Ob der TuS Wüllen länger Tabellenführer bleibt, das sieht Johannes Dönnebrink (l.), hier mit seinem Trainerkollegen Maik Hollweg, eher skeptisch. © Sascha Keirat
Fußball-Bezirksliga

Spitzenreiter TuS Wüllen: Johannes Dönnebrink erklärt den Top-Start

Der TuS Wüllen an der Spitze der Bezirksliga 11 – das ist wahrlich ein ungewohntes Bild. Wie er das bewertet und was die Platzierung für den TuS bedeutet, haben wir beim Trainer nachgefragt.

Ein Blick zurück ins Frühjahr 2020: Der TuS Wüllen steht auf Rang 17 der Bezirksliga-Tabelle, hat aus 21 Partien nur zwölf Punkte geholt. Ob er sich ohne den coronabedingten Saisonabbruch noch gerettet hätte? Wir werden es nie erfahren. Aktuell findet sich der TuS am anderen Ende der Tabelle wieder. Nach vier Spieltagen belegen die Wüllener sogar den ersten Rang. Grund genug, um einmal bei Trainer Johannes Dönnebrink nachzufragen.

Der TuS als Bezirksliga-Spitzenreiter. Mit welchen Gedanken schauen Sie derzeit auf die Tabelle?
Dazu gibt es zwei Antworten. Erstens: Das ist eine sehr schöne Momentaufnahme. Zweitens: Für unser Ziel von 35 Punkten fehlen uns immer noch 26.

Das heißt, Sie müssen das Saisonziel Klassenerhalt nicht nach oben korrigieren?
Definitiv nicht. Man muss sich einfach anschauen, wo wir herkommen. Letztes Jahr, als Maik Hollweg und ich übernommen haben, mussten wir ein komplett neues Team aufbauen. Nach den ersten sieben Spielen vor dem Saisonabbruch hatten wir vier oder fünf Punkte, das wäre eine ganz harte Saison für uns geworden. In diesem Jahr hatten wir nun mehr Zeit, an einige Stellschrauben zu drehen und uns auf die Saison vorzubereiten.

Was hat sich in der Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison verändert, welche Rolle spielen die Neuzugänge?
Die haben unsere Mannschaft schon ein Stück besser gemacht. Hendrik Almering bringt Landesliga-Erfahrung mit, Michael Haeske ist ein Motivator und Kampfschwein, Chris Klöpper ergänzt sich Sturm ideal mit Christopher Behrendt und Niklas Brinker spielt als Youngster befreit. Sie alle tun uns gut. Dazu kommt noch, dass mit Stefan Gosling ein wichtiger Spieler unerwartet geblieben ist, weil er sein Studium doch erst im Winter antritt. Gepaart mit Führungsspielern wie Klaus Büning und Torwart Hendrik Vortkamp haben wir schon eine gute Mischung gefunden.

Dabei haben Sie wegen der Rotsperre von Christopher Behrendt schon in drei Spielen auf Alexander Edel zurückgegriffen, der eigentlich im Sommer aufgehört hatte. Wie kam das?
Es war für mich schon absolut überraschend, dass er letztes Jahr im September zu uns kam und fragte, ob er mittrainieren darf. Das hat ihm dann so gut gefallen, dass er wieder fest dabei sein wollte. Das hatte sich mit dem Abbruch Ende Oktober erledigt. Beim Gespräch im März hat er dann klar gesagt, dass nach der Saison Schluss ist, weil er drei Kinder hat und im Schichtdienst arbeitet.
Zum Glück habe ich aber seinen Spielerpass in der Schublade behalten. Nach der Roten Karte gegen Chrissi Behrendt habe ich dann direkt angerufen und er hat uns zum Glück geholfen, obwohl er monatelang nicht trainiert hatte. Mit seinem Siegtor gegen Alstätte hat er sich dann gebührend zurück zu seiner Familie verabschiedet.

Sie haben von einer Momentaufnahme gesprochen. Hat Ihre Mannschaft sich diese durch die Leistungen in den ersten vier Spielen trotzdem verdient?
Wir haben beim Auftaktsieg gegen Vorwärts Epe alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Das hatte sich beim Sieg im Kreispokal gegen Wessum schon angedeutet. Am zweiten Spieltag in Coesfeld haben wir dann den schwächsten Auftritt gezeigt, seit ich in Wüllen bin. Das haben wir aufgearbeitete und es dann spätestens in der zweiten Hälfte gegen Alstätte wieder besser gemacht. Und zuletzt beim Sieg in Vreden war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir die spielstarken Vredener immer frühzeitig stören konnten. Unterm Strich sehen wir, dass wir in jedem Spiel an unsere Grenze gehen müssen. Dass wir jetzt Erster sind, hängt natürlich auch damit zusammen, dass andere Mannschaften nicht so gut aus den Startlöchern gekommen sind.

In welchen Bereichen muss sich der TuS noch verbessern?
Zum einen in der Kommunikation, mir ist es oft noch zu leise auf dem Platz. Zum anderen beim Spiel im letzten Drittel vor dem Tor, da sind wir oft noch ein wenig zu hektisch.

Als nächstes geht es für Ihr Team zu Hause gegen den SC Reken, vor der Saison hoch gehandelt, aktuell aber noch sieglos auf einem Abstiegsrang. Wie schätzen Sie die Aufgabe ein?
Ich schätze Reken auch sehr stark ein, die Mannschaft hat viele neue, talentierte Leute, darunter ehemalige Oberligaspieler. Bei uns ist ein wichtiger Faktor, wie sich unsere vielen Verletzten unter der Woche erholen. Wenn sie alle am Sonntag fehlen sollten, dann wird es eng.

Wer sind für Sie nach den ersten Eindrücken die Favoriten für Platz eins?
Nach wie vor sehe ich den SuS Stadtlohn ganz vorne. Vom Potenzial her können auch der FC Epe, der SV Gescher und eben auch die Rekener vorne mitmischen.

Über den Autor
Sportredaktion Ahaus

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