Das Pokalfinale der B-Junioren zwischen SuS Stadtlohn und SpVgg Vreden dürfte für beide Teams das letzte Pflichtspiel in diesem Jahr gewesen sein. © Johannes Kratz
Juniorenfußball

Spiele der A- und B-Junioren bis Jahresende abgesetzt – gemischte Reaktionen

Während alle anderen Altersklassen unter der 2G-Regelung weiterspielen dürfen, ist das Spieljahr für A- und B-Junior(inn)en weitestgehend ab sofort beendet. Wir haben Hintergründe und Reaktionen eingeholt.

Eine generelle Unterbrechung der Amateurfußball-Saison soll es im Vergleich zum Winter 2020 diesmal nicht geben. Darauf haben sich die Vorsitzenden aller westfälischen Fußballkreise mit Vertretern des FLVW am Dienstag geeinigt. Die A- und B-Junioren sowie B-Juniorinnen hingegen sollen bis zum 31. Dezember pausieren. Es soll aber auch Ausnahmen geben.

Willy Westphal, Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, bestätigte dieses Vorgehen am Mittwochmorgen auf Nachfrage. „Wir haben uns in allen Kreisen dafür entschieden, dass es keine Unterbrechung geben wird. Wie die genaue Ausgestaltung in unserem Kreis aussieht, das besprechen wir unter anderem noch am Mittwochabend in einer Videokonferenz des Kreisfußball-Ausschusses“, so Westphal.

Klar sei aber, dass die vom Land vorgegebene 2G-Regelung überall eingehalten werden müsse. „Diese Vorgabe entspricht auch unserer Ansicht. Nicht nur Zuschauer, sondern auch Spieler müssen geimpft sein.“

Fest stehe analog zur Regelung im Verband auch in Ahaus/Coesfeld bereits, dass der Spielbetrieb der ältesten Junioren-Jahrgänge bis Jahresende pausieren soll. Hintergrund dafür sei die Tatsache, dass viele Spieler in diesem Alter nicht mehr regelmäßig in der Schule getestet würden und dass gleichzeitig die Impfquote noch nicht ausreichend hoch sei, um den Spielbetrieb bedenkenlos aufrechtzuerhalten. „Ich denke, das ist eine nachvollziehbare und transparente Vorgehensweise“, sagt Willy Westphal.

Zudem bedeute die Absetzung für den Spielbetrieb im Fußballkreis keine großen Probleme. In den Kreisligen A der A- und B-Junioren stehen regulär noch drei Spieltage für dieses Jahr auf dem Plan, in den B-Ligen sind einige Staffeln sogar schon durch und auf überkreislicher Ebene, etwa bei den Landesligateams von SuS Stadtlohn und SpVgg Vreden oder U19-Bezirksligist FC Epe, müssen zwei Spieltage nachgeholt werden.

Bei genügend Geimpften darf gespielt werden

Die Regelung will der Fußballkreis außerdem in dem Sinne flexibel halten, dass Mannschaften mit einer sehr hohen Impfquote sich selbstständig darauf verständigen dürfen, doch zu spielen. Auch Testspiele könnten unter dieser Bedingung ausgetragen werden, sagt Willy Westphal.

Die Entscheidung von Verband und Kreisvorsitzenden findet auch in vielen Vereinen in Ahaus und Umgebung Anklang. „Wir können das absolut nachvollziehen, denn die Gesundheit von Spielern, Trainern und Zuschauern geht vor“, sagt etwa Kai Ebbers, Jugendvorstand der SpVgg Vreden. „Auch wenn bei uns fast alle Spieler in diesen Altersklassen schon geimpft sind, sieht es vielleicht bei anderen Vereinen anders aus.“

Ähnlich sieht es auch Stefan Schulze Icking, Jugendleiter beim SuS Stadtlohn. „Auch bei uns sind die Spieler mehrheitlich geimpft. Wir sind auch froh, dass alle Geimpften weiterhin trainieren dürfen, insofern sind wir schon mal einen kleinen Schritt weiter als letztes Jahr um diese Zeit. Und die zwei, drei Spieltage lassen sich im neuen Jahr hoffentlich problemlos nachholen.“ Dem stimmt auch Axel Reintges von Union Wessum zu. „Der Gesundheitsschutz geht im Moment einfach vor, deshalb empfehlen wir auch allen Trainern, das Training möglichst weiter draußen statt in der Halle abzuhalten.“

Grundsätzlich haben die Vereine ihre Jugendtrainer darüber informiert, dass ab sofort die 2G-Regelung gilt. Es dürfen also nur noch Spieler über 16 Jahren, Trainer und Eltern die Sportanlage betreten, die geimpft oder genesen sind. Alle unter 16, also von Minikickern bis C-Junioren, fallen aus dieser Regelung heraus. Sie dürfen weiterhin uneingeschränkt trainieren und Spiele bestreiten.

„In finde es extrem unfair“

Eine Regelung, die etwa bei Christian Kratz auf wenig Verständnis stößt. Der Trainer der B-Junioren der JSG Graes/Ahle/Wessum sagt: „Ich finde es extrem unfair, dass auf der einen Seite Bundesligaprofis ungeimpft auflaufen dürfen und auf der anderen Seite Kinder, die noch nicht mal die freie Entscheidung haben, außen vor sind.“ In seiner Mannschaft sei noch etwa ein Drittel der Spieler ungeimpft. „Der Impfdruck war ja in dieser Altersgruppe auch nicht hoch, deswegen wundert es mich schon, dass jetzt so kurzfristig so eine Entscheidung kommt.“

Der Trainer sei keineswegs ein Impfgegner. „Aber die Kinder, die noch nicht geimpft sind, sollte man nicht ausschließen. Da gibt es andere Möglichkeiten, zum Beispiel kontaktfreies Training, so wie es letzten Winter ja auch angeboten wurde.“

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Sportredaktion Ahaus

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