Schnellstmöglich will der Stadtlohner Reitverein wieder Training anbieten. Andere Klubs sind da zurückhaltender. © RV St. Martin Stadtlohn
Sport und Corona

Stadtlohner Sportvereine nehmen Lockerungen vorsichtig an

Reiten, Bogensport, Tennis oder sogar Fußball? Was durch die neuen Lockerungen der Corona-Schutzverordnung in Stadtlohn wieder möglich ist, erklären Stadt und Vereinsvorsitzende.

Seit Montag dürfen Sportanlagen unter freiem Himmel unter bestimmten Voraussetzungen wieder genutzt werden. Allein, zu zweit oder mit mehreren Personen aus einem Hausstand ist wieder einiges möglich. Im Mindestabstand von fünf Metern dürfen auch mehrere Kleingruppen auf einer Anlage aktiv sein. Wir haben uns bei Stadtlohner Vereinen umgehört, wie sie mit den neuen Möglichkeiten umgehen.

Das Rathaus erklärt auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Stadt Stadtlohn erlaubt die Sportausübung im Rahmen der in § 9 Coronaschutzverordnung festgeschriebenen Regelungen. Das heißt, die Sportausübung allein, zu zweit oder des eigenen Hausstandes ist auf Sportanlagen unter freiem Himmel einschließlich der sportlichen Ausbildung im Einzelunterricht durch eine Ausnahmeregelung erlaubt. Sollten verschieden Personen oder Personengruppen eine Sportanlage zeitglich nutzen, so ist dauerhaft ein Mindestabstand von 5 Metern zueinander einzuhalten.“

„So schnell wie möglich zum Einzeltraining“

Markus Weber, Vorsitzender des Reitvereins St. Martin, spricht für viele seiner Amtsgenossen, wenn er sagt: „Wir sind von der plötzlichen Lockerung ein Stück weit überrannt worden.“ Daher habe sich der Verein in der Kürze der Zeit – erst am Freitag hatte die Landesregierung die Lockerung verkündet – noch nicht konkret vorbereiten können. Doch er kündigt an: „So schnell wie möglich soll es bei uns Einzelunterricht in Springen und Dressur auf unseren Außenplätzen mit je einem Schüler und einem Lehrer geben.“

Das werde allerdings zunächst ein teures Vergnügen für die Reiter, da sie dann den jeweiligen Trainer für seine Stunde ganz allein – und nicht wie gewohnt als Gruppe – bezahlen müssten. „Trotzdem ist es jetzt bitter nötig, wieder anzufangen“, so der Klubchef. „Denn das Trainingsdefizit, das über die vergangenen Wochen und Monate entstanden ist, hat für viel Frust gesorgt.“

Noch nicht ganz so weit in ihrer Planung sind die beiden größten Stadtlohner Sportvereine SuS und DJK Eintracht. „Wir überlegen noch, wie wir genau verfahren“, sagt Wilfried Steinhage vom SuS. Im Gegensatz zur Laufabteilung, deren Mitglieder sicherlich ihre Runden im Stadion drehen könnten, halte er die Rückkehr der Fußballer auf den Trainingsplatz „nicht so richtig für sinnvoll“. Der Verein habe zuletzt gute Erfahrungen mit seinen Online-Angeboten gemacht, um die Mitglieder trotz der schweren Zeit bei Laune zu halten.

Vorerst geschlossen bleibe das Wessendorfstadion der DJK, wie der Klubvorsitzende Andreas Pieper erklärt. „Natürlich drängen viele darauf, wieder trainieren zu können, aber das ist an mancher Stelle eben schwierig.“ Wenig Probleme sehe er beispielsweise bei der Bogensportabteilung oder im Beachvolleyball, wo schnell wieder gestartet werden könne, wenn die Anlagen hergerichtet seien. Beim Fußball sei das etwas schwieriger.

Testlauf mit Jugendmannschaft am Wochenende

Doch genau wie Wilfried Steinhage wolle Andreas Pieper nicht ausschließen, dass die Fußballer mit einer passenden Idee – Hygienekonzepte ohnehin vorausgesetzt – bald wieder in Zweiergruppen auf den Rasen können. Beim SuS werde am Wochenende ein Testlauf mit einer Jugendmannschaft stattfinden, der Vorbildcharakter für andere Teams haben könnte.

Etwas gedulden müssen sich die Tennisspieler des TV Blau-Weiß noch, wie deren Vorsitzender Frank Brockordt sagt: „Wir werden an unserem Plan festhalten und erst im März mit dem Platzbau beginnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir unsere Plätze, die momentan noch pitschnass sind, nachhaltig schädigen.“

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Sportredaktion Ahaus

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