Maik Liesbrock, hier mit Anthony Losilla und der Meistertrophäe der 2. Bundesliga. © privat
Fußball

Ottensteiner Maik Liesbrock nach Aufstieg mit VfL Bochum: „Es fühlt sich riesig an“

Ottenstein ist ab der neuen Saison wieder in der Bundesliga vertreten – in Person von Physiotherapeut Maik Liesbrock. Der 37-Jährige erzählt, wie er die emotionalen Aufstiegsmomente erlebt hat.

Erst zu Beginn der Saison 2020/21 hat sich Maik Liesbrock dem VfL Bochum angeschlossen. Am Pfingstsonntag gelang dem Klub mit einem 3:1 über den SV Sandhausen die lang ersehnte Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Wie der Ottensteiner die Saison und ihren freudigen Ausgang erlebt hat, verrät er im Gespräch mit der Münsterland Zeitung.


Das war natürlich auch von der Bank aus spannend. Nach unserem Führungstor zum 1:0 war schon ein bisschen das Gefühl da: Jetzt kann nicht mehr viel passieren. Ein Unentschieden hätte ja auch gereicht. Aber nach dem 1:1 ist dann doch kurz Nervosität aufgekommen. Nach dem 2:1 war mir dann klar: Das lassen wir uns nicht mehr nehmen. Was dann nach dem Schlusspfiff kam, war nur noch pure Ekstase.

Nach elf Jahren ist der VfL zurück in der Bundesliga. Wie fühlt sich das für ein relativ neues Vereinsmitglied an?

Trotz der relativ kurzen Zeit im Verein war auch bei mir schon sehr viel Leidenschaft dabei. Natürlich ist es für die Kollegen um mich herum, die teils seit 10, 11 oder sogar 25 Jahren dabei sind, noch mal was anderes. Aber auch sie haben gesagt, dass dieser Aufstieg, das auch noch als Meister, schon ein ganz besonderer ist. Insgesamt fühlt es sich riesig an und hat mit all dieser puren Emotion großen Spaß gemacht.

Im letzten Spiel gegen Sandhausen hat das Team nach einer Stunde den Ausgleich kassiert und es damit noch mal spannend gemacht. Bei einer Niederlage hätte die Relegation gedroht. Wie haben Sie das Saisonfinale von der Bank aus erlebt?

Die Fans durften diese Momente zwar nicht im Stadion erleben, haben aber rund herum eine große Party gefeiert. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Man konnte sie im Stadion auf jeden Fall hören. Und auch der Geruch von Pyrotechnik ist irgendwann zu uns durchgedrungen. Wir haben die Unterstützung also gespürt, auch wenn wir sie natürlich gerne im Stadion gehabt hätten. Aber ich glaube, der Party nach dem Schlusspfiff hat das keinen Abbruch getan.

Geisterspiele, kurze Winterpause, im Mai dann die Team-Quarantäne im Hotel – für die Spieler war die „Corona-Saison“ eine außergewöhnliche. Wie war sie für das Team der Physiotherapeuten?

Auch sehr, sehr anstrengend. Durch die verkürzte Winterpause ist man im Grunde gar nicht richtig runtergefahren. Wir hatten viel zu tun und haben ja auch extra unser Physio-Team aufgestockt, um den Bedürfnissen jedes einzelnen Spielers gerecht werden und die nötigen Behandlungen vornehmen zu können. Die Team-Quarantäne war natürlich noch mal eine ganz spezielle Situation. Da hat einem die Familie dann schon sehr gefehlt, ich zum Beispiel habe ja auch ein kleines Kind zu Hause, das immer nach Papa gefragt hat. Der Aufstieg hat nun aber für all das entschädigt.

Wie werden Sie jetzt die Sommerpause verbringen?

Wir haben jetzt gute fünf Wochen frei. Wir Physios fangen dann etwas früher wieder an, auch um dem Trainer vor dem Start verbindlich mitteilen zu können, welcher Spieler die Vorbereitung in vollem Umfang mitmachen kann und welcher vielleicht nicht. Zuerst werde ich jetzt aber mal komplett abschalten, mit der Familie an die deutsche See fahren und die Seele baumeln lassen.

Und danach geht‘s in die Bundesliga. Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten und was wird für den VfL möglich sein?
Die Spiele gegen den BVB oder die Bayern werden natürlich absolute Highlights. Für mich persönlich wird aber vor allem das Spiel im Frankfurter Waldstadion, wo ich sechs tolle Jahre hatte, ein ganz besonderes. Da darf ich dann auch mal die Gästekabine von innen erleben. Was unsere Ziele angeht, denke ich, dass wir den Klassenerhalt anpeilen sollten. Sicherlich gehören wir vom Etat her nicht zu den großen Fischen der Liga, können uns aber ein Beispiel an Arminia Bielefeld nehmen, die es dieses Jahr unter ähnlichen Voraussetzungen geschafft haben.

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Sportredaktion Ahaus

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