Sophie Kleinpas hütet erfolgreich das Tor in der U17-Bundesliga und in der Westfalenauswahl. Jetzt durfte sie auch bei einem Lehrgang der Nationalmannschaft mitmachen. © Joachim Lücke
Fußball

Sophie Kleinpas aus Ottenstein schnuppert Luft bei U-Nationalmannschaft

In der Westfalenauswahl überzeugt Sophie Kleinpas. Diese Leistungen werden belohnt: Die Torhüterin vom SSV Rhade durfte jetzt an einem Lehrgang der U-Nationalmannschaft teilnehmen.

Seit einigen Jahren spielt Sophie Kleinpas in der U17-Westfalenauswahl. Beim letzten Verbandsturnier hielt die Torhüterin in beiden Spielen die Weiße Weste. Das hat bei den Scouts Eindruck hinterlassen. Die 16-Jährige wurde zu einem Lehrgang der U19-Nationalmannschaft eingeladen. Es ist der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Ahauser Sportlerin des Jahres 2018.

Mit elf Jahren erstmals Kreisauswahl

Das Potenzial von Sophie Kleinpas wurde bereits früh erkannt. Als Torhüterin bei ihrem Heimatverein FC Ottenstein setzte sie sich im Alter von elf Jahren in der Kreisauswahl Ahaus/Coesfeld durch. Ein Jahr später spielte sich die Auswahl zum Westfalenmeister. Die Folge: Kleinpas erhielt eine Einladung zur Westfalenauswahl.

Doch auch auf Vereinsebene blieb das Talent nicht unentdeckt. Im Jahr 2018 fragte der SSV Rhade bei der Nachwuchstorhüterin an. Über das Zweitspielrecht sammelte sie mit 13 Jahren erste Erfahrungen in der U17 der Mädchenfußball-Hochburg Rhade. Parallel trainierte sie regelmäßig mit der Westfalenauswahl am Sportcentrum in Kaiserau. „Das war schon etwas anderes. Wenn du keine Leistung bringst, bist du raus“, erklärt Mutter Martina Kleinpas beim Treffen in Ottenstein.

Ein herber Rückschlag war für die junge Keeperin die Corona-Zeit. An Training und Spiele war nicht zu denken. Also hielt sie sich zu Hause in Ottenstein fit. Mehrmals die Woche joggen, eigenes Training im Fitness-Keller und Workouts mit den Teamkolleginnen per Videokonferenz waren angesagt. Später erhielt sie dann sogar die Möglichkeit, mit einem Torwarttrainer Einzeltraining abzuhalten. „Da hat sich Sophie durchgekämpft“, lobt Ralf Kleinpas die Disziplin seiner Tochter.

Einladung zur U19-Nationalmannschaft

Im Kader der Westfalenauswahl blieb Sophie Kleinpas auch in der Corona-Pause, sodass sie dort direkt anknüpfen konnte. Beim letzten Sichtungsturnier der Verbände Westfalen, Mittel- und Niederrhein Anfang September machte Kleinpas dann mit zwei starken Partien auf sich aufmerksam, in denen sie ihren Kasten jeweils sauber hielt. Scouts luden sie daraufhin zu einem Lehrgang der U19-Nationalmannschaft ein.

In Ahaus wurde Sophie Kleinpas zur Sportlerin des Jahres 2018 gewählt.
In Ahaus wurde Sophie Kleinpas zur Sportlerin des Jahres 2018 gewählt. © Johannes Kratz © Johannes Kratz

Über drei Tage trainierte die SSV-Torhüterin mit den besten U-Spielerinnen des Westens – als zweitjüngste Teilnehmerin. Für Sophie Kleinpas ein unvergessliches Erlebnis: „Das war alles schon sehr hohes Niveau, aber es hat total Spaß gemacht.“ In Zukunft könnten weitere Lehrgänge anstehen. Falsche Hoffnungen auf eine Aufnahme in die Endauswahl der U19-Nationalmannschaft macht sich Familie Kleinpas aber nicht: „Wir schauen einfach mal.“

Konzentration auf SSV Rhade

Bis dahin konzentriert sich Sophie Kleinpas auf ihre Aufgabe beim SSV Rhade. Dort ist sie in der U17 gesetzt. Nachdem der SSV in der Saison 19/20 durch die Quotientenregel aus der Regional- in die Bundesliga aufgestiegen ist, ist das Saisonziel seither ein stabiler Mittelfeldplatz. Der Saisonstart lief für den Bundesligisten nach Plan. Keines der ersten fünf Spiele, unter anderem gegen Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Köln, ging verloren. Mit bloß zwei Gegentoren stellt Rhade die beste Defensive der Liga.

Bis zum Sprung in den Damenbereich dauert es für die Ottensteinerin noch etwas. Trotzdem durfte sie bei den Frauen des SSV Rhade bereits erste Erfahrungen sammeln. Drei Spiele absolvierte Kleinpas schon in der Frauen-Verbandsliga. Trotz ihres jungen Alters hat die Torhüterin große Ziele. „Mein Traum ist es, irgendwann mal in der Frauen-Bundesliga zu spielen“, gibt sich die 16-Jährige ambitioniert. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch die ersten Schritt sind ihr geglückt.

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