Gerade um Vereinen im Ringen um den möglichen Spielermangel in den unteren Seniorenmannschaften eine Chance zu geben, ihre Spieler und Mannschaften zu halten, soll für die Kreisligen D und C ein neues Modell für Spielgemeinschaften entwickelt werden. © Johannes Kratz
Fußball

Neues Modell für Spielgemeinschaften soll Abmeldungen entgegenwirken

Die Corona-Pandemie beherrschte selbstverständlich die Ständige Konferenz im westfälischen Fußballverband. Doch es gab auch andere Themen, die die Vereine in besonderen Zeiten beschäftigen.

Rund fünf Stunden tagte die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) virtuell – „durchaus anstrengend“, wie Willy Westphal als einer der 29 Kreisvorsitzenden zu berichten weiß. Neben vielen Jahresberichten nahm natürlich das Thema Coronavirus und dessen Auswirkungen auf den Spielbetrieb umfassend Raum ein.

Viele Neuigkeiten gibt es nicht zu berichten, mit einer Ausnahme, die der FLVW-Vize Manfred Schnieders einbrachte: „Er hat noch einmal betont, dass die 50-Prozent-Regel für eine Saisonwertung bedeutet, dass mindestens 50 Prozent aller Spiele einer Klasse absolviert werden müssen. Es muss keine komplette Hinrunde abgeschlossen werden“, so Westphal, Vorsitzender im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld. Die Kreisvorsitzenden hätten allerdings aus sportlicher Sicht dem Anliegen noch einmal Nachdruck verliehen, dass zumindest „jeder einmal gegen jeden gespielt haben sollte“.

Verband wartet politische Entscheidungen ab

Konkrete Aussagen zur Saisonfortsetzung ließen sich erst Anfang Januar mit weiteren politischen Entscheidungen treffen, darauf verständigte sich die Konferenz. „Wir bleiben noch zuversichtlich gestimmt. Wir wissen aber auch, dass es mit einer kompletten Saison in Teilen sehr eng wird“, erklärt Westphal.

Es standen aber noch weitere Themen auf der Tagesordnung, zum Beispiel ein neues Modell für Spielgemeinschaften. Bisher ist es bei den Senioren so, dass schon erste Mannschaften zweier Vereine eine Spielgemeinschaft bilden können. Die Kreise hatten nun die Bitte an den Verbandsfußballausschuss (VFA) herangetragen, dass die Vereine auch für ihre zweiten oder dritten Mannschaft Spielgemeinschaften eingehen dürfen. „Das funktioniert ja bei der Jugend oder bei den Altherren schon sehr gut. Und das Ziel ist ja klar: Bevor ich beide Mannschaften abmelden muss, kann ich diesen doch besser die Option einer befristeten Spielgemeinschaft anbieten“, erklärt der Kreisvorsitzende.

Spielgemeinschafts-Modell für die C- und D-Ligen

Sonst verliere man im unteren Bereich viele Spieler – gerade in Vereinen, die eh schon Schwierigkeiten mit der demographischen Entwicklung hätten. Westphal: „Zudem ist man gerade hier in einer ländlichen Region doch viel stärker mit seinem Heimatverein verbunden. Statt zu wechseln, würden viele Spieler eher ganz aufhören. In einer Spielgemeinschaft behielten sie zunächst ihre Spielberechtigung für den Stammverein.“

Ein Modell für den reinen Amateurfußball in den Kreisligen C oder D soll es sein. Dieses habe aber keine ungeteilte Zustimmung gefunden, einige Kreise befürchteten mögliche Wettbewerbsverzerrungen. „Es müssen kleinere Anpassungen vorgenommen werden, dann werden wir im Januar im Umlaufverfahren entscheiden“, zeigt sich Westphal optimistisch.

Ordnungsgelder für Schiedsrichter-Mindersoll werden ausgesetzt

Ein weiteres Thema waren die Ordnungsgelder für das Schiedsrichter-Mindersoll. Beschlossen wurde, dass dieses Mindersoll für Vereine im Monat Oktober noch sanktioniert wird, in den Monaten November und Dezember werden Ordnungsgelder ausgesetzt. „Natürlich ist Kritik in der Hinsicht vorhanden, dass man die Vereine belohnt, die ihrer Verpflichtung nicht nachkommen. Andererseits wurde in den beiden letzten Monate auch nicht gespielt“, wägt Westphal ab: „Dann ist dieser Beschluss auch logisch und nachvollziehbar.“

Bei Willy Westphal, Kreisvorsitzender der Fußballer und Leichtathleten, ist Zuversicht gesunken.
Bei Willy Westphal, Kreisvorsitzender der Fußballer und Leichtathleten, ist Zuversicht gesunken. © Michael Schley © Michael Schley

Man wolle die Vereine in schwierigen Zeiten nicht zusätzlich finanziell belasten. Und dass dies möglich sei, das habe der Haushaltsbericht des Verbandes gezeigt, der nicht „so dramatisch wie befürchtet“ ausgefallen sein.

Fehlverhalten von Teamoffiziellen soll mehr sanktioniert werden

Zum Abschluss wurde noch einmal der Satzungsausschuss des WDFV angerufen. „Die Kreise sind mit der Ausgestaltung des neuen Paragraphen 8a der Rechts- und Verfahrensordnung nicht ganz einverstanden“, berichtet Willy Westphal. Darin steht unter anderem, dass Teamoffizielle bei Zeigen der Gelb-Roten Karte nur in dem laufenden Spiel aus dem Innenraum verwiesen werden.

„Das ist nicht zufriedenstellend und passt nicht in die Landschaft, in der sich alle Verbände gegen Gewalt im Sport aussprechen.“ Hier soll es künftig auch weitergehende Sanktionierungen gegen Teamoffizielle geben dürfen.

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