Neun Tore hatte Nico Ostenkötter in neun Oberligaspielen für die SpVgg Vreden erzielt. Dann bremste die Pandemie ihn und sein Team aus. © Sascha Keirat
Fußball

Ostenkötter und Co.: Verhinderte Champions der annullierten Fußballsaison

Sie waren bis zur Unterbrechung auf dem besten Weg in Richtung Aufstieg, Titel oder Torjägerkrone. Wir zeigen an vier Beispielen verhinderte Champions der annullierten Saison.

Der Fußballverband Westfalen und somit auch der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld haben im April die Saison 2020/21 für beendet erklärt. Eine Wertung gibt es nicht, im August, so der Plan, sollen die Uhren wieder auf null gestellt werden. Dann starten alle Ligen in der gleichen Besetzung wie im Herbst 2020 von Neuem.

Die Saison wurde deshalb nicht gewertet, weil einfach noch zu wenig Spiele ausgetragen worden waren. Mindestens 50 Prozent der Partien einer Liga hätten gespielt werden müssen. Auch wenn es nun natürlich spekulativ ist: Einige Mannschaften und Spieler waren auf einem so guten Weg, dass ihnen ein Titel ohne Weiteres zuzutrauen gewesen wäre. Für sie kam das Saisonaus besonders bitter. Wir haben vier Beispiele herausgesucht.

Union Wessum (Frauen-Landesliga): Seit ihrem Aufstieg 2016 waren die Wessumerinnen schon oft nah dran am Aufstieg in die Westfalenliga. Zweimal Vizemeister, einmal Dritter und einmal Sechster. An der Südstraße hat sich ein starkes Team formiert, das in dieser Saison all seine fünf Partien gewonnen und dabei ein Torverhältnis von 26:2 fabriziert hat. Allein Charlotte Eismann hat davon zehn erzielt, also im Schnitt zwei Tore pro Spiel. Eine tolle Statistik, die aber am Ende nichts einbringt. Allerdings: Mit GW Nottuln hatte Union einen gefährlichen Verfolger hinter sich, der ebenfalls schon 15 Punkte geholt, dafür aber ein Spiel mehr benötigt hatte.

SuS Stadtlohn (Bezirksliga 11): Über den erneuten Rückschlag des SuS haben wir an dieser Stelle bereits ausführlich berichtet. An den ersten acht Spieltagen hatten sich die Blau-Weißen bereits einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf Verfolger DJK Coesfeld herausgespielt, sieben von acht Begegnungen gewonnen und nur gegen den SV Heek zwei Zähler liegen lassen. Das Torverhältnis sah mit 16:2 ebenfalls vielversprechend aus, sodass im Titelrennen wohl kein Weg am SuS vorbei geführt hätte. Trainer Stefan Rahsing ist sich aber sicher, dass sein Team die Spielzeit 2021/22 genauso motiviert angehen wird wie die nun beendete.

TSV Ahaus (Kreisliga C1): Letztes Jahr ermöglichte der Saisonabbruch dem TSV noch den Aufstieg aus der D-Liga. Aus dem geplanten Durchmarsch wurde nun erst einmal nichts. „Ein ganzes Jahr verloren“, kommentierte Spielertrainer Serkan Dayan. Seine Mannschaft stand zwar zum Zeitpunkt der Annullierung nur auf Rang fünf, konnte aber wegen einer Corona-Quarantäne erst deutlich weniger Spiele austragen als die Teams vor ihr.

Die bisherigen fünf Partien gewann der TSV, der über den nominell stärksten Kader der Klasse verfügt, allesamt und erzielte dabei 30 Treffer. Ob Tabellenführer DJK Stadtlohn II (19 Punkte aus 7 Spielen) oder Eintracht Ahaus III (17 aus 7) dem TSV gefährlich hätten werden können, werden wir allerdings nie erfahren.

Nicolas Ostenkötter (SpVgg Vreden): Nicht allzu viele Fußballer erhalten in ihrer Laufbahn die realistische Chance, einmal Torschützenkönig in der Oberliga zu werden. So lange die Statistiken der annullierten Saison noch zu sehen sind, steht Nico Ostenkötter mit seinen neun Treffern aus neun Spielen ganz oben in der Torjägerliste der höchsten westfälischen Spielklasse. Genau wie sein ganzes Team hätte natürlich auch Ostenkötter die erfolgreiche blau-gelbe Serie gern fortgesetzt, doch auch die Vredener müssen einen neuen Anlauf nehmen.

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Sportredaktion Ahaus

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