Ein Vorbild an Kontinuität: Trainer Christian Streich vom SC Freiburg. Doch auch in Ahaus gibt es einen Coach mit ähnlicher Ausdauer. © picture alliance/dpa
Fußball

Seit 2008 an der Linie: Dieser Trainer ist der Ahauser Christian Streich

Viel Anerkennung erhielten im Februar der SC Freiburg und Trainer Christian Streich, dessen Vertrag wieder einmal verlängert worden war. Auch in Ahaus gibt es einen echten Dauerbrenner.

Trainer kommen und gehen, das ist in der Kreisliga nicht anders als in der Bundesliga. Manchmal nehmen sie schon nach wenigen Wochen ihren Hut, manchmal nach ein paar Jahren und in ganz seltenen Fällen bleiben sie sogar ein Jahrzehnt oder mehr. Ein prominentes Beispiel ist Christian Streich, der im Sommer in seine elfte Saison beim SC Freiburg gehen soll.

Noch länger steht bereits ein Ahauser Trainer an der Seitenlinie für seine Mannschaft: Guido Meyer vom 1. FC Oldenburg. Der heute 48-Jährige begann bereits 2008 als Co-Trainer der Rot-Weißen, übernahm 2011 den Cheftrainerposten und ist bis heute in verschiedenen Konstellationen auf der Kommandobrücke geblieben.

Dass Kontinuität dem FCO wichtig ist, betonte Geschäftsführer Dirk Kahla, als er kürzlich die Verlängerung der Zusammenarbeit mit Guido Meyer und Francisco Fraca bei der ersten Mannschaft bekanntgab. Für diese Tugend steht Meyer, er habe auch oder gerade in dieser schwierigen Zeit keinen Grund gesehen, sein Engagement zu beenden. „Es macht immer noch super Laune, vor allem, weil hier beim FC Oldenburg zusammen und nicht gegeneinander gearbeitet wird“, sagt Meyer.

Und im Verein wissen sie auch, was sie an ihrem Coach haben. „Guido ist einfach eine gute Seele und ich glaube, dass der Verein heute ohne ihn nicht da wäre, wo er ist“, sagt Francisco Fraca, der Meyer bereits seit über 40 Jahren kennt. Der sei nicht nur ein bescheidener Typ mit freundschaftlicher Bindung zu den Spielern, sondern nehme durch seine parallele Tätigkeit als Trainer der A-Junioren auch eine wichtige Position im Klub an der Ridderstraße ein. „Guido ist das Bindeglied zwischen Junioren- und Seniorenabteilung.“

Guido Meyer fing als Libero bei der Eintracht an

Obwohl Meyer den FC in den vergangenen Jahren mit geprägt hat, ist Oldenburg nicht sein Heimatverein. „Angefangen mit dem Fußball habe ich damals in der E-Jugend von Eintracht Ahaus. Da bin ich dann auch bis zu den Senioren geblieben und habe in der dritten Mannschaft gespielt.“ Erst als Libero, dann als defensiver Mittelfeldspieler und später auch als Jugendtrainer.

Gemeinsam mit seiner A-Jugend wechselte Meyer vor gut acht Jahren von der Eintracht zum FCO. „Da hat es ein paar Probleme gegeben“, sagt der Trainer, ohne ins Detail zu gehen. Bei den Oldenburgern arbeitet der Fan des FC Köln seither in der Doppelfunktion bei Junioren und Senioren. Zunächst gemeinsam mit seinem Freund Francisco „Kiko“ Fraca. Der verließ den FC 2011 aber vorübergehend in Richtung Union Wessum.

Guido Meyer (M.) steht schon seit 2008 beim FC Oldenburg an der Seitenlinie. die meiste Zeit gemeinsam mit seinem Kumpel Fransico Fraca (r.).
Guido Meyer (M.) steht schon seit 2008 beim FC Oldenburg an der Seitenlinie. die meiste Zeit gemeinsam mit seinem Kumpel Fransico Fraca (r.). © Sascha Keitrat © Sascha Keitrat

Meyer, an der Seitenlinie stets die Ruhe selbst, blieb an der Ridderstraße und feierte 2013 mit der ersten Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga B. Dort spielt das Team, ursprünglich 1970 als Thekenmannschaft gegründet, bis heute. Ob es perspektivisch vielleicht auch mal in die A-Liga gehen kann? „Vom Potenzial her wäre das sicher mal drin“, sagt Guido Meyer. „Aber wir haben da überhaupt keinen Druck. Wir würden für so ein Ziel niemals bei anderen Vereinen wildern oder so. Wir leben von der guten Stimmung in der Mannschaft und im Verein und zahlen kein Geld wie andere. Wenn es irgendwann gelingt, nehmen wir es aber gerne mit. “

Teil dieses Vereinslebens will Meyer auch weiterhin bleiben. Eine Grenze nach oben hat er sich auch nach mittlerweile fast 13 Jahren an der Seitenlinie nicht gesetzt. „Ich habe noch Lust, wir schauen aber von Jahr zu Jahr neu, wie es weitergeht.“ Dass es noch ein bisschen weitergeht, hofft auch Francisco Fraca, der seit 2016 wieder ein Gespann mit Guido Meyer bildet: „Wir harmonieren einfach gut, jeder hat seine Rolle gefunden. So jemanden wie ihn an seiner Seite findet man selten.“

Und einen Trainer, der über ein Jahrzehnt mit einer Mannschaft zusammenarbeitet, ebenfalls. Bleibt abzuwarten, wie viele Saisons noch dazukommen.

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