Auch nächste Saison an der Seite von Engin Yavuzaslan: Co-Trainer Yuzuru Okuyama (r.) © Sascha Keirat
Fußball

SpVgg Vreden bindet weitere Spieler – „Yuzu“ bleibt Co-Trainer

Nach dem starken Saisonstart der SpVgg Vreden in der Oberliga gibt es offenbar für Spieler und Verein wenig Bedarf für Veränderung. Die Vredener haben weitere Personalentscheidungen bekannt gemacht.

Einige Personalien hat die SpVgg Vreden in den vergangenen Wochen bereits bekannt gegeben: Mit Hendrik Brügging (FC Oeding) und Malte Hoffmann (SG Borken) hat der Oberliga-Aufsteiger zwei Akteure zurück nach Hause geholt. Schon zuvor waren die Verträge von Trainer Engin Yavuzaslan und Torwarttrainer Steffen Warneke bis Juni 2022 verlängert worden. In dieser Woche gab es weitere Neuigkeiten.

So haben die Blau-Gelben auch mit dem Dritten im Trainerteam, Co-Trainer Yuzuru Okuyama, die Zusammenarbeit verlängert. Okuyama ist zwar erst als junger Mann überhaupt nach Deutschland gekommen, mittlerweile aber kaum noch aus Vreden und von der Spielvereinigung wegzudenken.

„Er ist seit 13 Jahren bei uns im Verein, hat als Spieler und Trainer zwei Aufstiege und fünf Pokalsiege mit unserer ersten Mannschaft gefeiert“, fasst der Vorsitzende Christoph Kondring zusammen. „Er passt einfach gut ins Team und wir sind froh drum, dass er auch nächste Saison weitermacht.“ Noch als 38-Jähriger stand Okuyama für die Reserve auf dem Platz, mit der er 2018 auch den Bezirksliga-Aufstieg packte.

Gerade 19 Jahre jung war Yuzuru Okuyama, als er den Plan fasste, Fußballprofi in Deutschland zu werden. Geboren in Yamagata sah er dafür in seinem Heimatland keine große Perspektive: „In Japan gab es damals noch keinen richtigen Vereinsfußball, ich habe nur in einer Collegemannschaft gespielt“, erzählte Okuyama im Interview mit der Münsterland Zeitung 2016. Noch ohne Sprachkenntnisse machte er sich allein auf den Weg ins ferne Deutschland.

Erster Japaner bei Union Berlin

Zunächst zog es ihn im Jahr 2001 in den Osten der Republik. In einem Studentenwohnheim in Leipzig lebend stieg er bei der zweiten Mannschaft des FC Sachsen ein. Bald überzeugte er in einem Probetraining beim Regionalligisten SV Babelsberg, wo er bis 2005 im Kader stand. Anschließend wechselte er zum heutigen Bundesligisten Union Berlin (damals noch Oberliga) und war der erste japanische Spieler in dessen Vereinsgeschichte.

Nach nur einem Jahr ging es für den Japaner weiter zum FC Schönberg in die Regionalliga. Über seinen dortigen Mitspieler Uwe Sokolowski, kurz zuvor zur SpVgg gewechselt, kam 2008 der Kontakt zum Vredener Landesligisten zustande. „Die Spielvereinigung hatte damals einiges vor, also habe ich das Angebot angenommen“, erinnerte sich Okuyama.

Sein Start unter Trainer Ingo Schlösser in die Saison 2008/09 verlief aber ungut: Weil die SpVgg Okuyama in den ersten zwei Saisonspielen ohne Spielberechtigung eingesetzt hatte, wurden der Mannschaft vier Punkte abgezogen. Doch schon bald überwogen die positiven Erlebnisse.

Okuyama, 1,68 Meter groß und eine absolute Kämpfernatur, war beteiligt an großen Erfolgen der jüngsten Vredener Vereinsgeschichte: Aufstieg in die Westfalenliga 2011, erstmaliger Kreispokalsieg 2014 und zuletzt 2020 der Aufstieg in die Oberliga, als Co-Trainer.

Yavuzaslan: „Yuzu ist eine Vredener Legende“

Auch wenn aus der erhofften Profikarriere nichts wurde, ist Okuyama glücklich in Vreden. Mittlerweile verheiratet, Familienvater und Hauseigentümer arbeitet der Japaner in der Velener Firma Teko als Lagerist. Im Verein genießt „Yuzu“ einen hervorragenden Ruf, wie auch der aktuelle Trainer, Engin Yavuzaslan, bestätigt: „Yuzu ist ja schon eine Vredener Legende und ich freue mich riesig, dass er weitermacht. Auch wenn er vom Typ her eigentlich das Gegenteil von mir ist, passen wir sehr gut zusammen, weil wir beide akribisch und im Sinne der Mannschaft arbeiten.“

Neben dem Co hat die SpVgg auch mit weiteren Spielern verlängert. Nach den beiden Torhütern Ricardo Ottink und Marvin Langer hat auch Bernd Verwohlt dem Verein zugesagt – und das gleich für drei weitere Jahre. Der 22-Jährige durchlief ab seinem zehnten Lebensjahr die Jugendteams der SpVgg und schaffte 2017 den Sprung in den Westfalenliga-Kader. In der laufenden Serie stand der Innenverteidiger in allen neun Oberliga-Partien auf dem Platz.

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