Mit dem Soccer-Ei will Heinz-Jürgen Uhlenbrock auch nach dem Lockdown wieder junge Fußballer fördern. © Archiv
Juniorenfußball

Soccer-Ei-Erfinder Uhlenbrock hat Pläne für die Nach-Lockdown-Zeit

Die Corona-Pandemie macht auch dem Vredener Heinz-Jürgen Uhlenbrock zu schaffen. Doch der Erfinder des „Soccer-Ei“ hat für die Zeit danach schon die nächsten Pläne im Kopf.

33 Veranstaltungen sind rund um die Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr mit dem Soccer-Ei geplant. Dass die ganze Organisation und vor allem die bereits getätigten Investitionen nicht ins Leere laufen, das hofft Heinz-Jürgen Uhlenbrock, besser bekannt als „Uhle“, in diesen Tagen inständig. Denn ob die EM stattfindet, steht derzeit noch in den Sternen.

Der Erfinder des Soccer-Ei überbrückt die Corona-Krise vor allem mit den Ersparnissen aus den vergangenen Jahren, wie er sagt. „Fünf, sechs Stück“ seiner Mini-Fußballfelder habe er aber zuletzt auch trotz der Pandemie verkauft. „Man merkt jetzt schon, dass es Nachholbedarf gibt und Leute heiß darauf sind, endlich wieder kicken zu können“, sagt der Vredener.

Auch wenn derzeit nahezu überall der Ball ruht, beschäftigt sich Uhlenbrock sieben Tage die Woche mit Fußball, für ihn nach der Familie die zweitschönste Sache der Welt, wie er sagt. Und die hat der gelernte Elektrotechniker, der hinterher auch in anderen Jobs unterwegs war, 2013 quasi zu seinem Beruf gemacht. „Ursprünglich hatte ich das Soccer-Ei damals im Garten für meine Enkelkinder gebaut. Meine Tochter ist Juristin und hat mir dann direkt eine Patent-Anmeldung auf den Tisch gelegt“, erzählt der 68-Jährige.

Anfänge schon 1995

Dabei sei die Grundidee eines Mini-Courts schon viel älter. „1995 bei der Aktion Kinder kicken für Kinder in Not in Vreden ging alles los“, so Uhlenbrock. Das Geschäft mit dem Soccer-Ei kam aber erst knapp 20 Jahre später nach und nach ins Rollen. Mittlerweile stehen fest installierte Soccer-Eier etwa in den USA, Russland, Norwegen, Ruanda, Bulgarien oder der Türkei. Neuerdings gebe es sogar das erste „Öko-Soccer-Ei“ mit Banden aus Buchenholz.

Ein wichtiger Part des Geschäftsmodells ist aber die Mobilität des Soccer-Eis, das auf Veranstaltungen, bei Vereinen oder in Schulen, für einen Tag auf- und schnell wieder abgebaut werden kann. Vertrieben werden die Spielfelder von einem Sportgerätehersteller in Münster sowie einer Firma in Stuttgart und einer in Norddeutschland.

Heinz-Jürgen Uhlenbrock mit seinem „Baby“, dem Soccer-Ei
Heinz-Jürgen Uhlenbrock mit seinem „Baby“, dem Soccer-Ei © Archiv © Archiv

Und in den vergangenen Jahren hat der Vredener sein „Baby“ auch weiterentwickelt. So gibt es mittlerweile neben verschiedenen Spielfeld-Varianten auch LED-Licht-Akustikmodule, Körbe oder verschiedene Prellbanden. Mit dem bisher Erreichten sei „Uhle“ durchaus zufrieden – aber längst noch nicht fertig. So stehen schon wieder neue Projekte an, das aktuelle heißt „Fußball hilft beim Lesen und Rechnen lernen“ und richtet sich speziell an den Schulsport. Das Ziel: Die Kinder sollen beim Kicken Lernaufgaben lösen.

Mit dieser Idee habe sich Uhlenbrock an das Ministerium für Bildung und Forschung in Berlin gewandt, „die haben mich an die Deutsche Lese-Stiftung in Mainz verwiesen. Dort bekam ich neben dem Interesse für die Idee auch die entsprechende Hilfestellung. Ebenfalls ist die Bezirksregierung Münster involviert, die Unterstützung in Aussicht gestellt hat“, so der Vredener.

Grundsätzlich gebe es noch viel zu tun in der Ausbildung junger Fußballer, sagt Uhlenbrock, früher selbst als Trainer (SpVgg Vreden, SuS Stadtlohn) und Scout (Twente Enschede) aktiv. „Ich vertrete schon seit vielen Jahren den Standpunkt, dass Drill im Training wenig bringt. Es geht darum, dass der Spaß im Vordergrund steht.“

Die Förderung der Technik sei wichtiger als Ausdauer und Taktik. So komme ihm und seinem Geschäftsmodell auch der derzeitige Kurs des Deutschen Fußball-Bunds entgegen, der immer mehr auf Spielformen wie zwei gegen zwei oder drei gegen drei (Funino) setzt. Denn genau auf solche Spielvarianten ist das Soccer-Ei ausgelegt.

Wie die aktiven Fußballer scharrt also auch Heinz-Jürgen Uhlenbrock mit den Hufen, dass es endlich wieder losgeht und der Ball rollen kann.

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Sportredaktion Ahaus

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