In ihre dritte Oberligasaison nach dem Aufstieg ging die Riege des SuS Stadtlohn mit Daniel Kondring im September 2019. Ob die vierte Serie im Spätsommer dieses Jahres folgen kann, ist Stand heute noch nicht konkret vorhersehbar. © Johannes Kratz (A)
Leistungsturnen

Stadtlohner Oberliga-Turner im Dauer-Heimtraining: „Das alles ersetzt kein Gerät“

Nach einem Jahr ohne Wettbewerb fehlen den Oberligaturnern des SuS Stadtlohn für 2021 noch echte Perspektiven. Trainer Dieter Heming erwartet auch sonst große Herausforderungen für Vereine.

Ob es nach der ausgefallenen Saison 2020 in 2021 einen neuen Anlauf geben wird, das steht aus heutiger Sicht noch in den Sternen. Der Saisonstart in der Turn-Oberliga wäre erst in der zweiten Jahreshälfte terminiert, das macht zumindest ein wenig Hoffnung. Dieter Heming, Trainer des SuS Stadtlohn, dämpft allerdings die Erwartungen. Aus verständlichen Gründen. Denn: Solange die Sporthallen im Lockdown geschlossen bleiben, ist kein Training möglich.

Und sollten sie wieder geöffnet werden, dann wird es erneut wahrscheinlich erst nur eine schrittweise Rückkehr geben – mit den bekannten Einschränkungen der Hygienekonzepte, die die Vereine im vergangenen Sommer emsig aufgestellt und überwiegend erfolgreich umgesetzt haben. Im Turnen stellt sich neben der Frage nach adäquaten Hygienekonzepten noch eine weitere, viel weitreichendere: der Trainingsrückstand. Und somit fällt es dem Stadtlohner schwer, an eine reguläre Saison in diesem Jahr zu glauben.

Rückkehr zu altem Leistungsniveau wird Monate dauern

Mittlerweile befinden sich die Turner beim SuS Stadtlohn schon wieder im vierten Monat des kompletten Stillstands. Bis die Hallen wieder geöffnet werden können, wird dieser Zeitraum sicher auf mindestens ein halbes Jahr auflaufen. „Da müssen wir uns nichts vormachen, das ist im Turnen im Leistungsbereich nicht in der gleichen Zeit wieder aufzuholen, da haben Mannschaftssportarten gerade im Freien andere Perspektiven“, so Heming.

Aktuell hielten sich die Oberligaturner mit zum Beispiel Online-Workouts fit, doch: „Das alles ersetzt kein Gerät.“ Bis die Bewegungsabläufe wieder verinnerlicht und der Körper wieder in der Verfassung sei, die Leistungen aus der Zeit „vor Corona“ abzurufen, würden weitere Monate vergehen. Als vielleicht erklärendes wie plakatives Beispiel nennt er die Schwielen an den Händen.

Noch sei die Stimmung im Team positiv, doch irgendwann stelle sich zwangsläufig auch die Motivationsfrage: „Das merken wir bei uns selbst doch auch. Wenn du ein Leben lang drei bis fünf Mal die Woche in der Halle warst und jetzt gezwungen bist, zu Hause zu bleiben, dann gewöhnt man sich leider auch mal daran“, so Heming. Bei seiner Oberligariege bleibe er dabei guter Dinge, dass alle wieder voll einsteigen werden. Aber: „Den einen oder anderen wird man wieder ein wenig mehr motivieren müssen.“

„Die schwierigste Zeit kommt noch“

Sorgen in dieser Hinsicht bereitet Dieter Heming mehr der Nachwuchs. Er denkt dabei vor allem an diejenigen, die vor Corona Freude am Sport und am Turnen gefunden, die hineingeschnuppert hätten. „Da müssen wir alle viel investieren, diese auch weiter zu gewinnen.“ Die schwierigste Zeit komme womöglich erst noch – auch wenn man sich einen gewissen Optimismus bewahre. Man dürfe nicht vergessen, dass auch die Kinder nun ein anderes Leben kennenlernten.

Sollten die Einschränkungen gelockert werden, bestehe „viel sozialer Nachholbedarf“ in allen Bereichen, es werde dauern, bis die bekannten Strukturen wieder aufgebaut sein würden. Dieter Heming: „Da wird der eine – sofern gestattet – womöglich erst mal wieder richtig Urlaub machen wollen, der andere fängt an zu bauen. Alles nachvollziehbar.“

Verband kann sich nicht verbindlich äußern

Auch wenn man in einigen Bereichen in kleinen Schritten wieder anfangen müsse – „wir werden alles geben, wenn wir wieder dürfen“, erklärt Heming. Der Blick geht dabei voraus in der Hoffnung, dass zumindest ein paar Wettbewerbe in diesem Jahr möglich werden, der Rückkehr geade der Kinder und Jugendlichen in den Trainingsbetrieb müsse Priorität eingeräumt werden, wenn es die Umstände wieder zuließen. „Der Verband kann sich dazu aber auch noch nicht verbindlich äußern“, erklärt Heming.

An einer kleinen Alternative zur abgesagten Saison hatten einige Oberligateams im vergangenen September noch gefeilt. „Wir hatten schon alles für einen Vergleichswettbewerb vorbereitet – und dann stiegen die Zahlen gerade am Veranstaltungsort in Hamm wieder rapide an“, berichtet Dieter Heming. Kurz darauf traf die Sportler dann der zweite Sport-Lockdown…

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