte Wisseling von Union Wessum. © Johannes Kratz
Statistik des Kreissportbundes

Neue Statistik zeigt: Der Sport im Kreis Borken wird immer weiblicher

Turnen, Reiten, Tanzen, Volleyball und Schwimmen – 26.000 Mädchen und Frauen betreiben im Kreis Borken eine dieser fünf Sportarten. Aber auch der Fußball wird kreisweit immer weiblicher.

Dass der Sport im Kreis Borken insgesamt immer weiblicher wird, hat Waldemar Zaleski vom Kreissportbund anhand der entsprechenden Statistiken konstatiert und in einem Gastbeitrag festgehalten.

Anfang des Jahres veröffentlichen der Deutsche Olympische Sportbund und die Landessportbünde die Mitglieder-Statistiken der Vereine und Verbände. Aus der Datenmenge lässt sich herausziehen, wie männlich oder weiblich Sportdeutschland und seine Regionen sind.

Demnach sind Mädchen und Frauen hierzulande deutlich weniger in Vereinen und Verbänden vertreten als Jungs und Männer. Regional betrachtet variiert jedoch der Anteil an weiblichen Mitgliedern in den Sportvereinen erheblich. 2020 waren bundesweit „nur“ knapp über 39 Prozent der Mitglieder in deutschen Sportvereinen weiblich. Aber auch insgesamt – wenn der Sport nicht in klassischen Vereinsstrukturen, also zum Beispiel im Fitnesscenter oder joggend im Wald ausgeübt wird – treiben Mädchen und Frauen weniger Sport als Jungen und Männer.

Volleyball ist der weiblichste Ballsport

Und trotzdem, es gibt sie, jene Sportarten, in denen weibliche Mitglieder die Oberhand behalten. Zu den deutschen Spitzenverbänden, in denen der Frauenanteil konstant über 50 Prozent liegt, gehören Turnen, Sportakrobatik, Rhythmische Sportgymnastik, Synchronschwimmen, Rollsport, Reiten und Tanz. Aber natürlich sind Frauen auch in Teamsportarten unterwegs. Als beliebtester und weiblichster Ballsport gilt der Volleyball – gefolgt vom Basketball, Handball und Fußball.

Im Turnen ist der Anteil der weiblichen Aktiven kreisweit am höchsten. Hier Gabriele Venhues vom TuS Wüllen
Im Turnen ist der Anteil der weiblichen Aktiven kreisweit am höchsten. Hier Gabriele Venhues vom TuS Wüllen © Johannes Kratz © Johannes Kratz

Im Kreis Borken können Turnen, Reiten, Tanzen, Volleyball und Schwimmen respektive Rettungsschwimmen durchaus als „feminin“ bezeichnet werden. Fast 26.000 Mädchen und Frauen sind in diesen fünf Sportarten organisiert. Die „weiblichste“ in diesem Ranking ist Turnen mit 11.698 Sportlerinnen. Sie machen im Kreis 76 Prozent aller Mitgliedschaften in diesem Sport aus.

Aber auch der Fußball wird kreisweit immer weiblicher. So eroberten Frauen sukzessive auch dieses sportliche Männer-Territorium. 2020 zeigten 10.936 Mädchen und Frauen auf hiesigen Fußballplätzen ihr Können und platzierten sich zahlenmäßig sogar auf Platz zwei direkt hinter den Turnerinnen.

55 Prozent Männer, 45 Prozent Frauen

Sportartübergreifend gehören der Gesundheitssport und Fitness zu den kreisweit beliebtesten sportlichen Aktivitäten der Mädchen und Frauen. 80 Prozent aller Teilnehmer an Angeboten mit diesem Schwerpunkt sind weiblich.

Schätzungsweise nehmen 35.000 bis 40.000 Mädchen und Frauen sie wahr. Und auch insgesamt sind Frauen in den Klubs auf dem Vormarsch im Kreis. Die 2020 142.990 hier gemeldeten Aktiven teilen sich in 78.926 (55 Prozent) männliche und 64.064 (45 Prozent) weibliche Personen auf. Letzterer Anteil stieg in den vergangenen 20 Jahren um fünf Prozent und liegt nun sechs Prozent über dem Bundesdurchschnitt, sieben über des im Landes.

„Die Sportvereine im Kreis Borken werden also zunehmend weiblicher. Den hiesigen Klubs ist es gelungen, in nahezu allen Altersklassen den Anteil weiblicher Mitgliedern zu steigern. Und es sieht ganz danach aus, als würde sich das Angebot der Vereine immer stärker und effektiver auf Mädchen und Frauen ausrichten“, so Waldemar Zaleski.

„Und auch das muss betont werden: Frauen(-sport) in Vereinen schränkt sich nicht nur auf die aktiven Sportlerinnen ein. In unseren Vereinen prägen Frauen das Vereinsleben auch in anderen Bereichen.“ Sei es als Übungsleiterinnen, Trainerinnen, Kampf- und Schiedsrichterinnen, Mitarbeiterinnen in der Klubverwaltung oder als Ehrenamtsträgerinnen.

Zaleskis Fazit: „Der Vereinssport ist noch nicht weiblich, aber er befindet sich schnurstracks auf dem Weg dorthin. Im Kreis Borken sogar schneller als woanders in Deutschland. Und das ist gut so!“

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.