Juniorenfußball

Reform im Kinderfußball wird im Kreis „nicht mit der Brechstange“ umgesetzt

Spätestens zur Saison 22/23 sollen in jedem Kreis im FLVW die neuen Spielformen bei den G- und F-Junioren eingeführt werden. Im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld nimmt man die Vereine aktiv mit.
Ob im Training oder im Spiel – Individualität und Spielfreude sollen gerade bei den jüngsten Kickern durch kleinere Mannschaftsgrößen und Spielfelder gefördert werden.
Ob im Training oder im Spiel – Individualität und Spielfreude sollen gerade bei den jüngsten Kickern durch kleinere Mannschaftsgrößen und Spielfelder gefördert werden. © Sascha Keirat

Noch sind sie nicht verbindlich, die neuen Spielformen im Kinderfußball. Doch das wird sich bald ändern. Zur Spielzeit 2022/23 sollen diese im Bereich G- und F-Junioren im Fußball- und Leichtathletik-Verband (FLVW) flächendeckend umgesetzt werden. An diesem Fahrplan hat sich auch durch die lange Spielpause infolge der Coronapandemie nichts geändert. Erste Kreise legen zur Saison 2021/22 schon einen Frühstart hin. „Privat“ dürfen sich die Vereine weiter zu Spielen im 7 gegen 7 treffen.

Das Konzept sieht künftig kleinere Mannschaftsgrößen und kleinere Spielfelder und Wettkämpfe in Turnierform vor. Der Hintergrund: Mit diesen Maßnahmen sollen Spielfreude und Individualität, verbunden mit höheren Einsatzzeiten für alle, gesteigert werden. Konkret am Beispiel Minikicker bedeutet dies: Es wird im 3 gegen 3 oder 2 gegen 2 gespielt, mit mindestens einem Rotationsspieler pro Mannschaft. Gespielt wird ohne Torwart, nach jedem Treffer wird automatisch ein Spieler gewechselt.

Neue Spielformen bei den G- und F-Junioren

An den Turniernachmittagen werden acht Durchgänge à fünf Minuten empfohlen. Nach jedem Durchgang gehen die Gewinnerteams ein Spielfeld weiter, die Verliererteams ein Feld zurück. So sehen es im Idealfall die Richtlinien des FLVW vor. Das Konzept erfordert natürlich auch einen gewissen organisatorischen Aufwand, viele Vereine werden auch in Material investieren müssen.

Im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld hatte der Kreisjugendausschuss (KJA) im Zuge der Mannschaftsmeldungen eine Abfrage gestartet. Einige Vereine äußerten bereits den Wunsch, diese neue Spielform umzusetzen. Der KJA peilt insbesondere die Rückserie der kommenden Spielzeit an, dies vorerst bei den Minikickern. „Wir hängen durch die Pandemie natürlich alle ein wenig in der Luft“, erklärt der KJA-Vorsitzende Sven Wesenberg.

Kreis plant Arbeitstagung im Herbst

Deshalb werde man das Thema mit Bedacht und Weitblick angehen – so wie es die Verbände nun auch tun. Beim sogenannten DFBmobil, das nun wieder die Vereine besuchen darf, sind die neuen Spielformen im Kinderfußball ab sofort ein Schwerpunktthema. Ebenso in der Trainierausbildung.

„Wir werden das Konzept jetzt nicht mit der Brechstange umsetzen. Wir wollen und werden die Vereine mitnehmen und erste Erfahrungen aufnehmen“, so Wesenberg. Im Herbst plane man nach der ersten Abfrage nun eine Arbeitstagung mit Vereinsverantwortlichen. „Dort wollen wir die Pläne dann konkret vorstellen“, blickt Wesenberg voraus. Diese sollen dann in die Vereine hineingetragen und bestenfalls in der Rückserie umgesetzt werden.

Dass es neben Skepsis auch Anhänger der neuen Spielform gibt, das kann Sven Wesenberg widerspiegeln: „Gerade im unteren Bereich steht der Spaß im Mittelpunkt, da kann es Sinn machen, ins 3 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 zu gehen.“

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.