Thomas Verhufen auf seinem Pferd Edelmann TV. © Thomas Strack
Dresurreiten

Olympia: Für Thomas Verhufen ist jeder Ritt vor dem Fernseher spannend

Es gibt Sportarten wie Kanu oder Rudern, auf die Verlass ist. Sie polieren stets den deutschen Medaillenspiegel bei olympischen Sommerspielen auf. Das gilt auch für die erneut erfolgreichen Dressurreiter.

Aber zwischen dem normalerweise alle vier Jahre stattfindenden Großereignis bewegen sich die Aktiven meist abseits des breiten Interesses.

„Dressurreiten ist für die Zuschauer halt nicht so attraktiv wie das Springen. Da geht es um die Harmonie, nicht um das Tempo“, erklärt Thomas Verhufen.

Zu wenig Adrenalin?

Der Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Ochtrup ist einer der wenigen ländlichen Reiter, der sich der Dressur verschrieben hat. „Fünf Prozent machen wir bei Turnieren aus, auf dem Top-Level sind es vielleicht 20. Möglich, dass dem einen oder anderen dabei zu wenig Adrenalin ausgeschüttet wird“, mutmaßt der 48-Jährige, warum die Herren der Zunft im Dressurviereck eindeutig unterrepräsentiert sind.

Zeit und Geduld

Die Dressur gilt als trainingsintensivere Disziplin. Gerade, wer in den höheren Prüfungen Traversalen, Passagen, Piaffen oder Galopppirouetten zeigen möchte, braucht viel Zeit und Geduld mit sich und seinem Vierbeiner. „Die hohe Kunst ist es, die Lektionen ohne sichtbaren Einsatz des Reiters zu bewältigen. Der Zuschauer soll sich fragen, warum macht das Pferd jetzt dieses und nun jenes. Das macht für mich den Reiz aus“, erläutert Verhufen. Bewertet werden der Sitz, die Hilfengebung, die Bewegung und die Rittigkeit des Pferdes sowie die korrekte Ausführung der verlangten Lektionen, die in einem internationalen Aufgabenheft stehen. Die Basis reitet in der Regel nur die Pflicht, während die Profis sich sowohl in der Pflicht als auch in der Kür bewerten lassen.

Begeisterung vor dem Fernseher

Der aus Heek stammende Thomas Verhufen, der zunächst für den RV St. Georg Heek-Nienborg im Sattel saß, verfolgt die Entscheidungen in Tokio, da gibt es für den Ochtruper keine Zweifel: „Waschechte Fußballfans sehen sich ja nicht nur Deutschland gegen Italien an, sondern alle Spiele. Und so ist das bei mir, wenn ich mir im Fernsehen oder im Internet Dressurprüfungen angucke. Ich betrachte jeden Ritt, schließlich kann ich da auch was lernen. Wenn eine Lektion super gelingt, dann freue ich mich genauso wie andere über ein Tor. Das steht auf jeden Fall fest.

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